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Homo neurobiologicus - ein neues Menschenbild?


16.10.2008
Jüngste Erkenntnisse der Hirnforschung haben große Bedeutung für das herrschende Menschenbild, das gekennzeichnet ist durch einen Geist-Gehirn-Dualismus und einen "frei" wirkenden Willen.

Einleitung



Kaum etwas hat in den vergangenen Jahren den Diskurs zwischen den Wissenschaften und den Medien so sehr bestimmt wie das Vordringen neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und Konzepte in Themenbereiche, die bisher Theologen, Philosophen, Geistes- und Sozialwissenschaftlern vorbehalten waren, etwa die Frage nach der Willensfreiheit, dem Wesen von Geist und Bewusstsein, der Persönlichkeit und ihrer Veränderbarkeit, Glück und Zufriedenheit bis hin zum Glauben an Gott und einem Leben nach dem Tod.






Während die einen das Ende abendländischen Denkens befürchten, sehen andere den Vormarsch der Neurowissenschaften als eine Modeerscheinung an, die bald wieder vergehen wird. Ist tatsächlich der "Homo neurobiologicus" das neue Leitbild? Im Folgenden möchte ich anhand dreier Themenbereiche, die wesentlich unser Menschenbild bestimmten, diese Frage in der gebotenen Kürze zu beantworten versuchen.