Die "Tagesschau" und "Tagesthemen" der ARD

30.8.2012
Am 26.12.1952, einen Tag nach dem offiziellen Beginn des bundesdeutschen Fernsehens beim Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), lief die erste "Tagesschau" – mit einem Bericht über die Rückkehr des künftigen US-Präsidenten Eisenhower von seiner dreitägigen Koreareise (Zeitpunkt des Ereignisses: Anfang Dezember). In der Folgezeit erschien die Nachrichtensendung dreimal in der Woche mit einer neuen Ausgabe um 20.00 Uhr. An den Tagen dazwischen wurde die Vortagssendung am Ende des Programms gegen 22.00 Uhr wiederholt. Sonntags gab es anfangs keine Sendung.
Dagmar Berghoff 1976 als erste und bald auch beliebteste Nachrichtensprecherin im "Tagesschau"-TeamDagmar Berghoff 1976 als erste und bald auch beliebteste Nachrichtensprecherin im "Tagesschau"-Team (© picture-alliance/dpa)

Als visuelles Material dienten zunächst nicht verwendete Aufnahmen der für das Kino produzierten "Neuen Deutschen Wochenschau". Sie wurden vom NWDR-Redakteur Martin S. Svoboda mit zwei Cutterinnen zusammengeschnitten. Wie in den Kinowochenschauen wurden die Filmberichte aneinandergereiht. Sprecher Cay-Dietrich Voss las den Text aus dem Off parallel zu den Filmbildern. Politik spielte zunächst nur eine geringe Rolle. Es dominierte ein Mix aus Katastrophen, Sport und 'bunten Nachrichten'. Als Zusammenfassung der "Tagesschau" wurde sonntags der "Wochenspiegel" ausgestrahlt, dessen erste Sendung am Sonntag, den 4.1.1953, lief. Die Sendezeit betrug 15 Minuten.

Veränderungen im Konzept der "Tagesschau"



Die in der ARD zusammengefassten Sendeanstalten lieferten ab dem 1.11.1954 sogenannte Aktualitätenfilme, so dass zum 1.4.1955 die "Tagesschau" auf die Zulieferung von Wochenschau-Material verzichtete. Filmbilder wurden nun auch von Nachrichtenagenturen erworben. Ab Oktober 1958 kam der Nachrichtenaustausch im Rahmen der Eurovision hinzu. Ab März 1959 wurden zum ersten Mal neben Filmberichten auch Wortmeldungen – noch in einem Block von fünf Minuten – von Karl-Heinz Köpcke aus der NDR-Hörfunk-Redaktion verlesen. Vorbild bei der Einführung des Studiosprechers war die BBC. Seit Ende 1960 wurden Film- und Textnachrichten gemischt. Die "Tagesschau" hatte – nun unter Führung von Hans-Joachim Reiche – ihre bis heute gültige Form gefunden. Einige technische Neuerungen kamen hinzu: Ab März 1970 wurde die "Tagesschau" in Farbe ausgestrahlt. Ab Januar 1972 wurde das "Blue-Screen"-Verfahren zur Projektion von veränderbaren Bildern auf den künstlichen Studiohintergrund eingesetzt. Ab 1976 trat als erste "Tagesschau"-Sprecherin Dagmar Berghoff auf. Davor war 1971 die Journalistin Wibke Bruhns Sprecherin in der "heute"-Sendung des ZDF.

Die "Tagesthemen"



Als Ersatz für die Spätausgabe der "Tagesschau" (seit 1965) kam am 2.1.1978 die erste Sendung der "Tagesthemen" ins Programm. Die "Tagesschau" präsentierte weiterhin aktuelle politische Ereignisse, ohne dabei größere Zusammenhänge herzustellen oder Sachverhalte zu kommentieren. Das wurde im 30 Minuten dauernden Hintergrund-Magazin möglich. Daneben wurden weitere Ausgaben der "Tagesschau" im Tages- und Nachtprogramm der ARD etabliert. Die "Tagesschau" wird heute vom NDR in Hamburg produziert. Sie sendet bis zu 23 verschiedene Ausgaben am Tag. Die Hauptausgabe um 20.00 Uhr erreicht bis zu zehn Millionen Zuschauer. Die "Tagesschau" ist die älteste Nachrichtensendung im bundesdeutschen Fernsehen, die noch heute ausgestrahlt wird. Am 7.12.2010 sendete die ARD die 10.000. Ausgabe der Tagesthemen und am 31.12.2010 die 20.000. der Tagesschau.