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Medien und Politik

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    Der Weltgipfel, den die Vereinten Nationen im Dezember 2003 veranstalten, befasst sich erstmals mit den Problemen der weltweiten Informationsgesellschaft im digitalen Zeitalter. "Presse- und Meinungsfreiheit müssen in unserer Informationsgesellschaft eine Einheit bilden", so UNO-Generalsekretär Kofi Annan im Mai 2003. Der "Cyber-Gipfel", so Shashi Tharoor, Leiter der UNO-Informationsabteilung, bietet eine große Chance, um sicherzustellen, dass die Informationsrevolution nicht einen Teil der Bürgerinnen und Bürger der Welt ausgrenzt.

    Christoph Dowe und Alfredo Märker leuchten das Themenspektrum der Konferenz aus. Die digitale Kluft, der weltweit ungleiche Zugang zu den neuen Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten und die äußerst unterschiedliche elektronische "literacy" innerhalb eines Landes stellen große Herausforderungen an die Demokratie. "Digitale Bürgerrechte" und die Furcht vor einem übermächtigen Überwachungsstaat scheinen indes kaum eine Rolle zu spielen. Dabei gibt es allen Anlass, alarmiert zu sein, wie Christiane Schulzki-Haddouti mit Beispielen zu fortschreitenden digitalen (Überwachungs-)Möglichkeiten belegt. Die Terroranschläge des 11. September 2001 haben diesen Prozess beschleunigt. Die politische Indienstnahme der elektronischen Medien steht im Mittelpunkt der Analyse von Thymian Bussemer. Am Beispiel der amerikanischen Militärpropaganda vor und während des Irak-Krieges wird gezeigt, wie sich die Berichterstattung verändert.

    Das weltweite Netz eröffnet aber auch Möglichkeiten für eine Demokratisierung im Sinne breiter Partizipation der Bevölkerung. Joana Breidenbach und Ina Zukriegl bieten eine ethnologische Sicht auf das identitätsstiftende Potenzial des Internet. Dass die offizielle Politik bei der Realisierung der demokratiefördernden Möglichkeiten der Informationsgesellschaft nicht unbedingt den Vorreiter spielt, belegt eine Studie über Parlamente im Internet. Die Webseiten der Volksvertretungen in den EU-Ländern, so Peter Filzmaier und Birgit Winkel, zeigen große Unterschiede hinsichtlich des Partizipationsangebotes.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Der UNO-Weltgipfel in diesem Monat befasst sich mit den Problemen der Informationsgesellschaft im digitalen Zeitalter. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Informationsrevolution nicht einen Teil der Bürgerinnen und Bürger ausgrenzt. Weiter...

    Medien und Politik

    Shashi Tharoor

    Der Cyber-Gipfel

    Ziel des ersten Weltgipfels zur Informationsgesellschaft ist es, mit der Informationsrevolution Schritt zu halten. Auch die ärmeren Länder sollen die revolutionären Umwälzungen und die sie begründenden Technologien nutzen können. Weiter...

    Medien und Politik

    Christoph Dowe, Alfredo Märker

    Der UNO-Weltgipfel zur Wissens- und Informationsgesellschaft

    Auf dem Weltgipfel sollen die Weichen für die technische und inhaltliche Entwicklung der Wissens- und Informationsgesellschaft für die nächsten Jahrzehnte gestellt werden. Und Schritte zur Überwindung der digitalen Spaltung eingeleitet werden. Weiter...

    Medien und Politik

    Christiane Schulzki-Haddouti

    Sicherheit im Netz und digitale Bürgerrechte

    Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 standen die Auswirkungen auf die Infrastruktur der Informationstechnologien im Mittelpunkt. Doch die Informationstechnologie selbst wird bei der Umsetzung neuer Sicherheitsgesetze eine bedeutende Rolle spielen. Weiter...

    Thymian Bussemer

    Medien als Kriegswaffe

    Auch die Kriegspropaganda ist im Informationszeitalter angekommen. Zu ihr gehören Public Diplomacy im politischen Raum und informationelle Kriegführung. Der Beitrag untersucht anhand des Irak-Krieges, wie ein Feldzug propagandistisch vorbereitet und abgesichert wird. Weiter...

    Joana Breidenbach, Ina Zukrigl

    Vernetzte Welten - Identitäten im Internet

    Statt Internet-Technologien auf die herkömmlichen Positionen zu reduzieren – "Das Internet erschafft eine gerechtere Weltordnung" oder "Neue Medien führen zu Kulturimperialismus" - wird anhand ethnologischer Fallstudien dargestellt, wie sich kulturelle Identitäten mit Hilfe des Internets verändern. Weiter...

    Peter Filzmaier, Birgit Winkel

    Internetseiten im EU-Vergleich

    Die Nutzung des Internets für die Kommunikation zwischen Volksvertretung und Bürgern wurde bislang vernachlässigt. Der Beitrag beschäftigt sich mit den Seiten des Deutschen Bundestags sowie des österreichischen und schweizerischen Nationalrats. Weiter...