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15.6.2009 | Von:
Hans-Peter Klös
Benjamin Scharnagel

Arbeitsmarktpolitik seit 2003: Reformbilanz und Handlungsbedarf

Während der beiden vergangenen Legislaturperioden gab es einen Nachkriegshöchststand bei der Arbeitslosigkeit und einen Rekordstand bei der Erwerbstätigkeit. Die Große Koalition hat das Reformrad teilweise wieder zurückgedreht.

Einleitung

Bis November 2008 sank die Zahl der Arbeitslosen unter die Drei-Millionen-Grenze. Gegenüber dem Höchststand von knapp 5,3 Millionen im Februar 2005 ging sie um rund 45 Prozent zurück. Die Erwerbstätigkeit erreichte im Jahr 2008 mit nahezu 40,3 Millionen Menschen ebenso ihr Allzeithoch wie das geleistete Arbeitsvolumen. Doch die Finanzmarktkrise hat inzwischen die Realwirtschaft voll erfasst. Allein im ersten Quartal 2009 warbei der Bundesagentur für Arbeit (BA) für rund 1,6 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt.





Gleichzeitig wechselten 600.000 Personen mehr aus der Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit als umgekehrt. Im April 2009 lag die Arbeitslosenquote mit 8,6 Prozent wieder deutlich über dem Vorjahresniveau. Im Verlauf des Jahres 2009 wird die Arbeitslosigkeit weiter steigen, für das Jahr 2010 können erneut fünf Millionen Arbeitslose nicht mehr ausgeschlossen werden.