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26.5.2002 | Von:
Paul B. Baltes

Das Zeitalter des permanent unfertigen Menschen: Lebenslanges Lernen nonstop?

Zu den gegenwärtigen Zeitläufen zählen etwa das massive Altern der Bevölkerung oder die Entstehung neuer Entwicklungsstufen im hohen Alter. Sie haben sich zu einer neuen Qualität verdichtet.

I. Vorbemerkungen

Wenn man Wohlstand, Lebenserwartung und Bildungsbeteiligung als Kriterien nimmt, war das letzte Jahrhundert für die industrialisierte Welt eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Man denke nur an die Zunahme der Lebenserwartung von durchschnittlich etwa 45 Jahren um 1900 auf mehr als 75 Jahre in der Gegenwart. Gerade in der heutigen Zeit eines zuweilen als fantastisch anmutenden Glaubens an die Rolle der Genetik ist es mehr als trivial, wenn man hervorhebt, dass diese Fortschritte nicht etwa durch eine Veränderung im menschlichen Genom erzielt wurden. In den letzten Jahrtausenden und sicherlich im 20. Jahrhundert lagen die Quellen des Fortschritts vor allem in gesellschaftlichen Faktoren. Die im menschlichen Genom angelegte enorme Plastizität als grundlegendes Entwicklungspotenzial nutzend, waren es kulturbasierte technologische, medizinische, ökonomische, politische und psychosoziale Lern- und Transferprozesse, die dies ermöglichten. [1]

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  • Gesellschaftlicher Wandel ist aber nicht nur Fortschritt. Der Entwicklungs- und Gesellschaftsforscher unterscheidet deshalb sorgfältig zwischen Veränderungen per se und der Bewertung von Veränderung. Selbst das Erlernen des logischen Denkens in der Kindheit hat Nachteile. Je logischer das Denken von Kindern wird, umso schlechter werden sie bei Aufgaben, die keine logisch eindeutige Lösung haben.

    Jede Veränderung, so sagen die meisten Theorien der menschlichen Entwicklung, birgt in sich eine mehrdimensionale und deshalb mehrkriteriale Gewinn-Verlust-Bilanzierung. Die Berechnung des Nutzens und der Kosten von Veränderungen ist zudem inhärent unsicher und von zeitlichen wie kontextuellen Bedingungen abhängig, genauso wie dies auf die evolutionäre Entwicklung der Lebewesen zutrifft. Auch diese Prozesse waren nie a priori vorher oder für ewige Zeiten fixierbar. Biologisch-genetische Evolution war immer ein Geschehen, in dem der Lebens- und Überlebenswert der genetischen Veränderung a posteriori und in einem komplexen und sich stets verändernden Zusammenspiel von Anlage und Umwelt zum Tragen kam.

    II. Über die Gewinn- und Verlustbilanzierung des Älterwerdens

    Auch die Gewinn-Verlust-Bilanzierung der Errungenschaften der letzten Jahrhunderte wie etwa die längere Lebenserwartung steht noch aus. Es überrascht deshalb nicht, dass wir Unsicherheit verspüren, wenn wir die Langzeitkonsequenzen des 20. Jahrhunderts und seiner monumentalen Veränderungen besser verstehen wollen. Eine aus dem mittelalterlichen Spanien stammende Sentenz über die Mehrdeutigkeit eines Phänomens bringt dies auf einen wohl allzu extremen, aber doch heuristisch wertvollen Brennpunkt: "Alle Dinge erscheinen gut und sind gut, und erscheinen schlecht und sind schlecht, und erscheinen gut und sind schlecht, und erscheinen schlecht und sind gut", schrieb Juan Manuel im 14. Jahrhundert. Wenn auch die meisten wohl eine weniger radikal-pluralistische Sichtweise bevorzugen, so hilft diese doch, die Denkflexibilität zu gewinnen, um den Raum des Möglichen offen zu legen.

    Gerade die im letzten Jahrhundert so massiv angestiegene Lebenserwartung ist auf objektiver und subjektiver Ebene nicht nur eine Erfolgsgeschichte. Dies erkennt man schon daran, dass wir zwar alle alt werden, aber ganz und gar nicht alt sein wollen. [2] Länger leben birgt nämlich in sich auch neue Herausforderungen, welche die Grenzen des im Lebensverlauf Möglichen austesten.

    Immer Neues gibt es zu lernen, immer mehr wird immer schneller obsolet. Um die Größe dieses neuen Lebensszenarios zu erspüren, muss man sich nur vorstellen, dass man heute nach dem Ende des üblichen Bildungsganges im Durchschnitt noch etwa 60 Lebensjahre vor sich hat, und dies in einer sich rapide verändernden Wissenswelt und mit einem Körper, der keineswegs für diese neue Ewigkeit des Lebens geschneidert ist.

    III. Vom Lernen fürs Leben zu lebenslangem Lernen

    Eine wortkluge Erfindung über die Rolle des Lernens im Leben gibt uns zwar das Gefühl, die Situation zumindest begrifflich erfasst zu haben. Aus dem Bildungsschlagwort "Lernen fürs Leben" wurde das Schlagwort des "lebenslangen Lernens".

