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Wirtschaftswunderjahr 2009


11.12.2009
Trotz des größten Wirtschaftseinbruchs seit 1945 sind die Bürger kaum betroffen. Das wird sich ändern, wenn es nicht gelingt, eine Kreditklemme und die bedrohliche Staatsverschuldung einzudämmen.

Einleitung



Am Jahresende 2008 war die Welt von Furcht und Unsicherheit über die wirtschaftliche Zukunft beherrscht. Zu rasch war im letzten Drittel des Jahres aus ökonomischen Abschwungtendenzen ein gefühlter freier Fall der Volkswirtschaften geworden, dessen Größenordnung erst Wochen später bekannt wurde und dessen Ende nicht vorauszusehen war. Schon rasch konkretisierten sich die Befürchtungen, die neue Wirtschaftskrise habe das Kaliber, die große Weltwirtschaftskrise 1929 mit weltweiten Auswirkungen für Wachstum und Wohlfahrt als dramatischstes Ereignis der neueren Wirtschaftsgeschichte abzulösen.

Tatsächlich befand sich die deutsche Wirtschaft, wie wir heute wissen, bereits im Vorjahr früh in einer Rezession, also in einer Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) als Maß der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Der massive Einbruch im 4. Quartal 2008 und im 1. Quartal 2009 wurde allerdings frühzeitig ab dem 2. Quartal 2009 gestoppt. Inzwischen zeigt sich, dass sich die deutsche Volkswirtschaft gegen alle Erwartungen als eine der ersten Ökonomien weltweit deutlich erholt und eine Leitrolle bei der Bewältigung der Krise übernimmt. Dabei hat sich der Arbeitsmarkt unverhofft und entgegen vieler Panikprognosen als außerordentlich robust erwiesen. Das Krisenjahr 2009 könnten Wirtschaftshistoriker somit später einmal als Wirtschaftswunderjahr am Arbeitsmarkt bezeichnen.

Ist die Krise damit am Ende? Was war ihre Ursache, und was haben wir zur Vermeidung ähnlicher Herausforderungen in der Zukunft gelernt? Gibt es Gefahren eines Rückfalls? Welche Keime einer neuen Krise können aus der gegenwärtigen erwachsen?[1]


Fußnoten

  1. Vgl. zu einer umfassenden Analyse auch das soeben vorgelegte Buch von Klaus F. Zimmermann und Dorothea Schäfer, Finanzmärkte nach dem Flächenbrand. Warum es dazu kam und was wir daraus lernen müssen, Wiesbaden 2010.
 
Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 20/2009)

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