30 Jahre Mauerfall Mehr erfahren
Menschen auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor am 10.11.1989.

3.6.2014 | Von:
Alexander Kraus
Christoph Lorke

Vor dem Aufbruch. 1988 als vergessenes Jahr

Dass Kaiser Franz Joseph seine Hühneraugen schmerzen, Alma Mahler das gemeinsame Kind mit Oskar Kokoschka abtreibt, Erzherzog Franz Ferdinand, vom höfischen Leben ausgeschlossen, sich zum Spielen mit seiner Modelleisenbahn zurückzieht, Franz Kafkas Heiratsantrag an Felice Bauer zu einem Fiasko gerät, zwischen Sigmund Freud und Carl Gustav Jung ein Gelehrtenstreit par excellence ausbricht oder sich Robert Musil einmal vor seiner Frau schlafen legt und sodann zum liebenden Beobachter wird; ja wer, wann, wo, mit wem urlaubt oder gar das Bett teilt, sich Drogen hingibt oder in Eifersucht vergräbt – all das macht für Florian Illies den "Sommer des Jahrhunderts" aus.[1] "1913" war der belletristische Coup des vergangenen Jahres. Mit seinem biografisch, persönlich-individuell angelegten Buch gelang Illies ganz offenbar eine Epochendiagnose der anderen Art. Um die Dynamik und Abruptheit, das zeitgenössische Sich-in-Sicherheit-Wiegen aufzuzeigen, entfaltete er in fast schon lapidarer Querschnitthaftigkeit die Ruhe vor dem Sturm, der im Sommer "danach" jäh einsetzen sollte. Gerade die Unwissenheit ob des Kommenden, die Illies sichtbar macht, vermeintlich Wichtiges wie Unwichtiges aus dem Leben prominenter Zeitgenossen anekdotisch aneinanderreihend und im Stakkato vorgetragen, war es, die das Buch über das zuvor weitgehend unbeachtete Jahr zu einem Publikumserfolg avancieren ließ.

Jene Unwissenheit ist es, die 1913 mit 1988 verbindet. Beide stehen im Schatten der ihnen folgenden Jahre, die von Geschichtsschreibung sowie Erinnerungskultur wenig überraschend ungleich stärker beachtet werden. Die Ereignisse von 1989 bringen die des Jahres "vor dem Aufbruch" fast zum Verschwinden, überlagern sie, färben sie ein. Denn kaum einmal werden sie nicht vom Ende her gedacht. Wer jedoch innehält, vermag Besonderheiten, Wechselwirkungen und Wirkmechanismen im deutsch-deutschen Kräftefeld auszumachen. An die Stelle eines Narrativs, das die DDR als hoffnungslose Alternative zur Bundesrepublik zeigt, tritt eines, das die relative Stabilisierung der Beziehungen beider deutscher Staaten betont.

Für eine solche Geschichtsschreibung reicht es allerdings kaum aus, allein das Who’s who der kulturellen Avantgarde und der politischen Entscheidungsträger in den Blick zu nehmen. An ihre Seite müssten Alltagsphänomene treten, kleine Schlaglichter auf private Sorgen, Herausforderungen und individuelle Glücksmomente ebenso geworfen werden, wie Glanzpunkte gezeigt, die zwar in keinem Jahresrückblick fehlen, die Weltgeschichte indes kaum merklich veränderten. Das Jahr 1988 müsste, wie es der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht nach dem prognostizierten Verblassen der "großen Erzählungen" für das Jahr 1926 erarbeitet hat, aus sich selbst heraus gedacht werden, als "unmittelbare und sinnlich spürbare Illusion".[2] Diese Überlegungen sind auf das Engste mit den vielfältigen konzeptionellen Herausforderungen einer deutsch-deutschen Teilungsgeschichte verbunden, welche die Geschichtswissenschaften seit Jahrzehnten umtreiben.

