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5.3.2009 | Von:
Belwe, Katharina

Editorial

Der Zypernkonflikt ist der älteste Konflikt in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Doch es gibt Hoffnung: Der griechische Zypriote Dimitris Christofias und der türkische Zypriote Mehmet Ali Talat streben eine "bizonale Wiedervereinigung" an.

Zypern - griechisch: Ky'pros; türkisch: Kibris - liegt im östlichen Mittelmeer, 50 Kilometer von der türkischen und 800 Kilometer von der griechischen Küste entfernt. Die Insel zerfällt in zwei Teile: Zwischen der ausschließlich von der Türkei anerkannten "Türkischen Republik Nordzypern" (TRNC) und der international anerkannten Republik Zypern im Südteil der Insel befindet sich eine von den Vereinten Nationen verwaltete und kontrollierte Pufferzone: die Green Line. Die Republik Zypern ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Im Nordteil der Insel kann EU-Recht nicht angewandt werden.

Der Zypernkonflikt ist der älteste Konflikt in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Eine mit dem UN-Friedensplan von 1999 (Annan-Plan) angestrebte föderale Lösung nach schweizerischem Vorbild ist nicht in Sicht. Das Scheitern des mehrfach modifizierten Planes, über den am 24. April 2004 in getrennten Referenden abgestimmt wurde, ist auf unterschiedliche Vorstellungen der Menschen im Norden und im Süden Zyperns von einer Wiedervereinigung zurückzuführen. Auch scheint der Wunsch beider Seiten, geschehenes "Unrecht" anzuerkennen und "Rechte" wiederherzustellen, schwer erfüllbar zu sein.

Doch es gibt Hoffnung: Seit 2003 ist die Green Line durchlässiger geworden. Die Menschen können einander wieder leichter begegnen. Seit 2008 sind zudem mit dem griechischen Zyprioten Dimitris Christofias und dem (im April 2005 zum Präsidenten gewählten) türkischen Zyprioten Mehmet Ali Talat zwei Politiker an der Macht, die eine "bizonale Wiedervereinigung" anstreben. Allerdings liegen die Vorstellungen von einem vereinigten Zypern immer noch sehr weit auseinander.