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Alkoholismus


26.6.2008
Der Begriff Alkoholismus zielte lange Zeit primär auf strikte Konsumbegrenzung. In der Nachkriegszeit setzte sich die Bedeutung einer spezifischen Erkrankung (Sucht) durch. Heute haben wir es mit einer Suchtinflation und einer Rückkehr zur Kontrollpolitik zu tun.

Einleitung



Der Begriff "Alkoholismus" hat in seiner kurzen Geschichte ganz unterschiedliche Bedeutungen gehabt und ist bis heute ein schillernder Begriff geblieben.






Diese Geschichte beginnt 1849 mit dem schwedischen Mediziner Magnus Huss: Als "alcoholismus chronicus" hatte er analog zur Bleivergiftung organische (Nerven-)Schädigungen durch starken Alkoholmissbrauch beschrieben. Ganz anders benutzte 1878 der Berliner Gefängnisarzt Abraham Baer das Wort: Für ihn war "Alcoholismus" die Summe der Alkoholfolgeschäden. Fortan galt "Alkoholismus" - nach der Brockhaus-Enzyklopädie 1894 - als "Inbegriff" der "körperlichen, geistigen und sittlichen Schäden und Nachteile" des Missbrauchs geistiger Getränke, dessen "unheilvolle Wirkungen" sich nicht nur auf das "einzelne Individuum", sondern auf die "ganze Gesellschaft" erstrecken.[1]

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Fußnoten

1.
14. Aufl., Bd. 1, S. 410; als eine Untergruppe findet sich zugleich der "chronische Alkoholismus" i.S. von Huss. Vgl. Hasso Spode, Die Macht der Trunkenheit, Opladen 1993, Kap. V u. VII.