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21.4.2008 | Von:
Hartmut Seifert

Alternsgerechte Arbeitszeiten

Fazit

Ohne eine umfassende Neugestaltung der Arbeitszeit werden sich die Voraussetzungen für einen durchschnittlich deutlich späteren Renteneintritt nicht grundlegend ändern. Eine alternsgerechte Arbeitszeitpolitik kann einen wesentlichen Beitrag dazu liefern, Belastungen zu reduzieren und die Arbeitsfähigkeit nachhaltig zu verbessern. Primär geht es darum, den Trend zu längeren Arbeitszeiten zu stoppen und möglichst umzukehren, zeitnahe Ausgleiche für kurzfristig längere Arbeitszeiten zu organisieren und vor allem belastungsärmere Modelle für Schicht- und Nachtarbeit einzuführen. Einen Ansatzpunkt bieten kürzere Arbeitszeiten nach dem Prinzip des Zeitausgleichs an Stelle der bisherigen monetären Zuschläge. In weitergehende Überlegungen sind natürlich auch Zeiten für berufliche Weiterbildung einzubeziehen.

Da die Arbeitsfähigkeit nicht allein von der Arbeitszeit beeinflusst wird und sich auch zukünftig nicht sämtliche Belastungsfaktoren werden ausschalten lassen, werden Arbeitszeit- und Beschäftigungspolitik nicht auf Exit-Optionen verzichten können. Denkbar sind differenzierte Ansätze, die bei spezifischen Belastungsfaktoren wie langjähriger Nacht- und Schichtarbeit vorzeitigen abschlagfreien Renteneintritt oder verminderte Arbeitszeiten ab bestimmter Altersgrenzen ermöglichen. Dabei bieten sich Kombinationen mit der Teilrente an. In Frage kommt auch die vorgestellte modifizierte Altersteilzeit. Ähnlich wie bei der Altersteilzeit bietet es sich an, öffentliche und tarifliche Leistungen zu kombinieren.