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4.1.2007 | Von:
Horst Möller

Demokratie und Diktatur

Fazit

Eine integrierte deutsche Nachkriegsgeschichte ist aus systematischen Gründen, aufgrund der vielfältigen und komplexen Verflochtenheit der Geschichte der Besatzungszonen und beider deutscher Nachkriegsstaaten, sinnvoll und notwendig. Sie kann sich der Beziehungsgeschichte, der Bezüglichkeit beider Staaten und dem Vergleich widmen. Dafür ist aber eine sorgfältige Auswahl der tatsächlich komparativ zu erfassenden, phasenbeschränkten Themen notwendig, die eine zumindest relative Systemunabhängigkeit besitzen. Die Wertentscheidung angesichts des Gegensatzes von Demokratie und Diktatur ist unverzichtbar.

Daneben bleibt eine jeweils auf die Geschichte der Bundesrepublik bzw. der DDR bezogene Forschung ebenso notwendig, in die der andere Staat perspektivisch einbezogen wird. Ähnliches gilt für die Spezialforschung. Die bisher angebotenen Interpretationsmodelle (Heydemann, Jarausch, Kielmansegg, Kleßmann, Wentker u.a.) halte ich für heuristisch fruchtbar, doch müssen sie sich empirisch bewähren.