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26.10.2004 | Von:
Jan Wehrheim

Städte im Blickpunkt Innerer Sicherheit

Große Städte gelten als Orte individueller Freiheit, abweichenden Verhaltens und sozialen Wandels. In jüngster Zeit unterliegen auch deutsche Städte Tendenzen, formelle soziale Kontrolle zu intensivieren.

Einleitung

"Stadtluft macht frei!" Mit dieser Freiheit ist heutzutage nicht mehr gemeint, sich aus feudalen Abhängigkeitsverhältnissen zu lösen und Bürgerrechte zu erhalten. Heute steht im Vordergrund, durch den Umzug in eine Großstadt seine Vergangenheit hinter sich lassen zu können, an einen Ort zu ziehen, an dem einen niemand kennt, an dem man sich als Person neu in Szene setzen, neu entwerfen kann. Die Möglichkeit, in der Großstadt nur einen Ausschnitt seiner Persönlichkeit preisgeben zu können, macht die städtische Freiheit aus. Doch diese Freiheit, die sich im emphatischen Bild des für alle zugänglichen öffentlichen Raums kristallisiert, erscheint in jüngerer Zeit durch neue Formen sozialer Kontrolle gefährdet.