Gemeinsames und Trennendes

1988 legte der Bielefelder Zeitgeschichtsprofessor Christoph Kleßmann den zweiten Teil seiner deutsch-deutschen Beziehungsgeschichte vor. Sechs Jahre nach seinem Werk zur "doppelten Staatsgründung", [3] in dem er das erste Nachkriegsjahrzehnt in den Blick genommen hatte, wendete er sich nun den Jahren bis 1970 zu, beleuchtete innen- wie außenpolitische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen beider deutscher Staaten. Aufschlussreich für das bundesdeutsche Denken der Zweistaatlichkeit im Jahr 1988 ist das Vorwort des Buches, das in der Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung vom Direktorium der Behörde verfasst wurde: Kleßmanns Ausführungen ermöglichten dem Leser "besser (zu) begreifen, woher wir kommen, was wir sind und wie wir unsere gemeinsame Zukunft gestalten wollen".[4] Die Entwicklung eigener Identitäten, das Auseinanderdriften der beiden Staaten wurde ebenso akzentuiert, wie die künftige Ausgestaltung des Nebeneinanders. Doch diese "gemeinsame Zukunft" stellten sich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches wohl nur die kühnsten Träumer als eine wiedervereinigte vor. Mit der Teilung hatten sich die meisten Zeitgenossen hüben wie drüben abgefunden. Davon zeugt auch das ebenfalls 1988 veröffentlichte "Handbuch zur deutsch-deutschen Wirklichkeit", das auf über 800 Seiten Stichworte von A wie "Aberglaube" bis Z wie "Zynismus" versammelte und sich als "Ethnologie der Deutschen" verstand. In dieser Fortsetzung des "Kulturpolitischen Wörterbuches" von 1983 wurde in vergleichender Perspektive verfolgt, wie weit "die Unterschiede im Bewußtsein, im Selbstverständnis, in der Lebenswirklichkeit" lagen, um der Frage nachzugehen, ob sich nach über vierzig Jahren deutscher Teilung bereits zwei deutsche Kulturen herausgebildet haben und wie es hier wie dort um die nationale Identität bestellt sei.[5]

Zementierung und Verstetigung der Trennung – so ließe sich der Eindruck zum deutsch-deutschen Verhältnis kurz vor der "Implosion" der DDR im Herbst 1989 wohl am ehesten zusammenfassen. Schon der Staatsbesuch Erich Honeckers 1987 in Bonn als symbolischer Höhepunkt der Zweistaatlichkeit,[6] die Verständigung auf 18 innerdeutsche Städtepartnerschaften allein im Jahr 1988[7] oder die im März getroffene Vereinbarung über einen Gebietsaustausch, um die durch den Bau der Berliner Mauer entstandenen Ex- und Enklaven zu beseitigen, wiesen doch neben einer weiteren Normalisierung der zwischenstaatlichen Beziehungen eher auf eine Stabilisierung des Status quo der Teilung hin, denn auf einen sich anbahnenden allumfassenden Wandel.[8] Als Erich Honecker schließlich am 2. Dezember 1988 auf einer Tagung des Zentralkomitees der SED vehement die sowjetische Reformpolitik ablehnte und noch im Januar 1989 erklärte, die Mauer werde noch 50 oder 100 Jahre bestehen bleiben,[9] wurde der Befund des Eingerichtet-Seins von politisch oberster Stelle nur noch weiter bekräftigt. Ein Ende des Systems erschien in jenem Jahr als undenkbar, galt die DDR doch neben der Volksrepublik Bulgarien als stabilster kommunistischer Staat. Ausrufe wie "Wahnsinn" nur wenige Monate später – man schrieb den 9. November 1989 – drückten vor allem die Unfassbarkeit und Unverhofftheit der Ereignisse aus.[10]

Wie unter den größtenteils verblüfften Zeitgenossen stiftete das Eruptive von 1989 übrigens auch in der Geschichtswissenschaft allerhand Verwirrung, stellten die Ereignisse nicht nur unter den an langfristigen Prozessen interessierten Sozialhistorikerinnen und -historikern "etwas professionell Irritierendes" dar.[11] Schon bald nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung begab sich die Fachwissenschaft auf Erklärungssuche: Unter dem "Wortungetüm" einer "asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte" sollten die Prozesse von Abgrenzung und Verflechtung im geteilten Deutschland akzentuiert werden, um das Neben-, Gegen- und Miteinander besser zu verstehen.[12] Trotz verschiedener Einwände gegen diese von Christoph Kleßmann 1993 formulierte und seitdem vielzitierte Zielformel war die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer solchen Versuchsanordnung zwar nicht in Detailfragen, aber doch im Grundsatz unumstritten.

