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Rekrutierung von weiblichen Eliten


1.3.2004
Frauen haben es schwerer, in die Leistungselite aufzusteigen; eine wesentliche Erhöhung der Anteile von Frauen in Spitzenpositionen hat in den vergangenen 25 Jahren nicht stattgefunden. Es gibt eine Barriere, die Frauen tendenziell am Aufstieg in die Elite hindert.

Einleitung



Es ist eher ungewöhnlich, das Thema Eliten mit dem Fokus auf das weibliche Geschlecht zu behandeln. Wir sind es gewohnt, Eliten als männlich anzusehen - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Tatsächlich sind Frauen innerhalb der Eliten immer noch unterrepräsentiert: So ist nach 25 Jahren Frauenförderung in Deutschland keine wesentliche Erhöhung der Anteile von Frauen in Spitzenpositionen in Wissenschaft und Wirtschaft zu verzeichnen. Es drängt sich die Frage nach den Gründen dafür auf. Hier interessieren die Strukturen der Rekrutierung von Eliten und der Reproduktion sozialer Macht in modernen westlichen Industrienationen,[1] es interessiert, inwieweit diese fördernd bzw. hemmend wirken. Die "Glass Ceiling" - die so genannte "gläserne Decke" - ist eine Barriere, die Frauen tendenziell am Aufstieg in die Elite hindert. Forscherinnen sprechen in diesem Zusammenhang vom "Verschwinden" der begabten, gut ausgebildeten Frauen.[2]




In diesem Beitrag werden Ergebnisse aus vier Forschungsfeldern mit dem Ziel zusammengeführt, Synergieeffekte zu erreichen: Forschungslücken können so wechselseitig geschlossen werden. Dies ist erstens die Eliteforschung - ein Forschungsbereich vor allem der Sozialwissenschaften, wobei hier insbesondere die Pädagogik mit ihrem Forschungsfeld Bildungselite zu nennen ist. Ein Elitediskurs wird neuerdings auch in der feministischen Forschung geführt. Die Themen der Forschung sind die Rekrutierung von Eliten in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, aber auch im Sport und in anderen Bereichen. Zweitens wird der Forschungsbereich der Hochbegabung vorgestellt, hier mit dem Fokus auf Mädchen und Frauen. Drittens wird den Gründen für die Unterrepräsentation von Frauen in Eliten nachgegangen, wobei Forschungen zur weiblichen und männlichen Sozialisation herangezogen werden. Hier sind auch Forschungsergebnisse zur Karriere von Wissenschaftlerinnen relevant. Mit dem Ziel, Alternativen zum "Verschwinden" der Frauen - hier am Beispiel der Wissenschaft - aufzuzeigen, werden Ergebnisse einer Studie[3] vorgestellt. Viertens wird das Konzept "Gender Mainstreaming - Gleichstellungspolitik und Instrument der Steuerung an Hochschulen" an der Universität Augsburg umrissen.



Fußnoten

1.
Vgl. Sebastian Braun, Elitenrekrutierung in Frankreich und Deutschland, Köln 1999, S. 58.
2.
Vgl. Katrin Hansen/Gisela Goos, Frauenorientiertes Personalmarketing: Chancen - Wege - Perspektiven, Berlin 1997, S. 16.
3.
Vgl. Hildegard Macha und Forschungsgruppe, Erfolgreiche Frauen - wie sie wurden, was sie sind, Frankfurt/M.-New York 2000.

 
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