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26.6.2008 | Von:
Karl Mann

Neue Forschungsergebnisse zur Alkoholabhängigkeit

Alkoholkonsum führt zu akuten gesundheitlichen Störungen und zu chronisch degenerativen Alkoholfolgekrankheiten. Das ideale suchtmedizinische Konzept sollte mit niedriger Zugangsschwelle möglichst viele Betroffene und diese möglichst früh erreichen.

Einleitung

Für mehr als zehn Millionen Menschen in Deutschland wird ein Behandlungs- oder zumindest ein Beratungsbedarf zu alkoholbezogenen Störungen veranschlagt. Die bekannten Prävalenzraten[1] von ca. 1,6 Millionen akut Alkoholabhängigen sind eher konservative Schätzungen, welche die "unterste Grenze" der Prävalenzen angeben.




Methodisch bedingt, sind in der zu Grunde liegenden "Bundesstudie" sehr schwer Kranke mit schlechtem sozialem Funktionsniveau unterrepräsentiert. Daher wird bei Analysen des Versorgungsbedarfs meist von zwei Millionen Alkoholabhängigen in Deutschland ausgegangen. Der Anteil der tatsächlich einer spezifischen suchtmedizinischen Behandlung zugeführten Alkoholabhängigen liegt bislang unter zehn Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Alkoholabhängigen in Behandlung findet sich in den Allgemeinkrankenhäusern (30-35 %) und in den Praxen niedergelassener Ärzte (70-80 %), wo in der Regel die alkoholbedingten Folgererkrankungen und nicht die zugrunde liegende Suchterkrankung behandelt werden.

Fußnoten

1.
Anmerkung der Redaktion: Die Prävalenzrate ist eine medizinische Kennzahl, die Aussagen über die Häufigkeit bestimmer Erkrankungen erlaubt.