Originell, verständlich und sexy - so klingen Sieger

Radio Fritz gewinnt den 1. Preis beim W(ahl)-Award | 2013

4.2.2014
Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat mit dem W(ahl)-Award | 2013 zum vierten Mal die besten journalistischen Beiträge zur Bundestagswahl ausgezeichnet. In den Kategorien "Hörfunk" und "Print" wurde der mit insgesamt 11.500 Euro dotierte Preis an jeweils vier Radio- und Zeitungsredaktionen für wahlmotivierende, informative, originelle und journalistisch hochwertige Arbeiten zur Bundestagswahl 2013 verliehen. Die Preisverleihung fand im Rahmen des 22. Forum Lokaljournalismus am 30. Januar 2014 in Bayreuth statt.

Die Auszeichnungen in der Kategorie "Hörfunk" gingen ausnahmslos an öffentlich-rechtliche Stationen. Den ersten Preis vergab die Jury an Jule Käppel und Maximilian Ulrich von Radio Fritz, die junge Welle vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Auf Platz zwei folgte das INFOradio vom rbb. Die Plätze drei und vier belegten Torben Hildebrandt von NDR 1 Niedersachsen und der Bayerische Rundfunk (BR).
Hauptgewinner des W(ahl)-Award 2014Die Hauptgewinner des W(ahl)-Award 2014 in den Kategorien Hörfunk und Print - eingerahmt von den Laudatoren Thorsten Schilling/bpb und Jana Klameth, Freie Presse Chemnitz (© Inge Seibel)

Der erste Preis des "W(ahl)-Award | 2013" in der Kategorie Print ging an die Rhein-Zeitung in Koblenz und ihre Heimatausgaben. Auf dem zweiten Platz folgte die Lokalredaktion Köln vom Kölner Stadt-Anzeiger. Den dritten Preis bekam die Sindelfinger Zeitung/Böblinger Zeitung. Auf Platz vier hat die unabhängige Jury aus erfahrenen Journalisten den Nordbayerischen Kurier in Bayreuth gewählt.

Für den Journalisten-Preis gab es insgesamt 191 Einsendungen: 116 Print- und 75 Radio-Beiträge. Die Palette der eingereichten Arbeiten war breit: Crossmediale Wahl-Formate, Berichte, Reportagen, Features, ganze Artikel- und Sendereihen waren dabei.

So klingen die Sieger



1. Preis für Radio Fritz vom Rundfunk Berlin-Brandenburg

Wahlwissen kreativ auf den Punkt gebracht: "Überhangmandat", "Koalition", "Nichtwähler", "Zweitstimme" ... - Ja, es geht! Man kann die "Standard-08/15-Begriffswelt" rund um die Bundestagswahl frech, unterhaltsam, kompakt und informativ ins Leben der Menschen transportieren. Sogar in das der Jüngeren. Diesen Beweis hat Maximilian Ulrich mit dem Team der jungen Welle des rbb geliefert - mit dem Wahlwörter-Wiki. Es ist eine "journalistische Neuschöpfung für die Radiowelle". Sie präsentiert fantasievolle Sprachbilder und überraschende Zugänge, mit denen junge Menschen auch bei Polit-Termini genau hinhören. So wird das "Überhangmandat" mit dem Schwierigkeitsgrad der Abseitsregel beim Fußball verglichen und mit dem "Reise-nach-Jerusalem-Spiel" einer Gruppe von Longboard-Fahrern anschaulich erklärt. Radio Fritz hat Zusammenhänge rund um die Bundestagswahl genauso originell wie verständlich beleuchtet. Dafür gab es 2.500 € Preisgeld und eine Urkunde der bpb.

