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Franz Fühmann

Ein deutsches Dichterleben in zwei Diktaturen


26.5.2002
Franz Fühmann zählt zu den bekannten Autoren der DDR. Nach seiner Rückkehr aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft gelingt ihm in den fünfziger Jahren eine beispiellose Karriere als Autor und Politiker.

Einleitung



Franz Fühmanns Lebensweg ist gekennzeichnet von großen Hoffnungen, schweren Enttäuschungen und bitteren Krisen. Dem Betrachter eröffnen sich Gegensätze radikaler und tief greifender als bei vielen seiner Zeitgenossen, die wie er in den zwanziger Jahren geboren werden, in die Fänge des Nationalsozialismus, später des Kommunismus geraten und ihre Prägungen durch die beiden deutschen Diktaturen in unserem Jahrhundert erfahren. Wandlungen erschüttern sein Leben. Sie sind Ausdruck der totalitären Versuchungen dieses Jahrhunderts. Wandlung kennzeichnet gleichermaßen seine weltanschauliche Haltung. Dazu zählen sein Ausbruch aus vertrauten Milieus, seine zunächst tiefe religiöse Bindung an den christlichen Glauben, seine Kehrtwendung zu einem radikalen Atheismus, dann ein in der Endphase seines Lebens sich erneut zeigendes wachsendes Interesse an religiösen Motiven und Stoffen, das einer Suche nach Gott gleichkommt.