Urban farming in der Riverpark Farm im Alexandria Center in New York 2013.

11.11.2016 | Von:
Anne Seibring

Editorial

Die Entwicklung von ländlichen Regionen gestaltet sich sehr unterschiedlich, je nach Lage, Arbeitsmarkt und politischem und gesellschaftlichem Handeln. Hat in einigen Dörfern auch der letzte Lebensmittelladen geschlossen, der Landarzt sein Glück woanders gesucht und kommt – wenn überhaupt – nur noch ein Bus pro Tag, boomen andere Gegenden geradezu und wachsen an Einwohnern und Angeboten. Von "gleichwertigen Lebensverhältnissen" kann oft nicht mehr die Rede sein.

Die Angaben, wie viele Menschen in Deutschland auf dem Land leben, schwanken, da "Land" oder "ländlicher Raum" unterschiedlich definiert werden können. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung fasst den städtischen Raum als Gesamtheit aller kreisfreien Großstädte und städtischen Kreise; den ländlichen Raum bilden demnach alle ländlichen Kreise. 2014 lag der Anteil der ländlichen Bevölkerung bei knapp 32 Prozent (etwa 25,6 Millionen Menschen), der Flächenanteil bei fast 68 Prozent. Sinkende Einwohnerzahlen verzeichnet der ländliche Raum insgesamt seit Jahren, wobei der Rückgang im Osten prozentual höher ist als im Westen.

Auch wenn der Trend zur (Re-)Urbanisierung anhält, ist angesichts der teilweise nicht bezahlbaren Miet- und Eigentumspreise in bestimmten Städten ein Umzug aufs Land (wieder) eine Option. Doch nicht nur aus finanziellen Erwägungen heraus erscheint ein ländliches Leben vielen Menschen als attraktiv. Die "Landlust" hat um sich gegriffen, Großstädter ziehen auf der Suche nach dem "guten Leben" raus, um ihre Vorstellungen von "Ländlichkeit" zu verwirklichen, oder holen das Rurale in Form von urban gardening oder urban farming in die Stadt. So verschwimmen die Grenzen zwischen "städtisch" und "ländlich".

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Autor: Anne Seibring für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de
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