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Umweltgeschichte als Zeitgeschichte


21.3.2006
Umwelthistorische Periodisierungsvorschläge und Untersuchungsfelder sind für die Zeitgeschichte relevant. Der Schwerpunkt liegt auf dem ambivalenten Umgang moderner Gesellschaften mit Natur und Umwelt.

Einleitung



Zeitgeschichte versteht sich als Geschichte des in der Gegenwart unmittelbar Wirksamen. Sie ist allerdings nicht auf allen Feldern von aktuellem Interesse gleichmäßig ausdifferenziert. Ein auffälliges Manko, wenn auch schon lange keine Leerstelle mehr, bietet die Umweltgeschichte als Teil der Zeitgeschichte.

Die Umwelt und ihr Schutz sind fester Bestandteil alltäglicher Praktiken und gesellschaftlich-politischer Kontroversen. Angesichts der großen Bedeutung nationaler, supranationaler und internationaler Umweltpolitik, des Gebots der Mülltrennung, von Umwelterziehung und Umweltaudit ist Umweltschutz eines der zentralen Merkmale moderner Gesellschaften. Die Bewahrung der menschlichen Umwelt darf als wichtige aktuelle Herausforderung begriffen werden. Die Nachhaltigkeit gesellschaftlichen Handelns ist eng mit dem Umwelt- und Ressourcenthema verknüpft.

Vor diesem Hintergrund springt die geringe Bedeutung umwelthistorischer Fragestellungen in den Leitdebatten der Zeitgeschichtsforschung ins Auge. Zwar gibt es eine ganze Reihe von Studien zur Umweltzeitgeschichte auf hohem Niveau, doch ihre Aufnahme in den "Kanon" zeithistorischer Forschung steht noch aus. Der Blick in Gesamtdarstellungen, Handbücher und Einführungen offenbart noch immer ein bedauerliches Desinteresse an der bereits geleisteten Arbeit und an den erheblichen Potenzialen, die umwelthistorisch informierte Ansätze bieten.[1]

Es scheint, als sei Umweltgeschichte in den Augen vieler Zeithistoriker eine Sache der Stadt-, Technik- oder Wirtschaftsgeschichte. Zwar gibt es viele enge und sinnvolle Verbindungen zu diesen Fachgebieten, doch verdient der umwelthistorische Blick mehr Aufmerksamkeit auch von Seiten jener Disziplinen, die, ob dies nun gerechtfertigt ist oder nicht, den Mainstream der Zeitgeschichte bestimmen, nämlich der erneuerten Politik-, Gesellschafts- und Kulturgeschichte.

Statt bisherige Versäumnisse zu beklagen oder nach Gründen für die Wahrnehmungshemmnisse zu suchen, versteht sich dieser Beitrag als Werbung für den umwelthistorischen Ansatz. Im Folgenden werde ich Periodisierungsangebote aus der Umweltgeschichte vorstellen, die für die zeithistorische Debatte von Bedeutung sein können. Anschließend kommen einige Untersuchungsfelder zur Sprache, in denen die Umweltgeschichte interessante Impulse verspricht.



Fußnoten

1.
Für Anregungen danke ich Franz-Josef Brüggemeier, Anselm Doering-Manteuffel und Peter Kramper. Vgl. Franz-Josef Brüggemeier, Umweltgeschichte. Erfahrungen, Ergebnisse, Erwartungen, in: Archiv für Sozialgeschichte, 43 (2003), S. 1 - 18; ders./Jens Ivo Engels, Den Kinderschuhen entwachsen. Einleitende Worte zur Umweltgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in: dies. (Hrsg.), Natur- und Umweltschutz in Deutschland nach 1945. Konzepte, Konflikte, Kompetenzen, Frankfurt/M. 2005, S. 10 - 19.

 
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