2. Preis für das rbb-INFOradio

Jeden Tag ein Stück Demokratie hörbar machen, live und direkt im Radio - multimedial begleitet zum Weiterdenken, Hinterfragen und Mitdiskutieren. Das war das Ziel der Inforadio-Initiative zur Bundestagswahl:Ihr Wahlkampf, bitte! Zehn Inforadio-Hörerinnen und -Hörer trafen sich zum Streitgespräch mit zehn Spitzenpolitikern. Darunter ein junger Vater, der fürchtete, seine Miete nicht mehr bezahlen zu können oder ein Volkswirtschaftler, der sich fragte, wie viel Geld noch in die Eurorettung fließen soll. Aus der ganz persönlichen Perspektive der Zuhörer standen die Wahlversprechen und Parteiprogramme auf dem Prüfstand. Wahlreporter sammelten zwei Wochen lang die heißen politischen Eisen im Sendegebiet. Dann wurden diese den Politikerinnen und Politikern quasi in die Hand gedrückt – on air: Bürger-Problem trifft auf Politik. Die Aktion wurde mit einem Inforadio-Dossier online begleitet. Bei der Preisverleihung freuten sich Inforadio-Reporterin Dörte Nath und ihre Kollegen über 1.500€ Preisgeld.

3. Preis für NDR1 Niedersachsen

Beim Wahl-Countdown schlugen die Niedersachsen jeden Tag eine neue Seite im "Wahlwörterbuch" auf. Und erwischten dabei beispielsweise den "Virus der Wahlmüdigkeit". Ein Gähnen geht über den Äther. Kurz kommt der wahlmüde Sprössling einer komplett vom Virus befallenen Familie zu Wort. Dann dreht NDR1 Niedersachsen mit einem tiefen Griff ins Tonarchiv die Wahluhr zurück - um 60 Jahre. Ein Reporter meldet sich aus der guten alten Wahlzeit - vom Wahlsonntag 1953. Er steht in einer Kneipe, dem Wahllokal von damals. Die Schlange ist lang. Und das schon kurz nach der Öffnung. Alle wollen wählen. Plötzlich erfährt Niedersachsen, dass es auch einmal komplett "virenfrei und wahlwach" war. Wissenswertes, Praktisches, Historisches - NDR1 Niedersachsen vermittelt viel rund um die Bundestagswahl. Der Ausstrahlung des Wahlwörterbuchs ging eine wochenlange Recherche mit der Sichtung von Archivmaterial, Politiker-Interviews und Bürgerbefragungen voraus. Für Torben Hildebrandt, der von der privaten Antenne Niedersachsen zum NDR kam, ist es nicht der erste Preis. 2010 und 2011 erhielt er den Hörfunkpreis der Niedersächsischen Landesmedienanstalt. Dennoch freute ihn der mit 1000 € dotierte Preis besonders: "Ich konnte es erst gar nicht glauben, da die Konkurrenz so riesig war. Von der Bundeszentrale ausgezeichnet zu werden, ist ja auch nicht irgendwas. Das ist schon etwas Besonderes. Ich freue mich wahnsinng!"

4. Preis für den Bayerischen Rundfunk

Sieben Erstwähler aus den sieben bayerischen Regierungsbezirken in fünf Interviewrunden mit 31 Fragen – das macht 217 Antworten. Sehr intensiv und total crossmedial hat der Bayerische Rundfunk das Wahlgeschehen durch die "Jugendbrille" beobachtet. Wochenlang standen die Jugendlichen im BR-Fokus. Per Radio, Fernsehen und Internet: Die Bayern waren immer brandaktuell über das informiert, was "ihre Jugend" politisch interessierte. Über Monate gab es Radio- und Fernsehsendungen, Talk per Livestream, Twitter,.. Das wählende Bayern klebte an den Fersen seiner Erstwähler. Die Jury meint: "Crossmedial, animierend, interaktiv, nah am Menschen. Hier zeigt der BR junge Gesichter der Wahl aus der Region mit hoher Kontinuität über alle Medienkanäle hinweg. Der lokale Bezug ist vorbildlich, alle Regierungsbezirke sind abgedeckt. Die Statements und Fragen der sieben Erstwähler wurden ansprechend und inhaltlich qualitätvoll präsentiert. Vor allem jedoch hatte die Vor-Wahlberichterstattung einen festen Platz im Programm des BR und überzeugte durch seine Glaubwürdigkeit und treffende, unterhaltsame, journalistisch höchst professionelle Umsetzung." Für den 4. Platz nahm BR-Nachrichtenredakteur Markus Deutschenbaur neben der Urkunde 750 € Preisgeld entgegen.

Das Siegerfoto mit allen Gewinnern und Laudatoren des W(ahl)-Award | 2013

Die Gewinner beider Kategorien des W(ahl)-Awards 2013Die Gewinner beider Kategorien des W(ahl)-Awards 2013 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)