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17.1.2005 | Von:
Ulf Engel

Deutschland, Afrika und die Entstehung gemeinsamer Interessen

Seit Mitte der neunziger Jahre haben sich zahlreiche gemeinsame Interessen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Staaten Afrikas südlich der Sahara herausgebildet. Der neue Interessenkonsens wird als Ergebnis eines hegemonialen neo-liberalen Entwicklungsmodells interpretiert.

Einleitung

Deutlicher als jemals zuvor in der über 50-jährigen Geschichte der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Staaten Afrikas südlich der Sahara haben sich in den letzten fünf Jahren eine Vielzahl substanzieller gemeinsamer Interessen ausgeprägt. Zwar teilten die Bundesregierungen und ihre Gegenüber in Afrika auch schon in den Dekaden zuvor ein Mindestmaß an entwicklungs- oder friedenspolitischer Rhetorik, nie zuvor allerdings waren sich beide Seiten im Hinblick auf Problemwahrnehmungen und notwendige Handlungsstrategien so einig wie zu Beginn dieses Millenniums - und dies nicht nur auf der Ebene allgemeiner entwicklungspolitischer Lyrik, sondern in sehr viel weiter reichenden, auch unmittelbar handlungsrelevanten Fragen.


Dieser Interessenkonsens schlägt sich in der gemeinsamen Unterstützung der Millennium Development Goals (MDG) der Vereinten Nationen sowie der New Partnership for Africa's Development (NEPAD) der Afrikanischen Union nieder.[1] In diesem Beitrag soll erstens erörtert werden, wie diese gemeinsamen Interessen vor dem Hintergrund der bisherigen deutschen Afrikapolitik einzuordnen sind, und zweitens, wie diese Interessenkonvergenz zu interpretieren ist.


Fußnoten

1.
Vgl. United Nations, Millennium Development Goals, September 2000 (http://www.development goals.org); NePAD Secretariat, The New Partnership for Africa's Development, Oktober 2001 (http://www.nepad.org) bzw. South African Dept. of Foreign Affairs (http://www.dfa.gov.za/au.nepad/index.html).