Eine produktive Erweiterung erfuhren Kleßmanns Ideen ein gutes Jahrzehnt später durch Konrad H. Jarausch. Eine "chronologisch sensible und inhaltlich plurale Sequenzperspektive" habe den Reiz, die ostdeutsche Teilgeschichte nicht a priori geringzuschätzen und gängige Großdeutungen zu reproduzieren, die der "Erfolgsgeschichte" Bundesrepublik vereinfachend eine gescheiterte Gegenerzählung gegenüberstellt. Gerade systematische, inhaltlich klar definierte Teilkapitel könnten dabei helfen, fuhr der Potsdamer Zeithistoriker fort, insbesondere die 1980er Jahre nicht teleologisch zu deuten, sondern zunächst als offene Konstellation "zwischen endgültiger Verfestigung und schleichender Überwindung der Zweistaatlichkeit".[13] Zudem hat sich in der Zwischenzeit die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich bestimmte Untersuchungsfelder besser, andere weniger gut für einen systematischen Vergleich zwischen Demokratie und Diktatur eignen: Sprach Hans Günter Hockerts noch von der Notwendigkeit, "integrierende Perspektiven und Synthesekerne" zu definieren,[14] so nannte der frühere Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin Horst Möller vor allem die Untersuchung gemeinsamer Wertvorstellungen und gesellschaftlicher Maxime als Gebiete, deren Vergleich sich lohne.[15]

Andere Historiker machten sozial-, kultur- und alltagsgeschichtliche Phänomene als potenziell ebenso fruchtbare Themen aus, wie die Wahrnehmungen des jeweiligen Gegenübers. Verzichte die Forschung dabei auf eine Überbetonung systemvergleichender politischer Faktoren, so Andreas Wirsching, ließe sich ein prinzipieller historiografischer Grundkonsens zusammenfassen. Dann gelänge es, "den gemeinsamen Erfahrungsraum (zu) vermessen"[16] und eine ausgewogene, west- wie ostdeutsche Erinnerungsformen gleichermaßen berücksichtigende deutsch-deutsche Teilungsgeschichte zu erzählen. Als Ergebnis der intellektuellen Auseinandersetzung mit der doppelten Nachkriegsgeschichte sind bis heute eine Reihe von Sammelbänden erschienen, die sich dem deutsch-deutschen Verhältnis aus unterschiedlichen Blickwinkeln zuwenden, dabei jedoch weniger die Ereignisse und Alltagsphänomene innerhalb beider deutscher Staaten im Jahr vor 1989 fokussieren, als vielmehr die "klassischen" Zäsuren und langen Linien.[17]

Vor dem "annus mirabilis"

Gerade weil 1988 ein oft übersehenes Jahr ist, es weder wie 1964 als Ausgangsjahr der "68er-Revolution" charakterisiert werden kann,[18] noch sich in ihm wie 1979 "zahlreiche Ereignisse von globaler Bedeutung" verdichteten,[19] es aber auch nicht "das gefährlichste Jahr des Kalten Krieges" war,[20] bietet es sich an, seine Ereignishaftigkeit einmal fernab langer Linien synchron und schnappschusshaft zu veranschaulichen – dies auch, um dabei bewusst die historiografisch und erinnerungskulturell etablierten und auf den Fluchtpunkt 1989 hinauslaufenden Narrative zu kontrastieren.

