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2.11.2007 | Von:
Michael Klein
Ernst-Theodor Rietschel

Schnittstellen zwischen Geistes- und Naturwissenschaften

Geistes- und Naturwissenschaften sind ein Produkt der Kultur. Menschliches Verhalten ist biologisch bedingt, die Ausprägung stellt jedoch eine Kulturleistung dar, so dass sich Schnittstellen, aber auch konfliktträchtige Überschneidungen von Geistes- und Naturwissenschaften ergeben.

Einleitung

[1] Es ist nicht Vermehrung, sondern Verunstaltung der Wissenschaften, wenn man ihre Grenzen ineinander laufen lässt." - so Immanuel Kant in seiner Vorrede zur zweiten Auflage der Kritik der reinen Vernunft aus dem Jahr 1787.

Ganz anders scheint das heute die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in ihren offiziellen Förderrichtlinien zu sehen: "Die globalisierte Wissensgesellschaft von morgen erfordert in zunehmendem Maße Forschungsbemühungen interdisziplinären Zuschnitts. Denn immer deutlicher wird, dass sich der Fortschritt in der Wissenschaft an den Grenzen beziehungsweise an den Schnittstellen zwischen den Disziplinen vollzieht."

Bevor wir dieser Behauptung bzw. Forderung nachgehen, ist zunächst einmal die grundsätzliche Frage zu beantworten: Was ist der eigentliche Sinn und welches das Ziel von Wissenschaft?

Fußnoten

1.
Die Autoren danken Herrn Prof. Dr. Heinz Grohmann, Kronberg, und Frau Prof. Dr. Ada Neschke, Lausanne, für wertvolle Anregungen zum vorliegenden Text.