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26.5.2002 | Von:
Karin Schulze Buschoff

Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten in der Bundesrepublik Deutschland

Ausmaß, Bewertung und Präferenzen

In den vergangenen Jahren durchliefen hierzulande die Arbeitszeiten eine besondere Entwicklung. Diese war geprägt durch zwei Trends mit weit reichenden wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Folgen.

Einleitung

"Flexibilisierung" ist sicherlich eines der beliebtesten Schlagwörter politischer und insbesondere arbeitsmarktpolitischer Kontroversen unserer Zeit. Der Begriff der "Flexibilisierung" ist in der Rhetorik heutiger Debatten positiv besetzt. Wer oder was in welcher Form "flexibel" sein soll, bleibt dabei allerdings allzu oft unpräzise. Vor ungefähr 30 Jahren kam vor dem Hintergrund der Kritik am "Produktivismus" die Forderung nach mehr Flexibilität auf, sie zielte auf ein größeres Maß an Freiheit und Zeitsouveränität der Arbeitnehmer [1] . Neben die "Flexibilisierung für die Arbeitnehmer" trat später die "Flexibilisierung der Arbeitnehmer", in der Bedeutung eng verwandt mit dem Begriff der "Deregulierung" [2] .


Der folgende Text soll dazu beitragen, Begriff, Formen, Folgen und Ausmaß der Flexibilisierung zu präzisieren. Dabei konzentriere ich mich auf die Flexibilisierung, die sich auf die Arbeitssphäre, genauer: auf die Arbeitszeit bezieht.

Fußnoten

1.
Der Beitrag basiert auf Forschungsarbeiten, die im Rahmen der Mitarbeit an der Querschnittsgruppe "Arbeit und Ökologie" im Hans-Böckler-Stiftungs-Verbundprojekt am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) entstanden sind. 1 Vgl. Hans Georg Zilian, Flexibilisierung: Eine Lösung, die zum Problem wird?, in: ders/Jörg Flecker (Hrsg.), Flexibilisierung - Problem oder Lösung?, Berlin 1998, S. 9-29. Zum Beginn der "Zeitsouveränität" siehe Erläuterungen im letzten Abschnitt (Resümee).
2.
Vgl. ebd., S. 10.