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10.11.2008 | Von:
Richard Stöss

"Extremistische Parteien" - Worin besteht der Erkenntnisgewinn? - Essay

Die Erklärungskraft des Parteityps "extremistische Parteien" ist gering, weil damit Parteien erfasst werden, die sich in den meisten Merkmalen deutlich unterscheiden.

Einleitung

Im Volksmund hat sich die Redewendung eingebürgert, dass Äpfel nicht mit Birnen verglichen werden dürfen. Diese Behauptung ist unsinnig. Es ist genauso legitim, Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, wie Äpfel mit Birnen. Beide haben nämlich etwas gemeinsam, das den Vergleich ermöglicht: Es handelt sich um Obst, genauer gesagt um Kernobst, das wiederum von Steinobst oder von Beerenobst zu unterscheiden ist. Der Vergleich von verschiedenen Apfelsorten ist genauso berechtigt wie der von verschiedenen Obstarten. Entscheidend ist, welche Einsichten angestrebt werden und welche Erkenntnisse zu erwarten sind.






Entsprechend bestehen auch keine Einwände dagegen, die unterschiedlichsten Parteien - etwa kommunistische, faschistische oder islamistische - miteinander zu vergleichen, denn auch sie haben eines gemeinsam: Es handelt sich um Parteien. Fraglich ist allerdings, ob es sich beim Extremismus um ein systematisch begründbares und nützliches Ordnungsmerkmal für politische Parteien handelt.