APUZ Dossier Bild
1 | 2 | 3 Pfeil rechts

Macht und Glauben in Zentralasien


5.9.2003
Spätestens seit dem 11. September 2001 ist Zentralasien ein Schauplatz der Weltpolitik. Extreme Armut, politische Instabilität und staatliche Repression haben zum Anwachsen islamistischer Bewegungen beigetragen.

I. Das "große Spiel"



Spätestens seit dem 11. September 2001 ist Zentralasien ein Schauplatz der Weltpolitik. Da die Region an Afghanistan grenzt, ist sie geopolitisch von größtem Interesse für die Anti-Terror-Koalition, die dort Tausende Soldaten stationiert hat. Extreme Armut, politische Instabilität, Repression und die zügellose Selbstbereicherung der Machthaber sind die Ursachen für den wachsenden Einfluss radikalislamischer Bewegungen, die seit dem Ende der Sowjetunion auch in Zentralasien im Aufwind sind.




Mit Beginn der Angriffe auf Afghanistan am 7. Oktober 2001, die sechs Wochen später zum Sturz der Taliban führten, wurden auch in Zentralasien Militärbasen der Anti-Terror-Koalition eingerichtet, vor allem für die Luftwaffe. Stützpunkte befinden sich in Kirgistan (2 000 Soldaten, überwiegend Amerikaner und Franzosen) und Usbekistan (1 500 Amerikaner, 300 Deutsche), ein kleines Kontingent (150 Franzosen, 30 Amerikaner) ist in Tadschikistan stationiert. Die Bevölkerung begegnet der westlichen Militärpräsenz überwiegend mit Gleichgültigkeit. Politische Analytiker vor Ort befürchten, dass der wachsende amerikanische Einfluss in der Region mittel- und langfristig vor allem mit chinesischen, aber auch mit russischen und iranischen Interessen kollidieren wird. Dabei geht es nicht zuletzt um den Zugriff auf die Bodenschätze, in erster Linie Erdöl und Erdgas. Der Bau neuer, überwiegend amerikanisch finanzierter Pipelines (Baku, Aserbaidschan - Ceyhan, Türkei; geplant ist Turkmenistan - Pakistan über Afghanistan) entscheidet nicht allein über Armut oder Wohlstand der jeweiligen Anrainerstaaten. Gleichzeitig ist er ein politisches Signal, ein Symbol des Machtwechsels. Russlands Einfluss in Zentralasien schwindet, die USA füllen das Vakuum. Sollte Washington seine neue Rolle in der Region auch als Ordnungsmacht wahrnehmen, so wie im Nahen und Mittleren Osten, dürfte der Konflikt mit Peking nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden die zentralasiatischen Staaten Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan 1991 unabhängig. Die Folgen waren ein beispielloser wirtschaftlicher Niedergang, ethnische Spannungen, politische Repression und ein Aufschwung radikalislamischer Bewegungen. Alle Staaten Zentralasiens sind präsidiale Diktaturen, die Oppositionskräfte wurden in den ersten zwei Jahren der Unabhängigkeit weitgehend zerschlagen, unabhängige Medien gibt es kaum. Kennzeichnend für die Regierungssysteme sind Vetternwirtschaft und eine endemische Korruption. Die Nomenklatura aus alten sowjetischen Zeiten hat sich an der Macht behauptet, verwendet nunmehr allerdings nationalistische oder islamische Symbole, um sich politisch zu legitimieren.




 
zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.