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1.12.2008 | Von:
Wolfgang Elz

Versailles und Weimar

Fazit

In Anbetracht der krisenhaften Zuspitzung in Deutschland war die Außenpolitik kein unmittelbarer Auslöser für das Geschehen vom Januar 1933. Doch von Anfang an hatten die Außenpolitik und deren Grundlage, die Friedensordnung des Versailler Vertrags, ihren gewichtigen Anteil am Scheitern der Republik.

Stresemanns Versuch, über die Außenpolitik auch die Republik zu stabilisieren, war nicht gerade Episode geblieben, aber hatte sich nicht etablieren können. Dass der früheren Unzufriedenheit in Deutschland über die mangelhaften revisionistischen Erfolge noch für einige Jahre nach 1933 der Irrtum bei den Siegern des Weltkriegs folgte, Hitler würde mit seinem brachialen Vorgehen lediglich diese Revision betreiben, setzte die zerstörerische Wirkung des Vertrags fort. Hitlers schnelle Erfolge mit den vermeintlich auf Revision zielenden Schritten verliehen dem Regime in Deutschland Popularität wie kaum etwas anderes. Als er 1940 im Wald von Compiègne endlich die "Schmach von 1919" getilgt zu haben schien, wie man in weiten Kreisen glaubte, erwies sich dies kurze Zeit darauf als fatale Fehleinschätzung, als er nicht nur die europäische Friedensordnung von 1919 endgültig zerriss, sondern auch Deutschland in den Untergang führte.