    Wie mit dem Begriff der Entwicklung schon seit Jahrhunderten im Allgemeinen [3] , so wird heute mit der Idee vom lebenslangen Lernen eine neue Utopie definiert. Sie verspricht uns bis ins hohe Alter Entwicklungschancen und Lebenselixier. Dieses Versprechen steht allerdings nicht nur auf starken Füßen. Erinnert sei nur an die seit der Antike etwa von Bildungsphilosophen immer wieder diskutierte Frage der Entzweiung von Körper und Geist im Verlauf des Lebens. [4] Und ganz in diesem Sinne sät auch unsere Alltagserfahrung Zweifel. Auf die Idee vom lebenslangen Lernen angesprochen, berichten Personen von einem zwiespältigen Gefühl: von Befreiung und Bedrohung.

    Die moderne Lebensverlaufs- und Alternsforschung unterfüttert diesen erlebten Zwiespalt mit wissenschaftlicher Evidenz. [5] Einerseits hat die Gerontologie über das "junge" Alter, das so genannte dritte Lebensalter, Gutes zu berichten. 60- und 70-Jährige sind mental fitter und lernfähiger, ihr Gesundheitszustand ist objektiv und subjektiv besser, als allgemein angenommen wird. Es gibt wissenschaftliche Befunde, die darauf hindeuten, dass wir insgesamt in den letzten 25 Jahren körperlich und mental fitter geworden sind. Die heutigen 70-Jährigen sind in ihrem Funktionsstatus eher mit den damaligen 65-Jährigen vergleichbar.

    Andererseits gibt es theoretische und empirische Gründe dafür, weshalb sich dieser Fortschritt nicht so ohne weiteres auf das höhere Alter ausdehnen lässt. [6] In der Tat, die große Unbekannte der Zukunft ist das hohe Alter. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass die steigende Lebenserwartung nicht nur die 60- und 70-Jährigen betrifft. Sie trifft auch auf die Hochbetagten zu, die 80-, 90- und 100-Jährigen. In Europa beispielsweise leben die heutigen 80-Jährigen etwa drei bis vier Jahre länger, nachdem sie 80 geworden sind, als die 80-Jährigen vor 25 Jahren, und auch die verbleibende Lebenserwartung der 100-Jährigen erhöhte sich während dieser Zeit deutlich. [7]

    Erst in den letzten Jahren hat sich die Wissenschaft den Hochbetagten zugewandt. Die Ergebnisse dieser Forschungen sind weniger optimistisch als die über das junge Alter, das dritte Lebensalter. Befunde über das so genannte vierte Lebensalter jenseits der 80 zeigen deutlichere Funktionsverluste und vor allem auch geringeres Potenzial für Verbesserung - nicht nur für Personen, die an Demenz leiden. Ähnliche Befunde gibt es für andere Funktionsbereiche wie etwa das subjektive Wohlbefinden (siehe Abbildung 1).

    Das fortgeschrittene Alter jenseits der 80 wird für den Durchschnittsmenschen zunehmend zu einer Belastung: emotional, geistig und körperlich. Es gibt zwar eine große Bandbreite und die berühmten Ausnahmen, aber der Durchschnittstrend in Richtung auf eine im hohen Alter zunehmende Dysfunktionalität und geringere Beeinflussbarkeit des Alternsvorganges ist eindeutig. [8]

    IV. Das Zeitalter der permanten Unfertigkeit des Menschen: Die wesentlichen Faktoren

    Die gesellschaftliche Utopie einer lebenslangen Entwicklung und der Ruf nach lebenslangem Lernen nonstop hören sich also gut an, sind aber bisher mehr Wunsch als Realität. An sich war doch das frühere Gefühl, im fertigen "Sein" des Erwachsenenalters zu leben, ganz angenehm. Nun soll dieser Seinsstatus keine Berechtigung mehr haben? Soll der Mensch sich dies wirklich antun, sich lebenslänglich als unfertig zu erleben? Lebenslänglich gefangen im Entwicklungsexpress ohne Ende?

    Sicherlich ist die Einsicht in die permanente Unfertigkeit und die hieraus entstehende mangelnde Geborgenheit des Menschen nicht neu. Sie war auch in der Vergangenheit ein Kennzeichen jeglichen kulturellen Fortschritts. Ich erinnere nur an Arnold Gehlens Konzeption vom Menschen als "biologisches Mängelwesen" und dessen produktive Kompensation durch Kultur.

    Was verleiht der objektiven und subjektiven Unfertigkeit des Menschen im 21. Jahrhundert eine neue Qualität? Die Hauptursachen liegen in einem Ensemble von Faktoren. Keiner davon ist neu. Neu ist deren Intensivierung, Häufung und Macht im Alltag. Wegen dieser wechselseitigen Verquickung kann man von einem neuen Jahrhundertgefühl der permanenten Unfertigkeit sprechen; einem Jahrhundert, in dem die Vollendung der menschlichen Lebensentwicklung immer schwieriger sein wird. Alt ist nicht alt, die hohen Alter haben es in sich.

    1. Über die Alter des Alters: Das radikal unfertige vierte Lebensalter



    Wie schon erwähnt, ist der erste die Unfertigkeit des Menschen massiv beschleunigende Faktor das Älterwerden der Bevölkerung. Das Alter ist die radikalste Form des Mängelwesens Mensch. [9] Im Folgenden greife ich diesen Punkt auf, erweitere ihn aber auch, um auf die besondere Lage und die Schwierigkeiten des hohen Alters und seiner künftigen Optimierung hinzuweisen.

