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28.2.2008 | Von:
Oliver Hahn

Arabische Öffentlichkeit und Satellitenrundfunk

Fazit und Ausblick

Anhand der in diesem Beitrag dargelegten redaktionellen und journalistischen Praktiken stellt sich grundsätzlich die Frage, ob Habermas' Öffentlichkeitsbegriff und der damit einhergehende, für alle offene, dialogische, kritisch-rationale Diskurs auf die Krisenkommunikation, einschließlich in die und aus der arabischen Welt, anwendbar ist. El-Nawawy und Gher vertreten die Auffassung, dass eine solche Übertragbarkeit gegeben sei.[36] Dagegen gibt es Belege dafür, dass viele Sendungen für die und aus der arabischen Welt die Entstehung eines kritisch-rationalen Dialogs eher behindern, statt ihn zu fördern.

Abschließend lässt sich feststellen, dass Heterogenität bislang offensichtlich das wichtigste Merkmal der globalen Medienlandschaft und damit auch der pan-arabischen Medien ist. Zayani sieht eine Verbindung zwischen Heterogenität und Transparenz und verweist auf die Notwendigkeit, ein "Transparenzmodell" für die Arbeitsweise arabischer Medien zu finden.[37] Medienstudien müssen allerdings auch erkennen, dass die Medien allein keine Öffentlichkeit(en) schaffen können.

Fußnoten

36.
Vgl. M. el-Nawawy/L. A. Gher (Anm. 3).
37.
M. Zayani (Anm. 3), S. 38.