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29.10.2003 | Von:
Corinna Onnen-Isemann

Familienpolitik und Fertilitätsunterschiede in Europa

Frankreich und Deutschland

In Ländern wie Finnland und Frankreich, in denen die Integration von Frauen in das Erwerbssystem gelungen ist, ist auch die Geburtenrate höher als etwa in Deutschland. Eine stärker familienentlastende Politik könnte Abhilfe schaffen.

Einleitung

Reproduktive Verhaltensmuster sind in ganz Europa im Wandel. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gehen die Geburtenzahlen zurück, und der Trend setzt sich seitdem fort; nicht nur in Deutschland wird von einem "dramatischen" Geburtenrückgang gesprochen, auch in den anderen europäischen Länder ist das Geburtenniveau keineswegs kongruent zur Reproduktionsrate. Dennoch wird diese nirgendwo sonst in Europa derart stark unterschritten wie in Deutschland.[1]




Zuverlässige Zahlen über tatsächlich kinderlose Frauen lassen sich daher nur anhand der Geburtsjahrgänge bis ca. 1960 finden, da bei diesen die fertile Phase als abgeschlossen angenommen werden kann. Angaben für jüngere Jahrgänge können nur geschätzt werden.[2]


Fußnoten

1.
Vgl. zum Beispiel Francois Höpflinger, Neue Kinderlosigkeit. Demographische Trends und gesellschaftliche Spekulationen, in: Günter Buttler/Hans-Joachim Hoffmann-Nowottny/Gerhard Schmitt-Rink (Hrsg.), Acta demographica, Heidelberg 1991, S. 81 - 100.
2.
Vgl. Manfred Stauber, Psychosomatik der ungewollten Kinderlosigkeit, Berlin 1993 3 , S. 22.