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16.1.2007 | Von:
Andreas Ebert
Ernst Kistler
Thomas Staudinger

Rente mit 67 - Probleme am Arbeitsmarkt

Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters setzt eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit der Arbeitnehmer, die Bereitschaft der Betriebe, Ältere zu beschäftigen, sowie die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes voraus. Unter all diesen Aspekten ist eine Rente mit 67 für viele Arbeitnehmer problematisch und wird vielfach in Altersarmut führen.

Einleitung

Im Rahmen der Europäischen Beschäftigungsstrategie nimmt das Ziel einer Erhöhung der Beschäftigungsquote (Anteil der Beschäftigten an den Personen im Erwerbsalter) einen sehr hohen Stellenwert ein.

Mit den Ratsbeschlüssen von Stockholm (Erhöhung der Beschäftigungsquote 55- bis 64-Jähriger auf 50 Prozent) und Barcelona (Anhebung des durchschnittlichen Erwerbsaustrittsalters um fünf Jahre) wurden diese Ziele mit Orientierung auf das Jahr 2010 operationalisiert.

Im Durchschnitt aller EU-Länder - EU 15 wie EU 25 - sind die Mitgliedsstaaten noch relativ weit davon entfernt. Deutschland liegt dabei, entgegen gängiger Vorurteile, traditionell sehr nahe beim EU-Durchschnitt, mit steigender Tendenz und aktuell sogar leicht darüber.[1]

Teils seit längerem, wie mit den Rentenreformen ab 1991/92, teils erst in jüngerer Zeit, wie mit den Hartz-Gesetzen, der Befristung der Vorruhestandsinstrumente und geplant der "Rente mit 67", folgt die Politik in Deutschland sehr eindeutig diesen Zielen.

Fußnoten

1.
Vgl. mit aktuellen Zahlen und einer Kritik der oft verkürzten internationalen Vergleiche Christina Stecker/Ernst Kistler, Erkenntnismöglichkeiten aus internationalen Vergleichen von Frühverrentungspolitiken, in: Deutsche Rentenversicherung Bund (Hrsg.), Alternsgerechtes Arbeiten in innovativen Regionen. Smart-Region - Endbericht, Berlin (i.E.).