Die Beschreibungen jenes annus mirabilis [21] sind oftmals sehr dicht, schließlich ist die nachträglich zugeschriebene, explosionsartige Geschwindigkeit der Entwicklungen retrospektiv ungleich besser nachvollziehbar. Allerdings suggeriert ein solches Erzählen nicht selten eine gewisse Zwangsläufigkeit der Entwicklungen.[22] Keine Frage: Vieles spitzte sich tatsächlich erst 1989 zu – auch und gerade im internationalen Kontext. So wurde beispielsweise das Abschlussdokument der Wiener Folgekonferenz der KSZE im Januar verabschiedet, während das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Ungarns erste Lockerungen beschloss und im folgenden Monat die Verhandlungen am "Runden Tisch" in Polen begannen. In der DDR – und natürlich nicht nur dort – gärte es jedoch bereits lange vor dem Herbst: Das Vertrauen in die reformunfähige, gerontokratische Führungsriege schwand – selbst in den Reihen der SED[23] – bei gleichzeitigem Anstieg der Unzufriedenheit mit dem politischen System. Noch nie zuvor hatten so viele Menschen in der DDR einen Ausreiseantrag gestellt wie 1988 (113.000). Angesichts fehlender demokratischer Freiheiten, des steten Ausbaus des Überwachungssystems, der maroden Infrastruktur, der ökonomischen Misere und der anhaltenden Versorgungsschwierigkeiten resignierte ein Großteil der Bevölkerung, zumal der eigene Lebensstandard entgegen aller Verheißungen deutlich hinter dem der Bundesrepublik zurückblieb. Die Entwicklungen in der Friedensbewegung lassen 1988 eine Verdichtung des gesellschaftlichen Unmutes erahnen.[24] Ab Februar 1988 tagte die Ökumenische Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung unter dem Dach der Kirchen; im Juni forderte der Theologe Friedrich Schorlemmer auf dem Evangelischen Kirchentag in "20 Wittenberger Thesen" eine grundlegende Demokratisierung der DDR. Im November wurde unter großem Protest die sowjetische Monatszeitschrift "Sputnik" verboten, die der DDR-Führung zu systemkritisch war.[25] Doch waren dies aus Sicht des "gewöhnlichen" Ostdeutschen bereits Menetekel für ein Ende des Regimes?

Auf der anderen Seite befand sich die Bundesrepublik im Jahr vor dem Mauerfall in einem "fundamentalen gesellschaftlich-kulturellen Veränderungsprozess",[26] zu dem eine verstärkte Individualisierung, ein Wandel der Geschlechterverhältnisse und Freizeitmuster ebenso zu zählen sind, wie die Liberalisierung sexueller Normen, eine spürbare Internationalisierung, aber auch eine fortschreitende Massenmedialisierung und beginnende Digitalisierung. Zugleich erlebte Westdeutschland 1988 mit 3,4 Prozent sein größtes Wirtschaftswachstum seit 1979, ging das Kabinett Kohl III zwar zuversichtlich in sein zweites Jahr, doch standen auch weiterhin immense Herausforderungen auf dem tagespolitischen Tapet, die das Ende des "Booms" politisch, sozial und ökonomisch hinterlassen hatte: Immer noch waren über zwei Millionen Menschen arbeitslos, was einer Quote von knapp unter neun Prozent entsprach, und die Ausgaben für Sozialhilfe erreichten mit gut 21 Milliarden DM einen neuen Höchststand. Angesichts dieser Problemlage schien die DDR insgesamt, "sofern nicht familiäre Bindungen bestanden, aus dem Gesichtskreis der Westdeutschen weitestgehend verschwunden".[27] Aber war das tatsächlich so? Blenden wir dafür zurück ins Jahr 1988.[28]