    Länger zu leben ist in der Tat auf den ersten Blick wünschenswert. Dass sich aber hierbei, gerade wenn es auf die 90 und 100 zugeht, eine immer größer werdende Kluft zwischen Gewinnen und Verlusten des längeren Lebens auftut, kann man schon daran erkennen, dass fast 50 Prozent der über 90-Jährigen an der einen oder anderen Form von Demenz leiden. Aber auch andere psychische Kapazitäten wie die Schnelligkeit und Güte des Lernens neuer Dinge oder die Fähigkeit, seine Emotionen zu regulieren und lebenszufrieden zu sein, werden deutlich geringer.

    "Wer das Alter preist, hat ihm noch nicht ins Gesicht gesehen", schreibt der Philosoph Norberto Bobbio. [10] Nach ihrem Wunschalter gefragt, sagen Berliner 90-Jährige, dass sie am liebsten so um die 65 geblieben wären (siehe Abbildung 2). [11]

    Aber können diese Nachteile des hohen Alters nicht genauso gut mit sozialen, psychologischen, ökonomischen und medizinisch-technologischen Stützsystemen angegangen werden, wie dies auf das junge Alter zutrifft? Wahrscheinlich nicht. Die biologische "Natur" steht der Verzauberung des hohen Alters durch Kultur im Wege.

    Dass das Alter die radikalste Form der Unfertigkeit ist, liegt vor allem daran, dass die evolutionär gewachsene Biologie keine Freundin des Alters ist. Das Kerngeschäft der Evolution war die Reproduktionsfähigkeit im Erwachsenenalter und nicht die Optimierung des darauf folgenden Alterns. Unter anderem, weil es früher so wenige alte Menschen gab, war das, was später im Leben geschah, während der Evolution weitgehend selektionsneutral. [12]

    Man könnte sicherlich vereinfacht sagen, dass das Alter von der evolutionär gewachsenen Biologie nicht nur allein gelassen wurde, sondern vor allem als Abladeplatz für den biologischen Müll der ersten Lebenshälfte diente. Und da es sich beim biologischen Altwerden um ein hoch komplexes Zusammenspiel vieler Gene und Gen-Expressionen handelt, ist es höchst unwahrscheinlich, dass es hierfür eine gentechnologische Lösung geben wird.

    Wie in den rechten Teilen von Abbildung 3 dargestellt, gibt es noch weitere Gründe, warum das Alter und das Altern als unvollendete Architektur der Humanontogenes bezeichnet werden kann (vgl. Anm. 5). Die menschliche Ontogenese konnte nämlich vor allem dadurch ein immer höheres Niveau an Funktionstüchigkeit erreichen, dass gleichzeitig eine Weiterentwicklung und Ausbreitung der Kultur und damit zusammenhängender Opportunitätsstrukturen stattfanden. Und wenn sich die menschliche Ontogenese immer weiter auf spätere Lebensalter ausdehnen soll, werden weitere gesellschaftlich-kulturelle Kräfte und Ressourcen dafür benötigt werden; und dies umso mehr als es mit dem Alter zunehmender kompensatorischer Faktoren bedarf, um den Verlust im biologischen Potenzial des Alters auszugleichen.

    Der rechte Teil von Abbildung 3 verdeutlicht die Schwierigkeit, das hohe Alter in der Zukunft so zu optimieren, wie dies auf das junge Alter zutraf. Wegen der weiteren Abnahme des biologischen Potenzials im hohen Alter reduziert sich die Wirkkraft oder Effektivität kultureller Faktoren und Ressourcen. In einer gewissen Weise exemplifiziert dieses Prinzip das Dilemma der modernen Zeit. Gutes Altern hat einen Mehrbedarf an Kultur, aber deren Wirkkraft zeigt einen Altersverlust. Diese reduzierte Wirkkraft kann am Beispiel des Lernens verdeutlicht werden. Mit zunehmendem Alter braucht man immer mehr Zeit, Übung und kognitive Unterstützung, um denselben Lernerfolg zu erreichen, vor allem, wenn es um das Erlernen neuer Dinge geht. Dasselbe gilt für die Plastizität auf neurobiologischer Ebene.

    Die biologisch-genetische Architektur des hohen Alters ist also in einem sehr fundamentalen und robusten Sinn unfertig. [13] Sie ist keineswegs mit der schönen Unvollendetheit vergleichbar, die man einer Schubert'schen Symphonie zugestehen mag. Die Bedeutung dieser in der Evolution angelegten Unfertigkeit des Alters wird umso größer, je länger wir leben und je schneller der gesellschaftliche Wandel sich vollzieht.

    2. Schneller gesellschaftlicher Wandel und frühe Obsoleszenz



    Damit ist eine zweite Perspektive angedeutet, die das Umfeld des Themas lebenslanges Lernen bestimmt. Der zweite Faktor einer in der Gegenwart zu beobachtenden objektiven und subjektiven Zunahme in der Unfertigkeit des Menschen sind die atemraubende Schnelligkeit, die riesige Spannweite und die Unvorhersagbarkeit gesellschaftlicher Wandlungsprozesse - am deutlichsten zu erkennen an den so genannten Halbwerts- und Entwertungszeiten beruflicher Qualifikationen. Man denke nur an die Computerwelt. Aber auch die Halbwertszeiten von Lebensformen des Alltags scheinen sich zu verkürzen. Eine der Konsequenzen ist der Verlust an Prestige und Sicherheit im Erwachsenenalter.

