APUZ Dossier Bild

16.5.2007 | Von:
Bernhard Nauck

Integration und Familie

Stabile Generationenbeziehungen sind oft die wichtigste Ressource im Eingliederungsprozess. Sie bieten Schutz gegen die drohende Marginalisierung von Jugendlichen der zweiten Generation.

Einleitung

Obwohl Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen für die Erklärung des Verlaufs von Migrations- und Eingliederungsprozessen von einiger Bedeutung sind, werden sie in der Migrationsforschung selten explizit thematisiert. Die Ursachen hierfür sind in den Forschungstraditionen der Migrationssoziologie zu suchen, die einerseits dem individuellen Akteur im Migrationsprozess und andererseits der ethnic community im Aufnahmekontext große Beachtung geschenkt hat.

Die familialen und verwandtschaftlichen Beziehungen, die die Akteure während ihrer Migrations- und Eingliederungsprozesse unterhalten, werden dabei allenfalls beiläufig erwähnt. Zudem wird in Analysen ethnischer Kolonien - zumeist implizit - davon ausgegangen, dass Familien-, Verwandtschafts- und intraethnische Beziehungen weitgehend strukturgleich sind. Vor diesem Hintergrund erscheint es gerechtfertigt, Familien- und Verwandtschaftsbeziehungen keine gesonderte Beachtung zu schenken. Im Folgenden soll anhand von Partnerwahlprozessen und Generationenbeziehungen die Bedeutsamkeit der Familie für den Integrationsprozess von Migranten verdeutlicht werden.