17.1.2006

Die Idee zum Projekt "hörfunker.de"

Hörfunker

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kasten Intro Hörfunker

Kompetente Nachrichten, knackige Interviews und fundierte Hintergrundberichte - sind das wirklich Quotenkiller? Der richtige Mix aus Musik, Service und Information verspricht Erfolg im Äther. Das Fundament dafür ist - auch im Hörfunk - ein guter und unabhängiger Journalismus. Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet mit dem Dossier Hörfunker eine Plattform, die sich an Hörfunkprofis, den Nachwuchs sowie die Hörerschaft wendet. Hier finden Radiomachende Themen- und Recherchetipps, Sendungen kommen auf den Prüfstand und Schritt für Schritt soll ein Kodex für den Hörfunkjournalismus entstehen.

Plädoyer für mehr Journalismus im Radio

"Wenn Radio wüsste, wie man den Hörer sowohl sprechen als auch hören lassen könnte, dann wäre Radio der erstmögliche Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens. So sollte es sich dann verabschieden, nur Zulieferbetrieb zu sein." Diesen Satz formulierte Berthold Brecht bereits 1932. Auch heute ist er noch brandaktuell. Die populären Radiostationen, die zum Teil mit astronomisch hohen Gewinnsummen um die Gunst der Hörer buhlen, verstehen sich - ob privat oder öffentlich-rechtlich - bis auf wenige Ausnahmen als Begleitmedien.

Dabei wundert es doch, dass seit Jahren der Radiojournalismus bei den strategischen Überlegungen der Programmmacher häufig nur eine untergeordnete - oder gar überhaupt keine Rolle mehr spielt. Wer kann sich noch daran erinnern, dass ein Ereignis über das Radio zum vorherrschenden Gesprächsthema wurde?

Natürlich ist die Konkurrenz in den vergangenen Jahrzehnten mächtig gewachsen. Die Vorläufe der Tageszeitungen und Zeitschriften zwischen Redaktionsschluss und Auslieferung sind technisch bedingt geschrumpft. Das Fernsehen kann nahezu von allen Punkten der Welt Livebilder senden und im Internet können zu fast jedem Thema unzählige Informationen bequem abgerufen werden.

Und doch hat das Radio in Sachen Information Vorteile, die nach wie vor kein anderes Medium zu bieten hat. Seine Hörer sind praktisch überall zu erreichen: Morgens im Badezimmer, tagsüber am Arbeitsplatz oder am späten Nachmittag auf der Heimfahrt im Auto. Auch in der Bearbeitung und Weitergabe von Informationen sind die Hörfunker nahezu unschlagbar schnell. Im Verkehrsfunk wird häufig nachgewiesen, dass Unfälle und Straßensperrungen innerhalb weniger Minuten auf dem Sender sind. Geht es allerdings um journalistische Informationen, wird all zu häufig die "Geschichte" aus dem Fernsehen tags darauf "nachgedreht" oder die Zeitung nach Themen durchsucht, die naturgemäß bereits von gestern sind.

Die Initiatoren von hörfunker.de, allesamt gestandene und engagierte Radiopraktiker, sind davon überzeugt, dass Radio wieder etwas zu sagen haben muss, mehr als nur Slogans und Stationsidentifikationen. Kompetente Nachrichten, fundierte Berichte, knackige Interviews und Aufsehen erregende Reportagen könnten bald wieder zum USP des Hörfunks werden. Wer weiterhin nur auf Musik als ausschließliche Kompetenz des Radios setzt, hat die technische Entwicklung übersehen. MP3-Player wie der iPOD oder multifunktionale Handys bieten längst Möglichkeiten zur völlig individuellen Zusammenstellung von Musikprogrammen gegen die ein noch so guter Musikredakteur kaum ankommen wird. Wer im Äther künftig Erfolg haben will, muss den richtigen Mix aus Musik, Service - aber auch aus Information bieten.