    Und weil die grundlegende Lernfähigkeit für das Neue im hohen Alter in Quantität und Qualität so deutlich reduziert ist, fällt es auch der Kultur immer schwerer, diesen Nachteil durch verstärkten Einsatz gesellschaftlicher Bildungsressourcen zu kompensieren. Im hohen Alter wird die "Effizienz" kultureller Innovationen deutlich geringer. Eine der unabdingbaren Konsequenzen eines rapiden gesellschaftlichen Wandels ist also die lebenslaufbezogene Verstärkung des Prozesses der Obsoleszenz des einmal Gelernten. Je schneller der Zeittakt des Wandels, je umfassender, alltags- und berufsrelevanter die betroffenen Inhalte, umso größer die objektiv vorhandene und subjektiv erlebte Unfertigkeit.

    3. Die Ausdifferenzierung des Lebensverlaufs: Neue Lebensaufgaben des Alters  

    Der dritte die permanente Unfertigkeit verursachende Faktor ist die weitere Ausdifferenzierung des Lebensverlaufs. Mit dieser geht eine Weiterentwicklung der Aufgaben des Lebens einher, der "developmental tasks", wie dies der Amerikaner Havighurst vor nunmehr 50 Jahren nannte. In der Entwicklungspsychologie der Lebensspanne spricht man beispielsweise inzwischen bereits von fünf Etappen der zweiten Lebenshälfte: dem frühen, dem mittleren und dem späten Erwachsenenalter, gefolgt vom jungen (dem dritten) Alter und dem hohen, dem vierten Alter.

    Jede dieser Lebensetappen hat ihre eigenen herausfordernden Lebensaufgaben, die es zu meistern gilt. Vor 50 Jahren pensioniert zu werden war qualitativ etwas anderes als heute. Es waren deutlich weniger, die diese Lebensphase erreichten, und die Zeit im Ruhestand war damals kürzer, wie auch der normative gesellschaftliche Druck geringer war, aus dieser Lebensphase etwas Produktives zu machen. Der heutige Ruheständler ist damit konfrontiert, diese Lebensphase mit Sinn und Neuem anzufüllen. Auch im Ruhestand gilt es also, nicht nur zu sein, sondern auch weiterhin zu werden. Vor allem im Übergang zwischen diesen Etappen liegen Quellen der Unfertigkeit und neuer Sinnkrisen. Selbst vor und auf dem Sterbebett gilt es, sich adaptiv und lernfähig zu verhalten.

    4. Die Säkularisierung des Lebens



    Der vierte und oft auch in der Wissenschaft übersehene Faktor für das Anwachsen eines Zeitgefühls der permanenten Unfertigkeit scheint mir die Säkularisierung des Lebens zu sein.

    Der zunehmend praktizierte Verzicht auf die Möglichkeit, sich im Jenseits weiterzuentwickeln, ist ein Verlust an Gestaltbarkeit und emotionaler Regulationspotenz. Unfertigkeit im diesseitigen Leben ist das Endgültige. Hic Rhodus, hic salta!

    Es immer weniger möglich, unerledigte Handlungen und Entwicklungsmöglichkeiten durch eine Verschiebung in die Grauzone einer postirdischen Zukunft unter psychologische Kontrolle zu bringen. Ebenso scheint es mir weniger möglich, die Verantwortung für das Unerledigte und den Misserfolg außerhalb der eigenen Person etwa im Schicksal oder der göttlichen Vorsehung zu suchen.

    5. Globalisierung und Unfertigkeit



    Der fünfte die chronische Unfertigkeit des Menschen vorantreibende Faktor hängt mit der Globalisierung zusammen. Der Wettbewerb um den am besten entwickelten und leistungsfähigsten Menschen, um das beste Humankapital, ist zunehmend ein übernationaler geworden. Ein wichtiger Faktor bei der Bewertung des eigenen Lebenspotenzials ist, beispielsweise, mit wem man sich vergleicht, und die Zahl der potenziellen Konkurrenten.

    Zwar ist der globale Wettbewerb eine Chance für Innovation, er ist aber auch eine chronische Bedrohung des Selbstwertgefühls und der persönlichen Sicherheit. Die globale Ausweitung des sozialen Netzwerks und der Mitkonkurrenten im Beschäftigungssystem auf andere Länder schafft eine neue Wettbewerbssituation.

    V. Lebenslange Entwicklung: Institutionelle Bausteine

    Was bedeutet dieses, wie ich behaupte, sich intensivierende Jahrhundertgefühl der permanenten Unfertigkeit und die normative Setzung des Zieles vom lebenslangen Lernen für die Häuser unserer Bildung, für ihre Architektur und Inhalte, aber auch für andere gesellschaftliche Institutionen wie etwa die Struktur von Unternehmen oder berufliche Lebenskarrieren?

    Die permanente Lern-Gesellschaft des kommenden Jahrhunderts erfordert eine neue Strukturierung der Institutionen, und zwar nicht nur des Bildungssystems! Die Idee lebenslanger Entwick-lungsprozesse muss Dreh- und Angelpunkt sein. [14] Das alte, eindimensionale, auf Kontinuität ausgerichtete Lebensverlaufsbild der Schule-Arbeit-Familie-Ruhestand-Sequenz ist überholt. Die Lösung der Zukunft kann beispielsweise nicht nur darin bestehen, dem jetzigen Bildungverlauf mehr und mehr Jahre anzuhängen. Dynamische Parallelisierung statt Sequenzierung ist das Strukurmodell des Lebensverlaufs in der Zukunft.

