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Angela Merkel als Regierungschefin und als Kanzlerkandidatin


3.12.2009
Das institutionelle Gefüge ermöglicht Experimente in politischer Führung. Wahrscheinlich ist, dass die politischen Führungsqualitäten der Kanzlerin jetzt ihre Bewährungsprobe zu bestehen haben.

Einleitung



Angela Merkel gilt als Außenseiterin auf ihrem Weg zur Regierungsmacht. Das bezieht sich insbesondere auch auf die von ihr entwickelten Führungsqualitäten in der Partei, in der Regierung und im Wahlkampf. Die Leadership-Forschung hat bislang die Frage nach den Voraussetzungen politischer Führung als Parteivorsitzender, als Kanzlerkandidat und als Bundeskanzler weitgehend getrennt behandelt.[1] Im Folgenden soll ein Vergleich der Führungsqualitäten und der Führungspraxis von Merkel als Regierungschefin und als Kanzlerkandidatin im Wahlkampf vorgenommen werden. Welche Unterschiede und welche Ähnlichkeiten bei der Wahrnehmung des Leadership-Mandats in beiden politischen Arenen lassen sich beobachten? Gibt es unterschiedliche Führungsstile, und wenn ja, auf welche Bedingungen sind diese zurückzuführen?






Der Versuch, den politischen Führungsstil von Merkel in der großen Koalition und im Wahlkampf zu beschreiben, erfolgt anhand ausgewählter Dimensionen von Leadership, wie sie vom Verfasser in einer funktionalen Systematik vorgestellt wurde.[2] Herangezogen werden Faktoren der Dimensionen "Person", "regierungsinstitutioneller Kontext", "institutioneller Kontext" und "historisch-politischer Kontext" (vgl. die Tabelle der PDF-Version).


Fußnoten

1.
Vgl. Frank Brettschneider, Spitzenkandidaten und Wahlerfolg. Personalisierung - Kompetenz - Parteien, Wiesbaden 2002; Daniela Forkmann/Saskia Richter (Hrsg.), Gescheiterte Kanzlerkandidaten. Von Kurt Schumacher bis Edmund Stoiber, Wiesbaden 2007; Daniela Forkmann/Michael Schlieben (Hrsg.), Die Parteivorsitzenden in der Bundesrepublik Deutschland. 1949 - 2005, Wiesbaden 2005; Axel Murswieck, Von Schröder zu Merkel - eine Frage des (Regierungs-) Stils? Zu den Machtressourcen der Bundeskanzlerin in einer Großen Koalition, in: Jens Tenscher/Helge Batt (Hrsg.), 100 Tage Schonfrist. Bundespolitik und Landtagswahlen im Schatten der Großen Koalition, Wiesbaden 2008, S. 199 - 214.
2.
Vgl. Axel Murswieck, Regierungsstile und Kanzlerdemokratie, in: Werner Jann/Klaus König (Hrsg.), Regieren zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Tübingen 2008, S. 175 - 203.

 
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