Ausgabe September 2003

Ein Informationsservice der Clearingstelle Fundraising im Fachbereich Grundsatz der bpb

2.10.2003
Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Akquisos setzt mit dieser Ausgabe zwei neue Akzente: zum einen sollen in Zukunft verstärkt Initiativen und Organisationen mit ihren Projekten und Formen der Drittmittelfinanzierung durch Interviews mit den beteiligten Personen vorgestellt werden, zum anderen werden regelmäßig Regionen, die sich in dem Bundesprogramm "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" engagieren, präsentiert.

Und natürlich sind wir auch weiterhin an Ihren Anregungen, Projekten und best-practice-Beispielen interessiert.

Ich wünsche eine kurzweilige Lektüre.

Ihre

Petra Grüne

Inhalt

1. Aktuelles
  • 1.1 Fazit des 1. Deutschen FreiwilligenTags in Köln
  • 1.2 Interview mit Anne Stalfort vom Verein MitOst
    2.Tipps & Termine
  • 2.1 Aktuelle Fortbildungen und Publikationen
  • 2.2 Mehr über den Aktionstag Bürgerstiftungen
    3. Förderungen & Ausschreibungen
  • 3.1 Ausschreibung: Aktiv für Demokratie und Toleranz
  • 3.2 Programm: Jugend – Cross border-Cooperation
  • 3.3 Aufruf an die Schulen: Europäischer Wettbewerb
    4. Projektbörse
  • Ökomedia-Festival 2003 sucht noch Sponsoren
    5. Best-practice-Beispiel
  • Pilotprojekt: Lernende Regionen – Förderung von Netzwerken


    1. Aktuelles

    1.1 FreiwilligenTag in Köln vom 12.-13. September 2003

    Im Rahmen des bundesweiten 1. Freiwilligentages am 12. und 13. September 2003 speziell für Unternehmen engagierten sich 15 Kölner Firmen und Institutionen mit 177 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für das Gemeinwesen.

    Unter dem Motto "Gemeinsam. Für Köln." wurden die zwei Aktionstage von der Kölner Freiwilligen Agentur e.V. und ihren ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen organisiert. So fanden zahlreiche Aktionen in sozialen und kulturellen Einrichtungen statt. Mitarbeiter/innen aus Unternehmen wie der Deutschen Telekom AG und den Ford-Werken haben zum Beispiel Klassenräume angestrichen, einen Ausflug für Kinder eines Kinderheimes organisiert oder ein Bewerbungstraining für jugendliche Flüchtlinge durchgeführt. An den beiden Tagen stellten die 15 Unternehmen samt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur ihre körperliche Arbeitskraft gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung, sondern die Einrichtungen konnten auch von dem jeweiligen Fachwissen profitieren und erhielten Impulse für ihre tägliche Arbeit. Der Freiwilligentag wurde von Kölns Oberbürgermeister Schramma als Schirmherr unterstützt. Er zeigte sich, wie alle Teilnehmer, sehr zufrieden mit dem Konzept und dessen Ergebnissen. Schramma befand, dass der 1. Kölner FreiwilligenTag ein guter Beweis für einen neuen Trend der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung durch gemeinnütziges Engagement von Unternehmen war. Auf seine Frage nach einer Fortsetzung konnte ihm die Kölner Freiwilligen Agentur bereits den Termin für den 2. FreiwilligenTag, der im September 2004 stattfinden wird, nennen.

    Nähere Informationen zum FreiwilligenTag finden Sie unter: »www.koeln-freiwillig.de«.

    1.2 Interview mit Anne Stalfort vom Verein MitOst

    Akquisos ist verstärkt an der gezielten Präsentation von Vereinen, Stiftungen, NRO und Organisationen im Bildungs- und Kultursektor interessiert, die neue Wege bei der Mittelbeschaffung gehen und/oder innovative Netzwerkstrukturen aufweisen. Für diese Ausgabe haben wir ein Interview mit Anne Stalfort, der Geschäftsführerin von MitOst e.V., geführt.

    Akquisos:
    MitOst ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1996 im Bereich der Völkerverständigung und Bildung insbesondere für ehrenamtliche Kulturprojekte in Mittel- und Osteuropa engagiert. Wie drückt sich dieses Engagement aus, und vor allem, wie wird es finanziert?