    Es wird darauf ankommen, die Welt der Bildung, der Arbeit, der Familie sowie der Freizeit diesem neuen Masterplan des Lebens anzupassen. Jenseits wohlgesetzter Worte und neuer gesetzlicher Opportunitäten gibt es natürlich praktizierende Vorläufer dieser Entwicklung. Seit einigen Jahrzehnten beteiligen sich beispielsweise die großen amerikanischen Staatsuniversitäten an dieser Reformation. An der Pennsylvania State University etwa gab es schon vor 30 Jahren fast dreimal so viele Fortbildungsteilnehmer wie "reguläre" Jungstudenten.

    Diese auf berufliche Renaissance und beruflichen Neueinstieg ausgerichteten Hochschulaktivitäten waren auch einkommensträchtig. Die künftige Studentenpopulation sind Erwachsene aller Altersgruppen - nicht nur die 20- bis 30-Jährigen! Hier ist ein Beispiel, warum die Frage von Studiengebühren als Finanzierungsquelle für Hochschulen eine neue Bedeutung gewinnt. Nur das Erststudium wäre frei oder kostengünstig.

    Hochschulen, die sich auf Weiterbildung konzentrieren, oder solche für das dritte Alter, wie sie in verschiedenen europäischen Ländern auf den Weg gebracht wurden, sind ein weiteres Beispiel. Hinzu kommen Unternehmen, die ihre eigenen betrieblichen Universitäten einrichten.

    Der neue Lebensverlauf bedarf einer grundlegenden gesellschaftlichen Reform (siehe Abbildung 4). Bisher sind nämlich diese institutionellen Vorläufer von gesellschaftlichen Reformen nur Stückwerk und eher Ergänzungen im traditionellen System. Es bedarf einer massiveren Neuorientierung, um die Kernstücke eines differenzierten und wechselseitig abgestimmten institutionellen Systems zu schaffen, um lebenslange Entwicklung zu ermöglichen.

    Ein anderes Beispiel stammt aus dem Arbeitsmarkt. Eines der Paradoxe unserer Zeit ist das stetig sinkende Pensionsalter; und dies, obwohl wir mental und körperlich um die 60 fitter sind als frühere Generationen. In den G-7-Ländern hat sich mit Ausnahme von Japan während der letzten 25 Jahre das durchschnittliche Pensionsalter um vier bis fünf Jahre verringert. Aus meiner Sicht ist dies nicht nur eine Verschwendung von Humankapital. Das sinkende Pensionierungsalter ist auch das Symptom einer altersunfreundlichen Gesellschaftsstruktur. Ältere Erwachsene sind zwar physisch weniger stark und auch weniger fähig, Neues zu lernen. Ein Teil der beruflichen Tätigkeiten wird daher in der Tat von älteren Menschen weniger gut bewältigt. Ältere Menschen besitzen aber oft ein Plus an Lebenserfahrung und sozialer Intelligenz; und sie sind motiviert, diese Stärken in Berufe einzubringen, die ihren Kompetenzen und Interessenlagen entsprechen.

    Als Lebensverlaufsforscher bin ich davon überzeugt, dass der frühere Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt neben institutionellen und arbeitsplatzbezogenen Kompetenzgründen auch motivationale Ursachen hat. Viele ältere Arbeitnehmer erleben wahrscheinlich nicht nur einen Verlust ihrer arbeitsbezogenen Fähigkeiten oder ihrer Arbeitsstellen, sondern ebenso eine fehlende Passung zwischen ihrer arbeitsplatzbezogenen "Lebensstellung" und ihren altersspezifischen Kompetenzen und Interessen. Zum Älterwerden gehört nämlich meist auch eine Veränderung der Interessen und Kompetenzen.

    Künftig muss daher, um dem länger gewordenen Leben eine berufliche Chance zu geben, die Möglichkeit eines neuen Eintritts in den Arbeitsmarkt geschaffen werden. Das werden oft auch Positionen mit niedrigerem Status und geringerer Belastung sein. Teilzeitbeschäftigungen im Dienstleistungssektor gehören dazu. Dieser Umstieg ist aber gegenwärtig oft schwierig, weil berufliche Transformationen vor allem in derselben Firma "am Ort" stattfinden. Das Ziel einer altersangemessenen beruflichen Neuorientierung ist dabei leicht durch Statusverlust und arbeitsrechtliche Hindernisse verstellt. Berufliche Renaissance braucht oft eine neue Umgebung und soziale Anerkennung.

    Die Welt der Arbeit muss also so transformiert werden, dass es immer wieder neue Einstiegsmöglichkeiten gibt, und zwar in solche Berufe, die auf die besonderen Stärken und Schwächen des Älterwerdens abgestimmt sind; und auch darauf, dass es im Alter riesengroße Unterschiede in den Motivlagen des Einzelnen gibt. Ältere Personen unterscheiden sich eher mehr voneinander als jüngere. Es gibt viele Gesichter des Älterwerdens.

