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26.6.2008 | Von:
Michael Klein

Alkoholsucht und Familie - Kinder in suchtbelasteten Familien

Ausblick

Für Kinder von Alkoholikern kann das Risiko einer psychosozialen Schädigung als gesichert gelten. Auch wenn ein gewisser Teil dieser Kinder eine unauffällige Entwicklung nimmt, ist wenigstens ein Drittel stark beeinträchtigt.[17] Entsprechende Konsequenzen für das Hilfesystem sind naheliegend und zwingend: Hierunter fallen Frühintervention, Netzwerkarbeit, spezialisierte, zumindest jedoch problemsensibilisierte Hilfeangebote, Verstärkung der Sekundärprävention, Schwerpunktprävention für Risikogruppen und schließlich ressourcen- und lebensfeldorientierte Hilfen. Kinder von Suchtkranken können dabei als die Gruppe mit dem größten Risiko bezüglich einer späteren Suchtentwicklung besonders von gezielten Präventionsmaßnahmen profitieren.

Schließlich ist noch anzumerken, dass sich Hilfen für Kinder und Partner von Alkoholabhängigen in gegenseitiger Abstimmung ergänzen und befruchten sollten. Die Zielgröße heißt dann: adäquate Hilfen für die von Sucht belastete Familie, für die einzelnen Mitglieder ebenso wie für die Familie als Ganzes. Dies bedeutet aber auch, dass das Kind in der suchtbelasteten Familie ein eigenes Recht auf Unterstützung und Hilfe hat. Wenn verhindert werden soll, dass die Kinder von Suchtkranken oft ein Leben lang unter den Erfahrungen in der suchtbelasteten Familie leiden, dürfen diese nicht länger vernachlässigt werden.

Fußnoten

17.
Vgl. N. S. Cotton (Anm. 2).