    Stalfort:
    MitOst mit seinen mehr als 800 Mitgliedern in über 20 Ländern entwickelt, initiiert und vernetzt ehrenamtliche, grenzübergreifende Graswurzel-Projekte. Den Anstoß zur Gründung des Vereins gaben Stipendiaten der Robert Bosch Stiftung. Als offener Alumniverein bietet MitOst aber weit über den Kreis der Bosch-Stipendiaten hinaus ein Forum für Informationsaustausch und Projektzusammenarbeit.

    Die Finanzierung wird durch eine langjährige operative Partnerschaft mit der Robert Bosch Stiftung und die projektbezogene Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Institutionen gesichert, außerdem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

    Akquisos:
    Vielen kleineren Vereinen und NRO fällt es vor allem in Zeiten immer knapperer Mittel sehr schwer, noch Gelder für ihre Projektarbeit zu bekommen. Wie sieht die Lage bei vergleichbaren Organisationen in den Ländern Mittel- und Osteuropas aus? Welche Wege werden dort beschritten?

    Stalfort:
    NRO in Mittel- und Osteuropa stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie ihre westlichen Partner, allerdings unter verschärften Bedingungen. Wo alle Bemühungen in die Mittelakquise für zeitlich begrenzte Projekte investiert werden, fehlen die Ressourcen für den Aufbau tragfähiger professioneller Strukturen. Lösungsansätze können internationale Kooperationen bieten, verbunden mit Schulung und Austausch über Organisationsentwicklung und Fundraising. NRO-freundliche gesetzliche Bestimmungen bereiten den Boden für die Entwicklung unabhängiger Institutionen. Verstärkte öffentliche Resonanz und ein positives Image zivilgesellschaftlicher Initiativen fördern auf lange Sicht den Aufbau einer Spendenkultur in den einzelnen Ländern.

    Akquisos:
    Vom 11.-16. November 2003 findet das Internationale MitOst-Festival in Pécs/Ungarn statt – wie gehen Sie z.B. bei diesem Projekt vor, um es zu finanzieren?

    Stalfort:
    Ziel des Festivals ist die Förderung ehrenamtlichen Engagements für kulturelle Ost-West-Verbindungen durch gezielte öffentliche Präsentation erfolgreicher Projekte. Das jährlich in verschiedenen Städten Mittel- und Osteuropas stattfindende Festival soll durch seine Außenwirkung einen großen Kreis von Interessierten erreichen, die ihrerseits als Teilnehmer/innen oder Initiatoren von Folgeprojekten ermuntert, vernetzt und gefördert werden. Bei der Finanzierung setzt MitOst auf seine seit Jahren bewährte Mischung ehrenamtlicher Organisation, Zusammenarbeit mit vielen Partnern vor Ort und Eigenbeteiligung der Festivalteilnehmer. Die so auf ein Mindestmaß gesenkten Kosten lassen sich bei Förderanträgen gut kommunizieren, da beim MitOst-Festival nicht fünf Sterne und vier Gänge anfallen, sondern lediglich Minimalbeträge für ein intensives Arbeitstreffen junger Menschen.

    Akquisos:
    Berät MitOst auch gezielt über Fundraisingstrategien, und wenn ja, welche Empfehlungen können Sie kleineren Organisationen geben?

    Stalfort:
    Die Erfahrungen von sieben Jahren ehrenamtlicher Projektarbeit hat MitOst im kürzlich erschienenen "Europa machen! Praxishandbuch für ehrenamtliche Projekte und Initiativen" gebündelt. Öffentlichkeitsarbeit und Mittelakquise sind dort ebenso Thema wie Kostenkalkulation und Abrechnung. Regelmäßige Projektwerkstätten, zum Beispiel auf dem MitOst-Festival, sorgen dafür, dass Erfahrungen weitergegeben und erfolgreiche Finanzstrategien entwickelt werden. Alle am Fundraising Beteiligten müssen zunächst vom eigenen Projekt überzeugt sein, bevor sie andere überzeugen können. Es geht nicht darum, einfach nur Geld zu beschaffen, sondern es geht um den Aufbau langfristiger, vertrauensvoller Beziehungen zu Partnern und Förderern. Selbstreflexion über das eigene Spendenverhalten und eine positive persönliche Einstellung zum Fundraising gehören dazu.

