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31.1.2007 | Von:
Rudolf Uertz

Politische Ethik im Christentum

Der Beitrag bietet eine Übersicht über die politische Ethik des Christentums und ihrer konfessionellen Ausprägungen im Katholizismus, Protestantismus und in der Orthodoxie.

Einleitung

Anders als die Soziologie, die mit der Religionssoziologie eine eigene Teildisziplin hervorgebracht hat, hat die Politikwissenschaft bisher noch kein klar konturiertes Fachgebiet, das sich mit den ideengeschichtlichen, politiktheoretischen und rechtlich-institutionellen Problemen des Verhältnisses von Politik, Gesellschaft und Religion befasst.



Dennoch haben Politikwissenschaftler in den vergangenen Jahren die aktuellen politischen, kulturellen und religiösen Herausforderungen im nationalen und internationalen Bereich aufgegriffen und zu einer deutlichen Belebung von Forschungsprojekten und Publikationen zu interdisziplinären Fragen von Politik und Religion beigetragen.[1] In Anlehnung an das etablierte Fach Religionssoziologie wurde hierfür verschiedentlich die Bezeichnung Religionspolitologie vorgeschlagen. Die folgende Darstellung bietet einen Überblick über die Grundzüge der politischen Ethik des Christentums und ihrer konfessionellen Ausprägungen im Katholizismus,[2] Protestantismus[3] und in der Orthodoxie.[4]

Fußnoten

1.
Vgl. Manfred Brocker/Tine Stein (Hrsg.), Christentum und Demokratie, Darmstadt 2006; aus religionswissenschaftlicher und sozialethischer Sicht Karl-Heinz Ohlig/Martin Honecker, Christlicher Glaube, Religion und moderne Gesellschaft, Alfter-Oedekoven 1988.
2.
Vgl. Rudolf Uertz, Vom Gottesrecht zum Menschenrecht. Das katholische Staatsdenken von der Französischen Revolution bis zum II. Vatikanischen Konzil (1789 - 1965), Paderborn 2005; Bernhard Sutor, Politische Ethik, Paderborn 1992 2 .
3.
Vgl. Friedrich Wilhelm Graf, Der Protestantismus, München 2006; Martin Honecker, Grundriss der Sozialethik, Berlin 1995; Manfred Jacobs (Hrsg.), Die evangelische Staatslehre, Göttingen 1971.
4.
Zur Sozialethik des Katholizismus, Protestantismus und der Orthodoxie: Ingeborg Gabriel/Alexandros K. Papaderos/Ulrich H. J. Körtner, Perspektiven ökumenischer Sozialethik, Mainz 2006 2 ; speziell zur Orthodoxie: Vasilios N. Makrides, Orthodoxes Christentum, Pluralismus, Zivilgesellschaft, in: Andreas Gotzmann/V. N. Makrides u.a., Pluralismus in der europäischen Religionsgeschichte, Marburg 2001; Josef Thesing/Rudolf Uertz (Hrsg.), Die Grundlagen der Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche. Deutsche Übersetzung mit Einführung und Kommentar, Sankt Augustin 2001; Konstantin Kostjuk, Der Begriff des Politischen in der russisch-orthodoxen Tradition, Paderborn 2005.