Das Fundament dafür ist auch im Hörfunk ein guter und unabhängiger Journalismus. Oberstes Prinzip aller Aktivitäten: Die Bundeszentrale für politische Bildung bpb organisiert Hilfe zur Selbsthilfe. Unter anderem mit diesem neuen Angebot im Internet, das sich an Hörfunkprofis, den Nachwuchs, selbstverständlich aber auch an alle interessierten Radionutzer wendet.


Filmstill aus der MfS-Dokumentation "Korrespondenten imperialistischer Massenmedien". Aufnahme aus der "Abendschau" des Senders Freies Berlin (SFB) über "Radio Glasnost".
Deutschland Archiv 1/2011

"Radio Glasnost – außer Kontrolle"

Seit 1987 versorgte "Radio Glasnost" Hörer in Ost-Berlin mit Musik und Informationen aus dem "Untergrund" der DDR. Der Sender unter Redakteur Roland Jahn informierte über oppositionelle Aktivitäten, diskutierte politische Entwicklungen und gab Tipps zu staatlichen Normen in der DDR.

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Am 1. Januar 1962 um Punkt 16 Uhr nahm der Deutschlandfunk seinen Sendebetrieb in Köln auf, um – so wörtlich – "die entpolemisierte und entgiftete Wahrheit über Deutschland in den Osten" zu transportieren. Nun wird diese Instanz der deutschen Mediengeschichte 50 Jahre alt.

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Verlässlichkeit und Korrektheit stehen bei der Information noch immer vor Schnelligkeit. Im Forum Lokaljournalismus 2011 wurden die Herausforderungen im Zeitalter des Web 2.0 diskutiert.

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Guter, fundierter Lokaljournalismus ist Teil unserer Demokratie. Gute Journalisten kritisieren und werden kritisiert, sie mischen sich ein und machen politische Prozesse und Debatten greifbar. Welche Rolle spielt Lokaljournalismus in einer Gesellschaft? Was sind seine Themen? Vor welchen Aufgaben stehen die Lokalzeitungen? Wie nah sind sie dran am Leben der Bürger? Welche Bedeutung kommt dem Lokaljournalismus in einer Demokratie zu und ist seine Rolle gefährdet?

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Magazin für Lokaljournalisten

drehscheibe

Immer nah dran: Das Magazin drehscheibe unterstützt Lokalredaktionen mit Themen- und Konzeptideen bei der redaktionellen Arbeit. Ein wöchentlich erscheinender Newsletter, die Homepage www.drehscheibe.org mit einem umfangreichen Archiv und der Blog der Jugenddrehscheibe unter www.jugenddrehscheibe.de flankieren das beliebte Magazin. Die drehscheibe ist seit 1981 Teil des Lokaljournalistenprogramms der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

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Ein systematisches Regelwerk ethischer Standards für das Radio gab es im deutschen Sprachraum bisher nicht. Das Projektteam Hörfunk der bpb hat ein Radio-Guidebook entwickelt. Im Folgenden sind die Radio-Guidelines dokumentiert und als PDF-Dokument abrufbar.

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Vom 27. bis 29. November fand in Berlin die KinderMedienKonferenz 2013 der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb statt. Auf dem etablierten Treffen für Macherinnen und Macher von Kindermedienangeboten aller Formate diskutierten Medien, Wissenschaft und Politik über aktuelle Herausforderungen und Fragen der Branche. Der interaktive Reader enthält Beiträge über alle Podien und Gewinner des KinderMedienPreises 2013, jede Menge Videointerviews, interessante Links und Hintergrundtexte. Und das Beste daran: Er steht zum kostenlosen Download bereit!

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Acht junge Medienmacher haben crossmedial die Radio-Tagung der Bundeszentrale für Politische Bildung in Tutzing begleitet. Sie haben unter Anleitung von Daniel Fiene und Dennis Horn von "Was mit Medien" getwittert und geblogt, fotografiert und gefilmt, geschrieben und interviewt. Dabei ist eine umfangreiche Dokumentation im Netz entstanden.

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