    Es überrascht daher nicht, wenn zunehmend er-kannt wird, dass eine Lebensstellung oder andere Formen von Arbeitsplatzgarantien zwar den Einzelnen ökonomisch absichern mögen, die damit verbundene Rigidität aber gleichzeitig die Idee vom lebenslangen Lernen verbaut. Folglich verwundert es auch nicht, wenn sich die neuen Teilzeit-Personalunternehmen auf diesen Markt der neuen und flexiblen Arbeit im Erwachsenenalter stürzen. Dieser Markt wird wachsen und notwendig sein, um das latente Potenzial der älteren Bevölkerung zu aktivieren, um es dem Einzelnen zu erleichtern, mit dem permanenten Gefühl der Unfertigkeit produktiv umzugehen, um älteren Menschen Chancen einer beruflichen Renaissance zu geben, die nicht durch frühere Lebensentscheidungen und langzeitig angelegte Karrieremuster bzw. arbeitsrechtliche Begrenzungen verstellt sind.

    VI. Lebenslange Entwicklung: Adaptive Ich-Plastizität als Schlüsselkompetenz

    Eines der Schlagworte der gegenwärtigen Bildungsdiskussion ist das der Schlüsselkompetenz. Damit meint man das Wissen und die Fertigkeiten, die langfristig und für die meisten Qualifikationsprofile bedeutsam sind. Lesen, Schreiben, Rechnen, logisches Denken gehören dazu; aber auch Computer Literacy.

    Lebenslanges Lernen nonstop und das Szenario des permanent unfertigen Menschen suggerieren allerdings auch eine andere Art von Schlüsselkompetenz, die weniger im intellektuellen Fertigkeitsbereich als vielmehr im emotionalen und motivationalen Bereich liegt. Es geht um die Eigen-schaften, die eine Person so ausstatten, dass sie sich als Dauerteilnehmer im Prozess des lebenslangen Lernens gut positionieren, dass sie die Unfertigkeiten kompensieren kann, die ihr durch die Unvollendetheit der biologisch-genetischen und gesellschaftlich-institutionellen Architektur des Lebensverlaufs mit auf den Lebensweg gegeben wurden.

    Der aus meiner Sicht wichtigste Eckpfeiler einer guten psychologischen Architektur lebenslanger Entwicklung und des produktiven Umgangs mit Unfertigkeit ist das, was ich als die Plastizität oder auch die adaptive Flexibilität des Ichs bezeichne. [15] Damit meine ich das Ausmaß, in dem Einzelne sich als veränderbar, als resistent, entwicklungsfähig und entwicklungswillig erleben. In der Sprache der Psychologie handelt es sich dabei um Eigenschaften wie Optimismus, positives Denken, Offenheit gegenüber dem Neuen, adaptive Selbstwirksamkeit und persönliche Handlungskontrolle. Wissenschaftlich ist jedes dieser Konzepte mit einem umfangreichen Forschungsfeld verknüpft. Es geht um mehr als Worte, es geht um wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse. So wissen wir aus der Forschung, dass jede dieser Eigenschaften und Fähigkeiten zu einem wesentlichen Teil erlern- und lebenslang erneuerbar ist. [16]

    Bislang gehören negative Altersstereotype, der erzwungene Ruhestand sowie das Fehlen von positiven Zielen und Rollen des Alters [17] zu den wichtigsten Hindernissen der Entwicklung einer guten Ich-Flexibilität im Erwachsenenalter. Ein weiteres Hindernis ist der allzu starke Glaube, dass Intelligenz, Persönlichkeit und Begabung vor allem genetisch determiniert und daher fixiert seien. Die psychologische Forschung jedoch zeigt, dass Menschen, die ein hohes Gefühl von Optimismus, Offenheit für das Neue, Selbstwirksamkeit und Handlungskontrolle haben, ihre Lebenschancen besser nutzen, und zwar unabhängig davon, wie gut ihre objektiv vorhandenen Ressourcen sind.

    VII. Deutschland: Kein Land für adaptive Ich-Plastizität ?

    Für Deutschland wird oft vermutet, dass wir an einer Art Entwicklungspessimismus leiden. In un-serer besonders ausgeprägten kritischen Reflexionskraft stehen antizipierte Verluste eher im Vordergrund als euphorische Gewinnerwartungen. Kulturvergleichende Untersuchungen stützen die-se These: Deutsche Kinder sind weniger optimistisch, was ihr Schulleistungspotenzial angeht. Sie orientieren sich stärker an der objektiven Schulleistung und glauben weniger an sich selbst und ihre eigene Wirksamkeit. Zumindest zu Beginn der deutschen Einigung war dieser Effekt in Ostberlin noch größer als in Westberlin. [18]

    Diese enge Verknüpfung von Subjektivität und Objektivität ist beispielsweise bei amerikanischen Schulkindern deutlich geringer. Die amerikanische Gesellschaft fördert, auch jenseits der Kindheit, die Plastizität des Ichs und die Trennung von subjektivem und objektivem Leistungspotenzial in der schulischen Lebenswelt. "Who cares about what I did in school? School ist just one place in life. I still can change and be successful" ist ein unter Amerikanern häufiger gehörtes Motto. Viele Amerikaner versuchen immer wieder, ihrem Leben eine neue Wende zu geben. Dies trifft auch auf das Erwachsenenalter zu, etwa wenn es um die Gestaltung neuer Berufs- und Lebensmöglichkeiten in der zweiten Lebenshälfte geht.