Fußnoten

1.
Vgl. Florian Illies, 1913. Der Sommer des Jahrhunderts, Frankfurt/M. 20139, Auszüge auch in: APuZ, (2013) 12, http://www.bpb.de/apuz/156345« (Anm. d. Red.).
2.
Hans Ulrich Gumbrecht, 1926. Ein Jahr am Rand der Zeit, Frankfurt/M. 2003, S. 8.
3.
Christoph Kleßmann, Die doppelte Staatsgründung: Deutsche Geschichte 1945–1955, Göttingen 1982.
4.
Franklin Schultheiß et al., Vorwort, in: Christoph Kleßmann, Zwei Staaten, eine Nation. Deutsche Geschichte 1955–1970, Bonn 1988, S. 9f., hier: S. 10.
5.
Bernd Weyergraf, Vorwort, in: Wolfgang R. Langenbucher et al. (Hrsg.), Handbuch zur deutsch-deutschen Wirklichkeit, Stuttgart 1988, S. 9.
6.
Vgl. Dierk Hoffmann, Honecker in Bonn. Deutsch-deutsche Spitzentreffen 1947–1990, in: Udo Wengst/Hermann Wentker (Hrsg.), Das doppelte Deutschland. 40 Jahre Systemkonkurrenz, Berlin 2008, S. 333–356.
7.
Insgesamt gab es bis Ende 1988 über 40 deutsch-deutsche Städtepartnerschaften. Vgl. Gilbert Gornig, Die innerdeutschen Städtepartnerschaften, in: Mari Haendcke-Hoppe/Erika Lieser-Triebnigg (Hrsg.), 40 Jahre innerdeutsche Beziehungen, Berlin 1990, S. 153–178, hier: S. 153.
8.
Vgl. Peter Bender, Deutschlands Wiederkehr. Eine ungeteilte Nachkriegsgeschichte 1945–1990, Bonn 2008.
9.
Vgl. Erich Honecker, DDR leistet konstruktiven Beitrag zum Frieden, in: Neues Deutschland vom 20.1.1989, S. 1.
10.
Vgl. Zbigniew Brzezinski, Das gescheiterte Experiment. Der Untergang des kommunistischen Systems, Wien 1989; Karsten Timmer, Vom Aufbruch zum Umbruch. Die Bürgerbewegung in der DDR 1989, Göttingen 2000; Sebastian Richter, Norm und Eigensinn. Die Selbstlegitimation politischen Protests in der DDR 1985–1989, Berlin 2007.
11.
Jürgen Kocka, Überraschung und Erklärung. Was die Umbrüche von 1989/90 für die Gesellschaftsgeschichte bedeuten könnten, in: Manfred Hettling (Hrsg.), Was ist Gesellschaftsgeschichte?, München 1991, S. 11–21, hier: S. 11.
12.
Vgl. Christoph Kleßmann, Verflechtung und Abgrenzung, in: APuZ, (1993) 29–30, S. 30–41; ders., Konturen einer integrierten Nachkriegsgeschichte, in: APuZ, (2005) 18–19, S. 3–11; ders., Spaltung und Verflechtung, in: ders./Peter Lautzas (Hrsg.), Teilung und Integration. Die doppelte deutsche Nachkriegsgeschichte als wissenschaftliches und didaktisches Problem, Bonn 2006, S. 20–37, hier: S. 34.
13.
Konrad H. Jarausch, "Die Teile als Ganzes erkennen." Zur Integration der beiden deutschen Nachkriegsgeschichten, in: Zeithistorische Forschungen, 1 (2004) 1, S. 1–15, http://www.zeithistorische-forschungen.de/site/40208146/default.aspx« (2.5.2014).
14.
Hans Günter Hockerts (Hrsg.), Koordinaten deutscher Geschichte in der Epoche des Ost-West-Konflikts, München 2004, S. IX.
15.
Horst Möller, Demokratie und Diktatur, in: APuZ, (2007) 3, S. 3–7; Wertvorstellungen betonend: Konrad H. Jarausch, Die Umkehr. Deutsche Wandlungen 1945–1995, München 2004.
16.
Andreas Wirsching, Für eine pragmatische Zeitgeschichtsforschung, in: APuZ, (2007) 3, S. 13–18, hier: S. 18; ähnlich Hermann Wentker, Zwischen Abgrenzung und Verflechtung, in: APuZ, (2005) 1–2, S. 10–17; Thomas Großbölting, Geteilter Himmel: Wahrnehmungsgeschichte der Zweistaatlichkeit, in: APuZ, (2012) 1–3, S. 15–21.
17.
Vgl. U. Wengst/H. Wentker (Anm. 6); Tobias Hochscherf et al. (Hrsg.), Divided, But Not Disconnected, New York–Oxford 2010; Detlev Brunner et al., Asymmetrisch verflochten? Neue Forschungen zur gesamtdeutschen Nachkriegsgeschichte, Berlin 2013; Andreas H. Apelt et al. (Hrsg.), 2 × Deutschland, Halle 2013. Für 1988 vgl. Christoph Wunnicke, Wandel, Stagnation, Aufbruch. Ost-Berlin im Jahr 1988, Berlin 2008, S. 26–29.
18.
Robert Lorenz/Franz Walter (Hrsg.), 1964? Das Jahr, mit dem "68" begann, Bielefeld 2014.
19.
Frank Bösch, Umbrüche in die Gegenwart. Globale Ereignisse und Krisenreaktionen um 1979, in: Zeithistorische Forschungen, 9 (2012) 1, http://www.zeithistorische-forschungen.de/16126041-Boesch-1-2012« (2.5.2014).
20.
Georg Schild, 1983. Das gefährlichste Jahr des Kalten Krieges, Paderborn 2013.
21.
So etwa Konrad H. Jarausch, Der Umbruch 1989/90, in: Martin Sabrow (Hrsg.), Erinnerungsorte der DDR, München 2009, S. 342–351, hier: S. 350.
22.
Vgl. Klaus-Dietmar Henke, 1989, in: ders. (Hrsg.), Revolution und Wiedervereinigung 1989/90. Als in Deutschland die Realität die Phantasie überholte, München 2009, S. 11–45.
23.
Vgl. Landolf Scherzer, Der Erste. Protokoll einer Begegnung, Rudolstadt 1988.
24.
Vgl. Stefan Wolle, Die heile Welt der Diktatur, Bonn 19992, S. 297–303.
25.
Vgl. als Überblick: Ilko-Sascha Kowalczuk, Endspiel: Die Revolution von 1989 in der DDR, München 20092; Erhart Neubert, Unsere Revolution, München 20092; Frank Joestel, Die DDR im Blick der Stasi 1988, Göttingen 2010.
26.
Andraes Rödder, Deutschland einig Vaterland, Bonn 2010, S. 32.
27.
A. Wirsching (Anm. 16), S. 13.
28.
Die folgenden Ausführungen basieren auf den Ergebnissen unserer im Wintersemester 2013/14 an der Universität Münster abgehaltenen Übung "1988. Ein Jahr am Rande der Zeit", deren Ergebnisse voraussichtlich in diesem Jahr in Buchform erscheinen werden.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Alexander Kraus, Christoph Lorke für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 DE und der Autoren/-innen teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Illustration, die Kathrin und Ereignisse rund um den Mauerfall 1989 zeigt.
Messenger-Projekt

