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17.6.2003 | Von:
Ralph Ghadban

Reaktionen auf muslimische Zuwanderung in Europa

Anders als nach dem Zweiten Weltkrieg wird heute auf die Zuwanderung von Muslimen in Europa ablehnend reagiert. Die Abwehr unterscheidet sich in den einzelnen Ländern in Abhängigkeit von der jeweils herrschenden Tradition.

I. Die ersten Muslime in Europa

Die Migration von Muslimen nach Europa gewann erst nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung, als der Bedarf an Arbeitskräften in den Industriestaaten anstieg. Die ersten muslimischen Arbeitsmigranten waren aber viel früher in Europa eingetroffen, insbesondere in den damaligen Kolonialstaaten Großbritannien und Frankreich.






Die britische Handelsflotte förderte die Wanderung von Seeleuten aus den britischen Kolonien, darunter auch Muslime, in die englischen Häfen.[1] Im Ersten Weltkrieg organisierte Frankreich die Ankunft von 220 000 Arbeitsmigranten, darunter 132 000 Muslime aus Nordafrika. Nach Ende des Krieges wurden sie fast alle repatriiert, also in ihre Heimatländer entlassen.[2]

In Deutschland[3] waren die Muslime alliierte Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs: Araber, Afrikaner, Inder sowie Tataren. Nach 1918 wurden sie repatriiert. In Holland beginnt die Geschichte der muslimischen Zuwanderung mit der Entkolonialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg.


Fußnoten

1.
Vgl. Richard I. Lawless, From Ta'izz to Tyneside. An Arab Community in the North-East of England During the Early Twentieth Century, Exeter 1995.
2.
Vgl. Bernard Granotier, Les travailleurs immigrés en France, Paris 1979, S. 44ff.
3.
Vgl. Thomas Lemmen, Muslime in Deutschland. Eine Herausforderung für Kirche und Gesellschaft, Baden-Baden 2001, S. 17ff.