    Von der Kindheit bis ins hohe Alter ist der Glaube an sich selbst und die eigene Gestaltungskraft also eine Kern- oder Schlüsselqualifikation. Wir Deutsche sind vielleicht mehr als andere gefordert, uns auf den Weg zu machen, die motivationalen und emotionalen Facetten von Ich-Plastizität in unsere primären und lebenslangen Bildungsaktivitäten zu integrieren; und dies muss früh beginnen und darf vor allem nicht nur dem formalen Bildungssystem auferlegt werden. Alle Institutionen unserer Gesellschaft sind gefragt, an diesem Projekt zu arbeiten.

    Es fällt leicht, die "typisch deutsche" Kritik am Konzept der adaptiven Ich-Plastizität zu antizipieren. Ist dies nicht der allzu flexible und wertschwache Mensch, der hier beschrieben wird? Oder auch der negativ deutbare Musil'sche "Mann ohne Eigenschaften"? Dies soll natürlich nicht die Zielorientierung sein. Es muss darum gehen, adaptive Ich-Plastizität im Kontext eines Grundkanons von Werten zu praktizieren, wie dieser etwa im Konzept der Weisheit und damit zusammenhängender Tugenden enthalten ist. [19]

    VIII. Die innovative Kraft des Bildes vom unfertigen Menschen

    Das bisher Gesagte gibt den Anschein des Kulturpessimismus. Dies ist nicht intendiert, wenn auch meine Analyse des kommenden Jahrhunderts das Vorhandensein einer permanenten und zunehmend stärker fließenden Quelle der Unzufriedenheit mit dem eigenen Status quo verrät. In der Tat, wenn man über die Nachteile des körperlichen Alterns in einer sich schnell verändernden Lebenswelt und die Robustheit der biologischen Schwächen des Alters nachdenkt [20] , verliert man sich leicht in Melancholie und Hoffnungslosigkeit. Dies wäre aber zumindest hinsichtlich des allgemeinen gesellschaftlichen Zustandes fatal.

    Die hinter diesem Eindruck liegenden Quellen der permanenten Unfertigkeit des Menschen haben auch Innovationskraft. Das Erkennen von Defiziten ist nämlich auch einer der wichtigsten Motoren für Innovation. Denn neue Erkenntnisse und Fortschritte entstehen zu einem wesentlichen Teil aus einer Mangelsituation, aus dem Gefühl des Unfertigen. Um nur einige Beispiele zu nennen: In der Landwirtschaft halfen die Verbesserungen, den Hungertod einzudämmen; die Technologie der Kommunikation ist unter anderem deshalb weiterentwickelt worden, weil es uns die biologisch gesetzten Grenzen von Hören, Sprechen und Sehen nicht erlaubten, uns über weite Distanzen hinweg miteinander zu verständigen.

    Fehlendes Wissen und Defizite sind deshalb auch einer der wichtigsten Ansporne für gesellschaftliche Transformationen einschließlich der Wissenschaft. Und so ist, trotz der zunehmenden Einsicht in die evolutionär gewachsene Widerborstigkeit des hohen Alters, der Widerspruch zwischen dem körperlichen und dem geistigen Wesen des Menschen in einer sich rapide verändernden Welt eine Herausforderung. So kann man beispielsweise die Wissenschaftsgeschichte der Gerontologie als Ausdruck der Passion im doppelten Sinn dieses Wortes verstehen, diese über den Lebensverlauf immer größer werdende Kluft zwischen den Wunschträumen des menschlichen Geistes und der körperlichen Verwundbarkeit wenn nicht zu schließen, so doch zumindest zu verringern.

    Die Beseitigung von Schwachstellen gehört also zu den vielleicht bedeutsamsten Triebfedern für Fortschritt und Innovation. Die hier angeführten Quellen eines Zeitalters der permanenten Unfertigkeit des Menschen und der Schwierigkeiten, die Idee vom lebenslangen Lernen bis ins hohe Alter effektiv zu implementieren, sind daher nicht nur eine Belastung. Wenn man bereit und in der Lage ist, sein Fernglas auf eine größere Zeitperspektive einzustellen, dann ist beispielsweise das Älterwerden der Bevölkerung langfristig auch eine Vorteilssituation, die uns im Wirtschaftlichen, im Sozialen, im Technologischen, in der Medizin zu neuen Einsichten und Erfolgsgeschichten verhelfen wird. Es geht vor allem darum, diese Langzeitperspektive zu erkennen und sich an ernsthafte und strukturell tief greifende gesellschaftliche Reformen zu wagen, die notwendig sind, um dem Zeitalter der permanenten Unfertigkeit des Menschen eine bessere Zukunft anzutragen. Dazu kann auch gehören, die unfreundliche Biologie des Alters ein wenig zu überlisten und auch dem vierten Lebensalter einen größeren Anteil an körperlicher, geistiger und sozialer Vitalität abzuringen.
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    Fußnoten

