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Wahlsystem und Wahlrecht

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    Wahlen stellen die unmittelbarste Form politischer Partizipation des Bürgers in der parlamentarischen Demokratie dar. Sie dienen der Ermittlung des Volkswillens, der sich im Parlament anhand von Mandaten manifestiert. Demokratischen Wahlen sind Gemeinsamkeiten eigen: das allgemeine Wahlrecht, die Gleichwertigkeit jeder Stimme, die direkte und geheime Stimmabgabe sowie der offene Wettbewerb der politischen Parteien. Insbesondere in den fünfziger und sechziger Jahren hatte es immer wieder Forderungen nach einer Reform des Wahlrechts gegeben. Sie waren von der Sorge um die Stabilität der Regierungen und die Möglichkeit demokratischer Regierungswechsel bestimmt. Diese Bedenken sind im Lauf der Zeit durch das Verhältniswahlrecht weitgehend ausgeräumt worden. Diskussionen über die Einführung eines Mehrheitswahlrechts, etwa in der Zeit der Großen Koalition, waren nach der Bildung der ersten sozialliberalen Bundesregierung schnell Geschichte. Jede Initiative, die sich heute für das Mehrheitswahlrecht ausspricht, hat mit dem heftigsten Widerspruch der Liberalen und der Grünen zu rechnen.

       
  • Ludwig Watzal

    Editorial

    Wahlen stellen die unmittelbarste Form politischer Partizipation des Bürgers in der parlamentarischen Demokratie dar. Sie dienen der Ermittlung des Volkswillens, der sich im Parlament anhand von Mandaten manifestiert. Weiter...

    Eckhard Jesse

    Reformvorschläge zur Änderung des Wahlrechts

    Die Bundesrepublik Deutschland hat seit 1949 ein personalisiertes Verhältniswahlsystem, das nicht zur Disposition steht. Der Beitrag behandelt die bisherigen Reform und diskutiert mögliche Wahlrechtsänderungen. Weiter...

    Volker von Prittwitz

    Vollständig personalisierte Verhältniswahl

    Das deutsche Wahlsystem fördert in hohem Maße stabile Regierungen. Durch einen Vergleich zwischen dem Wahlrecht in Deutschland und Finnland kommt der Autor zu interessanten Unterschieden, die für das deutsche Wahlsystem fruchtbar gemacht werden sollten. Weiter...

    Joachim Behnke

    Von Überhangmandaten und Gesetzeslücken

    Eine mögliche Reform könnte sich mit den Überhangmandaten im Deutschen Bundestag befassen. Sie tragen das Potenzial in sich, das politische Ergebnis von Wahlen maßgeblich zu beeinflussen. Weiter...

    Andreas M. Wüst

    Das Wahlverhalten eingebürgerter Personen in Deutschland

    Die deutsche Staatsbürgerschaft ist Voraussetzung für die politische Partizipation im Bund und in den Bundesländern. Durch Umfragen zeigt der Autor, dass Aussiedler eher die CDU/CSU und eingebürgerte Türken mehrheitlich SPD und Grüne wählen. Weiter...