    Mehr über MitOst und seine Projekte, Aktivitäten und Ausschreibungen unter:»www.mitost.de«.

    2. Tipps & Termine

    2.1 Fortbildung: Akademie für Ehrenamtlichkeit

    Mit einer breiten Palette an Veranstaltungsformen richtet sich die Akademie für Ehrenamtlichkeit sowohl an Ehrenamtliche als auch an Hauptamtliche. Um einen regen Austausch zwischen den Teilnehmer/innen zu gewährleisten, finden die Veranstaltungen in kleinen Gruppen (8-18) statt. Alle Teilnehmer/innen erhalten Arbeitsmaterialien sowie Teilnahmebestätigungen bzw. Zertifikate. Das Angebot besteht aus Ausbildungsgängen, Workshops und Seminaren, Praxisberatung und Fachtagungen und bietet damit einen vielfältigen Nutzen vom Erwerb neuer Kenntnisse bis zum Knüpfen von Kontakten. Die Akademie wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplanes gefördert.

    Weitere Informationen sind erhältlich unter:
    Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland im Förderverein für Jugend und Sozialarbeit
    Thomas Kegel, Leiter
    Gubener Str. 47
    10243 Berlin
    Tel. 030 / 275 49 38
    Fax 030 / 279 01 26

    E-Mail: akademie@ehrenamt.de



    Publikation: Timothy L. Seiler: Developing Your Case for Support

    Planung ist eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren im Fundraising. Daher ist es notwendig zu wissen, welche Punkte dabei berücksichtigt werden müssen. Seiler, Direktor an der renommierten Fund Raising School der Indiana University, hat ein Arbeitsbuch vorgelegt, das den Case for support in den Vordergrund der Planung rückt. Hierbei handelt es sich um die Erarbeitung einer schlüssigen Begründung, warum eine Organisation ein gesellschaftliches Bedürfnis befriedigt. Der Case for support wird dadurch zur Grundlage der Argumentation im Fundraising.

    Das Buch ist praxisnah geschrieben und enthält diverse Beispiele und Checklisten, die einen guten Nachvollzug der Argumentation bieten. Es regt zudem an, die einzelnen Vorschläge auf die eigene Organisation anzuwenden.

    Excellence in Fundraising Workbooks Series
    Taschenbuch - 224 Seiten
    John Wiley, Chichester, ISBN: 0787952451, Preis ca. 27 EUR

    Publikation: Rolf Eschenbach und Christian Horak (Hg.): Führung der Nonprofit-Organisation. Verlag Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2003

    Der Herausgeberband von Eschenbach und Horak liefert einen praktischen Ansatz und enthält umfassende Informationen und Handreichungen. Zusätzlich zu den zentralen Problemfeldern im Management von Non-Profit-Organisationen werden Lösungshinweise, Checklisten und Handlungsempfehlungen gegeben. Somit ist dieses Handbuch eine sinnvolle Unterstützung für Personen, die mit dem Management einer Organisation betraut sind. Neben Überblicken über verschiedene Themen des Fundraisings wird auch das Thema Online-Fundraising, das zusehends an Bedeutung gewinnt, beleuchtet.

    Seminar: Sponsoringkonzepte entwickeln und beurteilen - geeignete Partner gewinnen

    Das Seminar der Beratungsgesellschaft für Marketing und Kommunikation (BMK) zeigt auf, wie Konzepte für erfolgreiche Partnerschaften entwickelt und realisiert werden. Die professionelle Umsetzung der Phasen Planung, Bewertung, Akquisition und Abwicklung wird - auch anhand zahlreicher Praxisbeispiele - von Referent Roland Bischof dargestellt.

    Zu den Schwerpunktthemen zählen die verschiedenen Formen des Sponsorings und seine Sonderformen, die Erstellung des Sponsoringkonzeptes bis hin zur Sponsoreneinbindung und das richtige Know-how für die Umsetzung. Der Seminar-Termin ist der 13.11.2003, München (Arabella Sheraton Westpark).

