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19.7.2006 | Von:
Heiner Meulemann

Religiosität: Immer noch die Persistenz eines Sonderfalls

Religiöse Selbsteinstufung

Die Mittelwerte der religiösen Selbsteinstufung in der Gesamtbevölkerung - wie die erste Zeile des oberen Drittels der Tabelle 3 (siehe PDF-Version) zeigt - liegen in Westdeutschland um 2.41 Skalenpunkte höher als in Ostdeutschland. Das schließt an den westdeutschen Vorsprung 2002 von 2.33 Skalenpunkten sowie an die zwischen 1991 und 2000 ähnlich erhobenen Differenzen an. Die Persistenzhypothese wird bestätigt.

Die Sonderfallhypothese wird in der Gesamtgruppe in allen Prüfungen und in den beiden Zugehörigkeitsgruppen in allen zeitgeschichtlichen Prüfungen bestätigt.

Vergleicht man die globale und verschärfte zeitgeschichtliche und die religionsgeschichtliche Prüfung zwischen 2004 und 2002, so werden zu beiden Zeitpunkten die zeitgeschichtlichen, nicht aber die religionsgeschichtlichen Prüfungen bestätigt; die Werte der Differenzen stimmen sehr stark überein. Am Sonderfall Deutschland hat sich zwischen 2002 und 2004 nichts geändert.

Alles in allem fährt die Sonderfallhypothese bei Kontrolle der Kirchenzugehörigkeit nur wenig schlechter als ohne Kontrolle. In allen zeitgeschichtlichen Vergleichen bleibt die West-Ost-Differenz in Deutschland größer als in Europa. Im religionsgeschichtlichen Vergleich aber sind beide Ost-West-Differenzen in etwa gleich.