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6.5.2003 | Von:
Heinz J. Ebenrett

Verlust von Humankapital in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist nicht nur für die Betroffenen negativ, sie zeitigt auch Auswirkungen auf das regionale Umfeld. Folge sind die Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der beruflichen Qualifikation der zurückbleibenden Bevölkerung.

I. Unterschiedliche Intelligenztestleistungen in den einzelnen Bundesländern

Seit langem stellt der Psychologische Dienst der Bundeswehr beim Vergleich der Bundesländer auffällige Unterschiede bei den Intelligenztestleistungen wehrpflichtiger junger Männer fest. So haben wir vor einiger Zeit ausführlich über ein deutliches West-Ost-Gefälle der Testleistungen in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung berichtet.[1] Gleichzeitig war über den gesamten Beobachtungszeitraum von 1992 bis 1998 ein kaum weniger starkes Süd-Nord-Gefälle zu erkennen: Deutlich geringere kognitive bzw. geistige Fähigkeiten ("Humankapital") fanden sich in den nördlichen Bundesländern Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Eindeutige Leistungsspitzen waren in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, auf einem niedrigeren Niveau auch in Sachsen und Thüringen, auszumachen.


Fußnoten

1.
Der Beitrag beruht auf einer Studie der Autoren "Brain drain" in deutschen Regionen. Effekte von Arbeitslosigkeit und innerdeutscher Migration, hrsg. vom Bundesministerium für Verteidigung - PSZ PIII 6, Nr. 1/2002. Folglich basieren die im Beitrag präsentierten Ergebnisse ausschließlich auf der Befragung junger Männer.1Vgl. Heinz-J. Ebenrett/Klaus J. Puzicha, Zehn Jahre wiedervereinigtes Deutschland: Regionale Unterschiede von Intelligenzleistungen sowie der Basisfertigkeiten Rechnen und Rechtschreibung, in: Elmar Brähler/Hendrik Berth (Hrsg.), Deutsch-deutsche Vergleiche. Psychologische Untersuchungen 10 Jahre nach dem Mauerfall, Berlin 1999.