    Detaillierte Informationen erhalten Sie unter »www.bmk-seminare.de/sponsoring.html«



    2.2 Aktionstag Bürgerstiftungen

    Mit einem bundesweiten Aktionstag am 1. Oktober 2003 will der Bundesverband Deutscher Stiftungen(»www.stiftungen.org«) die weitere Verbreitung der noch relativ jungen Institution Bürgerstiftung unterstützen. Er wird aus diesem Anlass auch zum ersten Mal eigene Gütesiegel an Bürgerstiftungen verleihen, die entsprechende Qualitätskriterien aufweisen.

    Weitere Informationen:
    Katrin Sachs
    c/o Initiative Bürgerstiftungen E-Mail: Katrin.Sachs@buergerstiftungen.de
    Internet: »www.buergerstiftungen.de«

    3. Förderungen & Ausschreibungen

    3.1 Ausschreibung: "Aktiv für Demokratie und Toleranz"

    Der Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" des Bündnisses für Demokratie und Toleranz wird auch in diesem Jahr durchgeführt. Ziel ist es, vorbildliche zivilgesellschaftliche Aktivitäten auszuzeichnen. Die für den Wettbewerb vorgeschlagenen Aktionen können aus allen gesellschaftlichen Bereichen stammen und sollen alltägliche Praxisbeispiele, die zum Beispiel das selbstverständliche Zusammenleben von Personen verschiedener Kulturen fördern und zur Integration von Minderheiten führen, darstellen. Berücksichtigt werden zudem Aktivitäten, die zur Gewaltprävention beitragen und die die Verbreitung antidemokratischen, insbesondere rechtsextremistischen Denkens einschränken.

    Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2003. Die bisherigen Preisträger und nähere Informationen zum Wettbewerb sind erhältlich unter:
    Tel.: 030 / 23 63 40 81 E-Mail: buendnis@bundeshaus.de
    Internet: »http://www.buendnis-toleranz.de«



    3.2 Cross border - Cooperation

    Das EU-Aktionsprogramm JUGEND fördert in den Grenzregionen internationale Jugendprojekte mit den Beitrittsländern. Die finanzielle Unterstützung der Partner aus den Mitgliedsländern und den Beitrittsländern erfolgt über die nationalen Agenturen der jeweiligen Länder und grundsätzlich im Rahmen der Richtlinien des EU-Aktionsprogramms JUGEND. Unter dem Motto der "Grenz übergreifenden Zusammenarbeit im Jugendbereich" werden ab sofort und noch bis 2006 Jugendbegegnungen, Europäischer Freiwilligendienst, Jugendinitiativen (Netzwerkprojekte) und unterstützende Maßnahmen gefördert. Projekte von Organisationen, Einrichtungen und Gruppen in Deutschland können im Rahmen der Cross border - Cooperation mit Partnern aus den jeweils dazu genannten Regionen in Polen und/oder Tschechien prioritär unterstützt werden. Projektanträge zur Cross border - Cooperation können bereits seit dem 01.11.2002 bei JUGEND für Europa und weiterhin zu den ansonsten für das Programm gültigen Antragsterminen und auf den normalen Antragsformularen gestellt werden.

    Die genauen Regionen, sowie die Förderungsvoraussetzungen sind unter »www.webforum-jugend.de« zu finden.



    3.3 Europäischer Wettbewerb

    Der Europäische Wettbewerb des Zentrums für Europäische Bildung fordert Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zu intensiver Auseinandersetzung mit dem Prozess der europäischen Integration auf und trägt zur Behandlung europäischer Themen und Fragestellungen im Unterricht bei. Er wird derzeit themen- und zeitgleich in 32 europäischen Ländern durchgeführt. Der Europarat, die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Europäische Kulturstiftung haben die Schirmherrschaft gemeinsam übernommen. Schirmherr in Deutschland ist der Bundespräsident. Der Wettbewerb wird begleitend zum Schuljahr jährlich in einer bildnerischen und einer schriftlichen Sparte ausgeschrieben. Die Themen, die zur Bearbeitung ausgeschrieben werden, sind auf ein Motto bezogen und bieten in Inhalt und Arbeitsform die Möglichkeit zur Einordnung in den Unterricht. Sie vermitteln direkt oder indirekt die europäische Dimension im politischen, kulturellen und sozialen Bereich. Teilnahmeberechtigt sind Schüler/innen aller Schularten und Jahrgangsstufen aus allen Bundesländern im Alter zwischen 6 und 21 Jahren. Es locken Preise im Gesamtwert von 110.000 € pro Wettbewerbsrunde und eine Preisverleihung auf lokaler, regionaler und Landesebene.

