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16.5.2007 | Von:
Christoph Schroeder

Integration und Sprache

In einem sozialen Verständnis von Integration von Zuwanderern hat die Beherrschung der deutschen Sprache eine Schlüsselfunktion. Sie sollte aber nicht unreflektiert zum Gradmesser der sozialen Integrationswilligkeit von mehrsprachigen Menschen gemacht werden.

Einleitung

Im Rahmen des sozialen Verständnisses von Integration, das die aktuelle migrationspolitische Diskussion und Gesetzgebung beherrscht, spielen die Deutschkenntnisse von Zuwanderern eine Schlüsselrolle. Insbesondere die Beherrschung der Schriftsprache gewährleistet in der schriftkulturell geprägten Gesellschaft den Zugang zur Gesellschaft.

In der gegenwärtigen Diskussion kommt der Sprachbeherrschung vor allem deshalb eine so zentrale Rolle zu, weil ihre Messbarkeit sie zum Gradmesser der sozialen Integrationswilligkeit von mehrsprachigen Menschen macht. Dabei besteht die Gefahr, dass die sprachliche Praxis der gesellschaftlichen Institutionen und ihre hiermit verbundenen Erwartungen an ihre Teilnehmer nicht reflektiert werden.