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26.5.2002 | Von:
Matthias Kettner

Neue Formen gespaltener Elternschaft

Die Fortschritte der "Reprogenetik" haben unser Standardmodell der "natürlichen" Elternschaft eines heterosexuellen Paares um neue Formen gespaltener Elternschaft erweitert. Genetische, austragende und aufziehende Elternteile werden personell trennbar.

Einleitung

Die Fortpflanzungsmedizin [1] muss zwei tendenziell gegenläufigen Forderungen nachkommen. Einerseits wird Hilfestellung bei der Verhinderung von Schwangerschaften erwartet, die aus ganz unterschiedlichen Gründen unerwünscht sind. Andererseits soll die Fortpflanzungsmedizin mit Hilfe medizinisch-technischer Behandlungen und Hilfsmittel den Wunsch nach eigenen Kindern in Erfüllung gehen lassen. Aber nicht nur diese beiden Zwecke bestimmen das Feld der Fortpflanzungsmedizin. Die spezifischen Forderungen werden zusammengehalten durch eine dritte, für die gesamte medizinische Profession charakteristische Forderung: Die Medizin soll krankheitsbedingtes Leiden lindern und - vor allem - durch die Behandlung und Verhinderung von Krankheit zur Gesunderhaltung beitragen. Die folgenden Überlegungen sollen zur Klärung der Frage beitragen, warum die Fortschritte der Fortpflanzungsmedizin so heftig umstritten sind, wie es politische, bioethische und kulturkritische Debatten gerade in jüngster Zeit belegen.

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  • Fußnoten

    1.
    Anmerkung der Redaktion: Zur Begrifflichkeit siehe das Glossar auf Seite 16. 1 Vgl. Fortpflanzungsmedizin in Deutschland, Band 132 der Schriftenreihe des BMG, Baden-Baden 2001, Wissenschaftliches Symposium des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut vom 24. bis 26. Mai in Berlin.