Der Mauerfall und ich

Es ist Leipzig im Spätsommer des Jahres 1989. Die Studentin Kathrin und ihre Freundinnen und Freunde erleben eine Zeit des Umbruchs in der DDR. Im November fällt die Mauer und damit die Grenze, die Deutschland und die Deutschen viele Jahrzehnte trennte. Was Kathrin erlebt, erzählt sie im bpb-Messengerprojekt "Der Mauerfall und ich".

Mehr lesen

Publikationen zum Thema

Coverbild APuZ-Edition: Umbruchzeiten.

APuZ-Edition: Umbruchzeiten

Die APuZ-Edition versammelt zwölf Texte, die zwischen 1987 und 1990 in der Zeitschrift "Aus Politik...

Herbst ´89 in der DDR

Herbst ´89 in der DDR

Kaum ein Ereignis in der deutschen Nachkriegs-geschichte hat so viele Emotionen ausgelöst wie der "...

Teaserbild_TB_Nr83_Deutsche Einheit

Meilensteine der Deutschen Einheit

Der Weg vom Fall der Mauer 1989 bis zur Deutschen Einheit 1990 erscheint im Nachhinein wie eine zwan...

Zum Shop

Dossier

Deutsche Teilung - Deutsche Einheit

13. August 1961: In den frühen Morgenstunden beginnt der Bau der Mauer, die Deutsche Teilung wird zementiert. Am Abend des 9. November 1989 kommt es zum Mauerfall. Bald 30 Jahre danach ist Deutschland in vielem noch immer ein Land mit zwei Gesellschaften.

Mehr lesen

Dossier

Lange Wege der Deutschen Einheit

Schockartige Umwälzungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und persönlichen Lebensumständen: Welche Folgen brachte der Systemumbruch mit sich? Und wie verläuft seitdem der Einigungsprozess in Ost und West?

Mehr lesen

Publikation zum Thema

Coverbild APuZ - Jahresband 2013

APuZ - Jahresband 2014

Der APuZ-Jahresband 2014: Sämtliche Ausgaben der Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" aus dem Jahr 2014.Weiter...

Zum Shop