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26.5.2002 | Von:
Christian Hacke

Die weltpolitische Rolle der USA nach dem 11. September 2001

Der Terrorangriff vom 11. September 2001 wird die Außenpolitik der USA und die internationale Politik auf Jahre bestimmen. Die USA haben seitdem eine globale Antiterrorismuskoalition aufgebaut.

I. Einleitung

Der Terrorangriff vom 11. September 2001 wird die Außenpolitik der USA und die internationale Politik voraussichtlich noch auf Jahre bestimmen. Präsident Bush hat ihn als "War on America" - als Krieg gegen Amerika - bezeichnet, und Bundeskanzler Schröder hat beispielhaft für die Verbündeten und Freunde der USA sofort "uneingeschränkte Solidarität" zugesagt. Damit ist der Terrorismus zur zentralen Herausforderung geworden. Diese Anschläge richten sich gegen die USA als die wirtschaftliche, militärische und zivilisatorische Weltmacht, aber es hätte auch Frankfurt, Paris oder London treffen können; in Paris wurde ein Terroranschlag gerade noch in letzter Sekunde verhindert. Folglich kann man den 11. September durchaus als das "Pearl Harbor der industriellen Zivilisation" [1] bezeichnen.

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  • Konsequenterweise stellte die NATO zum ersten Mal in ihrer Geschichte fest, dass dieser Terrorangriff einem Angriff auf alle Verbündeten gleichkomme und den Bündnisfall mit der Beistandspflicht nach Art. 5 des Nato-Vertrages nach sich ziehe. Beistandspflicht und Verteidigungsrechte wurden auch vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bestätigt: "Der Sicherheitsrat, entschlossen, die Bedrohung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit durch terroristische Gewalttaten mit allen Mitteln zu bekämpfen, ruft alle Staaten auf, dringend zusammenzuarbeiten, um die Täter, Drahtzieher und Förderer dieser terroristischen Anschläge vor Gericht zu bringen und diejenigen, die den Tätern, Drahtziehern und Förderern helfen, sie unterstützen, ihnen Zuflucht gewähren, zur Rechenschaft zu ziehen ... Der Sicherheitsrat bekundet seine Bereitschaft, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die terroristischen Anschläge vom 11. September 2001 zu beantworten und jede Form von Terrorismus in Übereinstimmung mit seinen Verantwortlichkeiten nach der Charta der Vereinten Nationen zu bekämpfen." [2]

    Was sind die möglichen Folgen für die USA und die internationale Staatenwelt? Zeigt sich lediglich rascher Wandel, oder gibt es auch Zeichen von Kontinuität?

    Fußnoten

    1.
    Michael Stürmer, Zeitenwende, in: Die Welt vom 12. September 2001, S. 8.
    2.
    So die UN-Resolution vom 12. September 2001.