30.3.2013

Bessere Technik - steigende Nutzung

Datenträger im Wandel der ZeitDatenträger im Wandel der Zeit (© Alexey khromushin/fotolia.com)
Die HDTV-Technologie wurde seit etwa 2005 auch in der Öffentlichkeit thematisiert. Vor allem ein besseres und größeres Bild erwartete man durch die Entwicklung von Flachbildschirmen. Diese wurden als Flüssigkristallbildschirme (LCD – liquid crystal display) und Plasmabildschirme seit den 1960er Jahren und verstärkt seit den 1980er Jahren (u. a. für Laptops) entwickelt. 1998 erlebte der Absatz von großen Fernsehbildschirmen mit der Übertragung der Olympischen Spiele seinen Durchbruch. Im Jahr 2007 lag der Absatz der Flachbildschirme zum ersten Mal weltweit auch mengenmäßig über dem Absatz herkömmlicher Röhrenfernseher. Fernseher mit Flachbildschirmen werben häufig mit den Logos „HD-ready“ bzw. „HD ready 1080p“. „HD-ready“ aber heißt noch lange nicht, dass der Zuschauer damit auch HDTV sehen kann, denn dazu wird eine geeignete Set-Top-Box für den Satellitenempfang benötigt, die das HDTV-Signal an den Monitor liefert oder ein Kabelanschluss mit digitalem HD-Receiver. Von 2005 bis 2008 strahlte die ProSiebenSat.1-Mediengruppe probeweise Programme in HDTV aus, ARTE folgte im Juli 2008 mit der Ausstrahlung von HDTV-Sendungen (ARTE HD) und ab Februar 2010 das Erste (Das Erste HD) und das ZDF (ZDF HD). Nahezu zeitgleich mit dem Ende des analogen Satellitenfernsehens erweiterten die öffentlich-rechtlichen Sender ihr HD-Angebot. Per Satellit sind seit 30. April 2012 folgende Sender hochauflösend empfangbar: 3sat, BR (Süd/Nord), KiKA, NDR (NDS, MV, SH, HH), Phoenix, SWR (BW, RP), WDR (Köln, Aachen, Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Münster, Bonn, Duisburg, Wuppertal), ZDFneo, ZDFinfo, ZDFkultur und Einsfestival. Kurz darauf zogen die IPTV-Anbieter Telekom und Vodafone sowie die Kabelanbieter nach. Nach aktueller Planung sollen ab 2014 weitere Programme in HD senden: hr, MDR, rbb sowie die Digitalprogramme EinsExtra, EinsPlus bzw. Tagesschau 24.

Blu-ray-Discs und Kopierschutz

Seit Februar 2008 ist auch die Auseinandersetzung um die Normung entschieden. Dabei ging es darum, mit welchen neuartigen Speichern Hollywoodfilme an die Heimkinoanlagen geliefert werden. Nachdem sich mit Warner Brothers einer der größten amerikanischen Filmverleiher auf die Seite des Formats Blu-ray-Disc des Entwicklers Sony geschlagen hat, ist das konkurrierende System HD-DVD von Toshiba vom Markt verschwunden.

Über einen Blu-ray-Player können Hollywoodfilme derzeit in hoher Bildqualität auf den Fernsehbildschirm gelangen – allerdings, und dies ist ein Manko für die Zuschauer, nur mit kopiergeschützten Anschlüssen. Die Hollywood-Studios haben Angst davor, dass ihre Produkte als Raubkopie – und dann auch noch in bester Qualität – im Internet kursieren. Sie haben deshalb bei der Festlegung der HDTV-Standards durchgesetzt, dass zwischen Bildquelle und Bildschirm nur noch kopiergeschützte Verbindungen eingesetzt werden. Mit Hilfe eines sogenannten "Rechtemanagement-Systems" (Digital Rights Management/DRM) blockieren die Rechteinhaber die Wiedergabe ihrer Filme von beliebigen Quellen auf beliebige Monitore. Ähnliche Einschränkungen gibt es auch schon bei der Aufzeichnung von Fernsehprogrammen (etwa beim CI+- und HD+-Standard). Das Brennen eigener Blu-rays mit gerade ausgestrahlten Spielfilmen im Fernsehen wird wohl nicht mehr, die Speicherung auf dem Festplattenreceiver möglicherweise nur noch befristet oder nutzungsbeschränkt möglich sein.


Materialien zu "Hochauflösendes Fernsehen (HDTV)"

PDF-Icon High Definition Television - HDTV