Fachtagung "Politische Gewalt – Phänomene und Prävention"

Die Fachtagung liegt in der Vergangenheit. In Kürze finden Sie hier die Veranstaltungsdokumentation.

Titelbild zur Gewalttagung (© Wikipedia/Telefonkiosk – Bearbeitung Stroboscope )
Im Jahr 2015 gab es in Deutschland fast 1000 Angriffe auf Unterkünfte für Flüchtlinge – ein denkwürdiger und beschämender Rekord. Die Brutalität des IS ist ein Auslöser der beispiellosen Fluchtbewegung im Nahen Osten. Regelmäßig eskalieren Demonstrationen. Sobald die Anwendung physischer und verbaler Gewalt salonfähig wird, ist der demokratische Grundkonsens in Gefahr. Beobachten wir derzeit eine Polarisierung der politischen Auseinandersetzung, die Gewalt als legitimes Mittel der Meinungsäußerung erscheinen lässt?

Politische Gewalt hat in jedem Fall eine ästhetische Dimension: Junge Deutsche reisen nach Syrien und brüsten sich in vielfach geklickten Online-Videos mit ihren Gewalttaten im Namen des IS. Autonome zerstören Schaufenster, um gegen die Aufwertung ihres Stadtteils zu protestieren. Rechtsextremisten greifen türkische Restaurants an, weil sie mit Vielfalt in ihrer Umgebung nicht klarkommen. Fest steht: Gewalt ist immer in besonderem Maße sichtbar, sie erzeugt Aufmerksamkeit. Demokratische Entscheidungsprozesse hingegen sind langwierig, fragil und mitunter komplex.

Die Tagung verfolgt einen doppelten Ansatz: Am ersten Tag werden wir danach fragen, was verschiedenen Äußerungen politischer Gewalt gemeinsam ist und wo die Unterschiede liegen. Wie begründen Akteure aus unterschiedlichen politischen Lagern die Ausübung von Gewalt und wie setzen sie sie um? Der zweite Tag steht im Zeichen der Prävention: Wer Gewalt ausübt, lässt sich von Worten meistens nicht aufhalten. Wo können Prävention und politische Bildung ansetzen?

Termin

12.09.2016,10:00 bis 13.09.2016,13:30

Ort

Radisson Blu Hotel Hannover
Expo Plaza 5
30539 Hannover

Für

Multiplikatoren aus politischer Bildung, Schule, Sozialarbeit, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und Prävention

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anmeldung

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Es werden nur noch Wartelistenplätze vergeben.

Teilnahmegebühr

ohne Übernachtung (inkl. Verpflegung): 30,00€

Teilnahme mit einer Übernachtung (12./13.09.2016) im Doppelzimmer (inkl. Verpflegung): 50,00€

Teilnahme mit einer Übernachtung (12.-13.09.2016) im Einzelzimmer (inkl. Verpflegung): 75,00€

Teilnehmer/-innen, die unverhältnismäßig früh am 12.09. vom Heimatort aus aufbrechen müssten, um pünktlich am Tagungsort anzukommen, können gegen einen erhöhten Teilnahmebeitrag bereits am 11.09.2016 anreisen. Der Teilnahmebeitrag im Einzelzimmer steigt dann auf insgesamt 120 Euro, im Doppelzimmer auf insgesamt 80 Euro. Bitte geben Sie diesen Wunsch im Kommentarfeld an.

Stornokosten
Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung, die durch eine Absage bzw. Nichtanreise entstehen, müssen wir Ihnen leider in voller Höhe in Rechnung stellen. Die Rückerstattung einer etwaigen Teilnahmegebühr ist nicht möglich. Die Teilnahmegebühr wird jedoch auf die Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung angerechnet.

Inklusion
Der bpb ist die Inklusivität ihrer Veranstaltungen wichtig. Wir achten in den Vorträgen auf deutliche Darstellungen und Präsentationen. Bitte teilen Sie uns daher mit, falls im Rahmen der Veranstaltungsorganisation besondere Bedürfnisse beispielsweise durch eine eingeschränkte Mobilität oder Behinderungen zu berücksichtigen sind und ob Sie Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Ihre Angaben behandeln wir selbstverständlich vertraulich.

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Dr. Gereon Flümann
Adenauerallee 86
53113 Bonn
gereon.fluemann@bpb.bund.de

Pressekontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-200
Fax +49 (0)228 99515-293
presse@bpb.de


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