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27.1.2009 | Von:
Hans Rudolf Herren

Die Ernährungskrise - Ursachen und Empfehlungen

Die Hungerkrise hat gezeigt, dass in Zukunft die kleinbäuerlichen Betriebe in den Entwicklungsländern zu stärken sind und eine nachhaltige, multifunktionelle Landwirtschaft gefördert werden muss.

Einleitung

Die Finanzkrise hat die Ernährungskrise aus den Schlagzeilen verdrängt. Die Fragen, ob unsere Bankguthaben und die Renten noch sicher sind, ob eine Rezession droht, bewegen uns mehr als die Nahrungsmittelpreise - zumal wir ohnehin bloß noch ein Zehntel unseres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben.






Doch für die Mehrheit der Menschheit ist dies anders. In Bangladesch braucht eine Durchschnittsfamilie 80 Prozent des Einkommens für die Ernährung. Dieser Posten im knappen Budget ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Nachdem die Nahrungsmittelpreise jahrelang weltweit relativ stabil geblieben waren, stiegen sie in den vergangenen drei Jahren steil an. Der Preisindex für Nahrungsmittel, den die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation Food and Agriculture Organization (FAO) errechnet, erhöhte sich 2007 um fast 40 Prozent. In den ersten Monaten des Jahres 2008 beschleunigte sich die Entwicklung noch.[1] Die Verteuerung betrifft fast alle landwirtschaftlichen Produkte. Von Beginn dieses Jahrhunderts bis Anfang 2008 hat sich der Weizenpreis auf dem Weltmarkt mehr als verdreifacht, jener für Mais und Reis mehr als verdoppelt.[2]

Fußnoten

1.
Vgl. Joachim von Braun, International Food Policy Research Institute (IFPRI), Steigende Nahrungsmittelpreise - Was ist zu tun?, IFPRI Policy Brief, April 2008, in: www.ifpri.org/german/pubs/bp/bp001gr.asp (12.12. 2008).
2.
Vgl. ebd.