    Einsendeschluss ist der 15.02.2004.
    Detaillierte Informationen sind unter »www.europaeischer-wettbewerb.de«. Das Anmeldeformular kann unter »www.europaeischer-wettbewerb.de/download/wettbewerb_2004.zip« abgerufen werden.

    4. Projektbörse

    Ökomedia-Festival 2003 sucht noch Sponsoren.

    Das Ökomedia Institut e.V. leistet seit 1984 eine Medienarbeit, die Umweltbewusstsein und ökologisches Handeln in Bildung, Kultur und Wissenschaft fördert. Fester Bestandteil der Arbeit ist das Internationale Umwelt Film Festival ÖKOMEDIA, dessen Schirmherr der Freiburger Oberbürgermeister Dr. Rolf Böhme ist. Die "ÖKOMEDIA" findet in jedem Jahr im Oktober statt. Dieses Jahr wird das Festival zum 20. Mal begangen (30. Oktober bis 2. November 2003). Die "Ökomedia" zeigt Filme, die das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge und Themen sensibilisieren und/oder unmittelbar zu verändertem Umweltverhalten beitragen sollen. Das Festival ist das renommierteste und älteste seiner Art und präsentiert jeweils eine Auswahl von ungefähr 50 internationalen Filmen sowie ein Kinder- und Jugendprogramm, Workshops, Lesungen und Podiumsdiskussionen. Eine unabhängige, internationale Jury vergibt acht, erst zum Teil dotierte Film-Preise. Anlässlich des 20. Geburtstages soll in diesem Jahr eine Retrospektive prominenter Umweltfilme sowie eine Jubiläumsfeier stattfinden.

    Ökomedia hat vielfältige Erfahrungen in der Durchführung umweltpolitischer und kultureller Veranstaltungen auf nationaler und internationaler Ebene sowie in der Projektarbeit (z.B. Aufbau von Umweltvideotheken in den GUS-Ländern im Rahmen des TACIS Programms der EU). Für seine vielschichtige Arbeit sucht Ökomedia noch Sponsoren, die beispielsweise einen Preis für das Filmfestival stiften, in die internationale Arbeit mit einsteigen oder als Partner des Festivals eingebunden werden können. Es werden verschiedene Gegenleistungen angeboten (u.a. Werbepartnerschaft, Maßnahmen zur Förderung des Umweltbewusstseins in den Unternehmungen und/oder Betrieben des Sponsors, etc.)

    Kontakt:
    Ökomedia Institut e.V.
    Günther Kinstler
    Nussmannstr. 14
    79098 Freiburg
    E-Mail: g.kinstler@oekomedia-institut.de
    Internet: »www.oekomedia-institut.de«



    5. Best practice-Beispiel

    In den vergangenen Ausgaben stellte Akquisos an dieser Stelle immer vorbildhafte Beispiele für Bildungssponsoring oder neue und interessante Konstellationen im Bereich Private-Public-Partnership vor, von denen Organisationen, Schulen, Vereine etc. profitieren und/oder Anregungen beziehen können. Wir wollen diese Rubrik erweitern und stellen abwechselnd Beispiele für Formen und Methoden Lebenslangen Lernens in Netzwerken vor.

    In diesem Kontext hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein neues Programm aufgelegt: "Lernende Regionen - Förderung von Netzwerken" - ein zukunftsweisendes Programm mit Beteiligung aller Länder und der Europäischen Union. Mit diesem Programm wird ein Lebenslanges Lernen vor Ort im jeweiligen Lebens- und Arbeitsumfeld unterstützt, um einer selbst gesteuerten Weiterentwicklung, die der schnelle gesellschaftliche Wandel unserer Zeit fordert, eines jeden Einzelnen gerecht zu werden. Mit der Förderung werden die verschiedenen Bildungsanbieter vom Kindergarten über die Jugend- und Erwachsenenbildung bis hin zum Seniorenkurs vernetzt und neu strukturiert. Damit wird die Infrastruktur des Lernens verbessert und die Grundlage für ein zukunftsweisendes Bildungssystem gelegt. Unternehmen arbeiten hier mit Schulen und Bildungsträgern Hand in Hand, um beispielsweise Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Schule zu Ausbildung und Arbeit zu erleichtern. Für die Förderung von Fachkräften werden diverse Weiterbildungsmaßnahmen zusammengestellt. Der Zugang zum Lernen soll generell jedem erleichtert und ermöglicht werden. Das BMBF fördert im Programm "Lernende Regionen – Förderung von Netzwerken" bundesweit 74 Netzwerke. Dafür stehen bis 2007 rund 116 Millionen Euro, davon 51 Millionen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, bereit.

