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Die Geschichte der FIFA-
Fußballweltmeisterschaft


4.5.2006
Fußball ist die globalste aller Sportarten. Vergabe und Austragung des Turniers sind längst ein Politikum. Für das Austragungsland ist die WM von der Vergabe bis zum Abpfiff ein Schaufenster.

Einleitung



Fußball ist heute die globalste aller Sportarten, und auch die frühen Fußballnetzwerke zeigten bereits transnationalen Charakter. Viele der Fußballpioniere - Missionare und Vereinsgründer - waren Migranten: Zuerst sind natürlich die britischen Studenten, Kaufleute, Verwaltungsbeamte und Ingenieure zu nennen, die sich auf dem Kontinent oder in Südamerika für das Spiel engagierten. Fußball war Britanniens erfolgreichstes und dauerhaftestes Exportprodukt, doch viele der Klubs, die dank der Initiative von Briten, zumeist Engländern ins Leben gerufen wurden, waren multikulturelle Veranstaltungen, zu denen sich nicht nur britische Migranten einfanden.[1]




Eine bedeutende Rolle bei der Verbreitung des Spiels auf dem europäischen Kontinent spielte die Schweiz, wo zahlreiche Briten lebten, welche die viel gepriesenen modernen Bildungseinrichtungen des Landes besuchten. Die Wiege des kontinentalen Fußballs stand in den Genfer Instituten La Chátelaine und Cháteau, wo das Spiel in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts von britischen Schülern eingeführt wurde.[2]

Auch der deutsche Fußballpionier Walther Bensemann, Mitbegründer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Gründer der Fußballfachzeitschrift "Kicker", besuchte zeitweise eine Schweizer Privatschule. Im Alter von zehn Jahren hatten ihn seine Eltern auf eine englische Schule in Montreux geschickt, wo Bensemann eine Begeisterung für alles entwickelte, was er für "typisch englisch" hielt.[3] Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs und im Zuge der Popularisierung des Spiels kam es dann zu seiner forcierten Nationalisierung. In der Existenz eines transnationalen Netzwerks einerseits und in der Nationalisierung des Spiels andererseits war bereits angelegt, was sich später zum Fußball-Weltturnier entwickeln sollte.

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Fußnoten

1.
Vgl. Pierre Lanfranchi/Matthew Taylor, Moving with the Ball. The Migration of Professional Footballers, Oxford-New York 2001.
2.
Vgl. Fabian Brändle/Christian Koller (Hrsg.), Die Geschichte der "Nati", Göttingen 2006 (i.E.).
3.
Vgl. Bernd Beyer, Walther Bensemann - ein internationaler Pionier, in: Dietrich Schulze-Marmeling (Hrsg.), Davidstern und Lederball. Die Geschichte der Juden im deutschen und internationalen Fußball, Göttingen 2004, S. 82 - 100.