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15.10.2002 | Von:
Dieter Smolka

Die PISA-Studie: Konsequenzen und Empfehlungen für Bildungspolitik und Schulpraxis

Die PISA-Studie hat die deutsche Bildungsnation auf hintere Ränge verwiesen und das Selbstbild unseres Bildungssystems erschüttert. In der seitdem entbrannten Debatte werden Auswege aus der Bildungskrise gesucht.

Einleitung

Die PISA-Studie hat die deutsche Bildungsnation auf die hinteren Ränge verwiesen und das Selbstbild unseres Bildungssystems erschüttert. In der seitdem entbrannten Debatte werden Auswege aus der Bildungskrise gesucht und die Reformbedürftigkeit unseres Schulsystems unter die Lupe genommen. Die PISA-Studie und die PISA-Ergänzungsstudie (PISA-E) liefern für die Bildungspolitik wie für die Schulpraxis wichtige Grundlagen und Impulse für Veränderungen und Innovationen, die - gemessen am internationalen Leistungsstandard - alle deutschen Bundesländer nötig haben.


Die beiden Studien enthalten neben den Ländervergleichen zur Lesekompetenz, der mathematischen und naturwissenschaftlichen Grundbildung sowie dem Gymnasialvergleich zusätzliche Informationen zum Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg, sozialen Disparitäten hinsichtlich der Bildungsbeteiligung, der Stellung von Schülern aus Migrantenfamilien sowie zu den institutionellen Bedingungen des schulischen Lernens.

Die Abstände zwischen den einzelnen Ländern in Deutschland erweisen sich zwischen dem stärksten und dem schwächsten Land als erheblich. Zwar gelingt es Bayern, in der Lesekompetenz über den OECD-Durchschnitt hinauszukommen, aber selbst Bayern kann sich nicht mit der Spitzengruppe der anderen Staaten messen. Also ist das in diesem Bereich beste Bundesland nur erster in der "zweiten Liga" [1] .

Wegen des mangelhaften Gesamtergebnisses der deutschen Bildungsnation muss die Frage beantwortet werden, "warum ein Land mit der wirtschaftlichen und politischen Bedeutung und der kulturellen Tradition Deutschlands nicht in der internationalen Spitzengruppe mithält" [2] . Denn die in Deutschland lebenden Kinder sind mit Sicherheit nicht lernschwächer oder lernunwilliger als finnische, schwedische oder kanadische Schülerinnen und Schüler.

Fußnoten

1.
Ralf Stegner, Die PISA-ErgÌnzungsstudie. Erste EinschÌtzungen und Konsequenzen, in: Schulmanagement. Die Zeitschrift fÏr Schulleitung und Schulpraxis, (2002) 4, S. 17.
2.
Bundeskanzler Gerhard SchrÎder in seiner RegierungserklÌrung "Politik fÏr Bildung und Innovation" in der 242. Sitzung des Deutschen Bundestages am 13. Juni 2002, in: Das Parlament vom 21. Juni 2002, S. 17.