    1.
    Vgl. Paul B. Baltes/Tania Singer, Plasticity and the ageing mind: An exemplar of the biocultural orchestration of brain and behaviour, in: European Review: Interdisciplinary Journal of the Academia Europaea, (2001) 9, S. 59-76.
    2.
    Vgl. Karl Ulrich Mayer/Paul B. Baltes (Hrsg.), Die Berliner Altersstudie, Berlin 1996.
    3.
    Vgl. Richard E. Nisbett, History of the idea of progress, Basic Books, New York 1980; Johann Nicolaus Tetens, Philosophische Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwicklung, Weidmanns Erben und Reich, Leipzig 1777; Vgl. Ulman Lindenberger/Paul B. Baltes, Die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne (Lifespan-Psychologie): Johann Nicolaus Tetens (1736-1807) zu Ehren, in: Zeitschrift für Psychologie, (1999), 299-323.
    4.
    Vgl. Helmuth Plessner, Die Stufen des Organischen und der Mensch: Einleitung in die philosophische Anthropologie, Berlin 1965.
    5.
    Vgl. Paul B. Baltes, Alter und Altern als unvollendete Architektur der Humanontogenese, in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, (1999) 32, S. 433-448.
    6.
    Vgl. Margret M. Baltes, The psychiatry of the oldest-old: The fourth age, in: Current Opinion in Psychology, (1998) 11, S. 411-415; P. B. Baltes (Anm. 5); K. U. Mayer/P. B. Baltes (Anm. 2).
    7.
    Vgl. James W. Vaupel/J. R. Carey/K. Christensen/T. E. Johnson/A. I. Yashin/N. V. Holm/I. A. Iachine/V. Kannisto/A.'A. Khazaeli/P. Liedo/V. D. Longo/Y. Zeng/K. G. Manton/J. W. Curtsinger, Biodemographic trajectories of longevity, in: Science, (1998) 280, S. 855-860.
    8.
    Vgl. P. B. Baltes (Anm. 5); ders./Karl Ulrich Mayer (Hrsg.), The Berlin Aging Study: Aging from 70 to 100, New York 1999.
    9.
    Vgl. Georg Elwert, Alter im interkulturellen Vergleich, in: Paul B. Baltes/Jürgen Mittelstraß (Hrsg.), Zukunft des "Alterns und gesellschaftliche Entwicklung, Berlin 1992, S. 260-282.
    10.
    Vgl. Norberto Bobbio, Vom Alter - De senectute, Berlin 1996.
    11.
    Vgl. K. U. Mayer/P. B. Baltes (Anm. 2).
    12.
    Vgl. George M. Martin/S. N. Austad/T. E. Johnson, Genetic analysis of ageing: Role of oxidative damage and environmental stresses, in: Nature Genetics, (1996) 13, S. 25-34.
    13.
    Vgl. P. B. Baltes (Anm. 5); ders., Round Table: Visionen zur Zukunft des Alterns, MPG-Schering-Symposium, Biomolecular aspects of aging - The social and ethical implications, Max-Planck-Forum; 4, Max-Planck-Gesellschaft, München (in Druck).
    14.
    Vgl. Matilda W. Riley/John W. Riley, Individuelles und gesellschaftliches Potenzial des Alterns, in: P. B. Baltes/J. Mittelstraß (Anm. 9), S. 437-460.
    15.
    Vgl. Albert Bandura, Self-efficacy in a changing society, New York 1995; Martin E. P. Seligman, Pessimisten küsst man nicht. Optimismus kann man lernen, München 1993; Shelly E. Taylor, Positive illusions, New York 1989.
    16.
    Vgl. Margret M. Baltes/L. Montada (Hrsg.), Produktives Leben im Alter, Frankfurt/M. 1996; Ursula M. Staudinger, Selbst und Persönlichkeit aus Sicht der Lebensspannen-Psychologie, in: Werner Greve (Hrsg.), Psychologie des Selbst, Weinheim 2000, S. 133-148; Ursula M. Staudinger/Paul B. Baltes, Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, in: Hanfried Helmchen/F. A. Henn/H. Lauter/N. Sartorius (Hrsg.), Psychiatrie der Gegenwart 3: Psychiatrie spezieller Lebenssituationen, Berlin 2000, S. 3-17.
    17.
    Vgl. Phyllis Moen, Recasting careers: Changing references groups, risks, and realities, in: Generations, (1998) 22, S. 40-45; Vgl. Leopold Rosenmayr, The culture of aging, in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, (2001) 34, S. 2-8.
    18.
    Vgl. Todd D. Little/G. Oettingen/A. Stetsenko/P. B. Baltes, Children"s action-control beliefs about school performance: How do American children compare with German and Russian children?, in: Journal of Personality and Social Psychology, (1995) 69, S. 686-700; Gabriele Oettingen/Ulman Lindenberger/Paul B. Baltes, Sind die schulleistungsbezogenen Überzeugungen Ostberliner Kinder entwicklungshemmend?, in: Zeitschrift für Pädagogik, (1992) 38, S. 299-324.
    19.
    Vgl. Paul B. Baltes/Alexandra M. Freund, The intermarriage of wisdom and selective optimization with compensation (SOC): Two meta-heuristics guiding the conduct of life, in: C. L. M. Keyes (Hrsg.), Flourishing: The positive person and the good life, American Psychological Association Washington, i.ÄE.; Alexandra M. Freund, Das Selbst im hohen Alter, in: W. Greve (Anm. 16), S. 115-131; Ursula M. Staudinger/Paul B. Baltes, Weisheit als Gegenstand psychologischer Forschung, in: Psychologische Rundschau, (1996) 47, S. 57-77.
    20.
    Vgl. P. B. Baltes (Anm. 5); M. M. Baltes (Anm. 6).