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Kriegsbilder - Bilderkriege


16.7.2009
Bilder können zu Waffen in politischen und militärischen Auseinandersetzungen werden. Was zeigen Bilder des Krieges, was verhüllen sie? Welche unterschiedlichen Funktionen erfüllen sie in Vorbereitung und Durchführung von Kriegen sowie der Erinnerung an diese?

Einleitung



Unsere Vorstellungen historischer Ereignisse im Allgemeinen und des Krieges im Besonderen beruhen vor allem auf Bildern: auf Bildern gegenwärtiger wie vergangener Kriege, auf Bildern der Kunst, auf technischen Bildern der Fotografie und des Films, auf elektronischen Bildern des Fernsehens und zunehmend auch denen des Internet. Es sind Bilder, die die Realität des Krieges einfangen sollen, wie Bilder, die inszeniert sind und somit Fiktionen darstellen.




Sie alle haben eines gemeinsam: Es sind mediale Produktionen, die sich zum Teil tief in unser Gedächtnis einbrennen und unsere Einstellungen zum und Verhaltensweisen gegenüber dem Krieg bestimmen. Die große Prägekraft der Bilder des Krieges und das Interesse an diesen hat die Bilder selbst zu Waffen werden lassen. Mit ihnen lassen sich Kriege begründen und Gesellschaften auf Kriege vorbereiten. In Bildern wird die Heimat in das Geschehen einbezogen. Bilder können aber auch Truppen zum Rückzug bewegen.[1] Gerade am Beispiel Krieg wird deutlich: Bilder sind nicht einfach nur passive Repräsentationen von Geschehenem, sondern auch Aktivposten, die in das politische Handeln eingreifen.[2]

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Fußnoten

1.
Diese doppelte Fragestellung nach den Bildern des Krieges wie nach dem Krieg der Bilder untersuche ich in Gerhard Paul, Bilder des Krieges - Krieg der Bilder. Die Visualisierung des modernen Krieges, Paderborn 2004.
2.
Zum Doppelcharakter der Bilder vgl. Horst Bredekamp, Bildakte als Zeugnis und Urteil, in: Monika Flacke (Hrsg.), Mythen der Nationen. 1945 - Arena der Erinnerungen, Bd. 1, Mainz 2004, S. 29 - 66, sowie allgemein Matthias Bruhn, Das Bild. Theorie - Geschichte - Praxis, Berlin 2009.