    Unter »www.lernende-regionen.info« können detaillierte Informationen zum Programm abgerufen werden.

    Praxis-Beispiel: Lernnetzwerk Drei-Länder-Eck
    Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein

    Das Lernnetzwerk Drei-Länder-Eck räumt dem Lernen durch teilnehmendes Beobachten, ein auf kulturwissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Vorgehen, und dem Lernen und Erleben durch praktisches Erfahren in seinem Programm eine besondere Stellung ein. Wichtig sind zudem die Umsetzung des Gender Mainstreaming als sozialem Innovationsansatz zur Erhöhung der Geschlechtersensibilität in Politik und Gesellschaft sowie die Sicherstellung von Nachhaltigkeit des Bildungsangebots in der Region. Das Lernnetzwerk soll sich bis zum Ende der jetzigen Durchführungsphase im Jahr 2006 so weit entwickelt haben, dass es einen dauerhaften Bildungsverbund im südlichen Holstein und seinen angrenzenden Regionen bildet. Der Bereich von interkultureller Bildung und Arbeit wird in einer neuen eigenständigen Bildungs- und Forschungseinrichtung - dem Zentrum für interkulturelle Bildung und Arbeit (ZIB) e.V. - zusammengeführt.

    Es konzentriert sich in seiner Arbeit auf die drei Schwerpunkte interkulturelle Bildung und Arbeit als Zukunftsaufgabe (Handlungsfeld 1), Lernen und Arbeiten für benachteiligte Personen zur Verbesserung ihrer Chancen am Arbeitsmarkt (Handlungsfeld 2) und Einrichtung der "Innovationswerkstatt Drei-Länder-Eck". Die Handlungsfelder 1 und 2 sollen unter dem Aspekt der effizienten und nachhaltigen Umsetzung vorhandene Defizite in der Region ausgleichen sowie Antworten auf zukünftige Herausforderungen im Grenzbereich zwischen Bildung und Arbeit geben. Zwischen beiden Feldern bestehen enge inhaltliche Verknüpfungen. Interkulturelles Lernen steht hier im Vordergrund. Aus diesem Grund werden Lernarrangements entwickelt, die den unterschiedlichen Lernzielen der Lernenden gerecht werden (interkulturelles Lernen für Schüler bis hin zu Führungskräften). Die Zielgruppe der benachteiligten Menschen benötigt besondere Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote, die auf spezielle Lernarrangements aufgebaut sind und dabei nicht nur das individuelle Lernvermögen berücksichtigen, sondern auch Angebote für die Änderung von Lernverhalten und die eigene Einstellung zum Lernen bereit halten. Die "Innovationswerkstatt" soll schließlich als Impulsgeber wirken, so dass insgesamt ein ganzheitlich wirkendes Integrationskonzept für einen zukunftsweisenden regionalen Bildungsverbund entsteht.

    Wenn Sie mehr über das Netzwerk erfahren möchten, nehmen Sie bitte Kontakt auf zu: Albrecht Iwersen (Netzwerkmanager, Dr. rer.pol. Dipl.Volkswirt)
    über: BQS
    Industriestraße 19
    23843 Bad Oldesloe
    Tel.: 04531 / 181549
    Fax.: 04531 / 181523
    E-Mail: iwersen@bqs.de
    Internet: »www.drei-laender-eck.net«



    Impressum

    Herausgeber:
    Bundeszentrale für politische Bildung
    Fachbereich Grundsatz
    Petra Grüne (V.i.S.d.P.)

    Redaktion:
    apex Kultur- und Bildungsmanagement
    Anja Ostermann & Katja Kieselstein
    E-Mails an die Redaktion: info@apex-management.de