APUZ Dossier Bild

22.11.2010 | Von:
Josef Schmid

Wer soll in Zukunft arbeiten? Zum Strukturwandel der Arbeitswelt

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, die Globalisierung der Wirtschaft sowie der soziale und demografische Wandel erzeugen neue Formen und Probleme in der Arbeitswelt.

Einleitung

Zu den Konstanten der modernen Gesellschaft gehört der permanente Wandel; das Wirtschaftssystem und damit die wichtigen Bereiche Beschäftigung und Arbeit zählen zu den dynamischsten Teilgebieten. Am Beispiel der untergegangenen Berufe lässt sich dieser Veränderungsprozess plastisch nachvollziehen: Der Harzer - so lautete unlängst die Antwort auf eine Frage in einem bekannten Fernsehquiz - wurde früher gebraucht, um aus dem Wald Baumharz für die Herstellung von Teer und Terpentin zu gewinnen. Im Zeitalter der modernen Chemie werden Material und Tätigkeit nicht mehr gebraucht.[1] Nicht ganz so lange her ist es mit dem Schreibmaschinen- bzw. Büromaschinenmechaniker; doch auch diese Berufe sind durch die flächendeckende Einführung des Computers weitgehend obsolet geworden. Vielen i-Pod-Kids sind die Probleme der komplizierten Mechanik der damaligen Schreibgeräte gänzlich unbekannt.

Der diesen oberflächlichen Erscheinungen zugrunde liegende sozioökonomische Wandel wird oft als Abfolge von Wirtschafts- und Gesellschaftstypen interpretiert. Dabei verändern sich nicht nur die Formen der Produktion und die entsprechenden Tätigkeitsmuster der arbeitenden Menschen, vielmehr strahlt dieser Wechsel auch auf die sozialen und politischen Bereiche aus - von der Sozialstruktur über das Konsumverhalten bis zur sozialen Sicherung. Daher ist das Thema seit jeher immer auch ein politisches Phänomen bzw. eine Aufgabe für staatliche Regulierung, und die künftigen Formen von Arbeit und Beschäftigung können ebenfalls politisch gestaltet werden und entwickeln sich nicht sachzwanghaft.

Fußnoten

1.
Vgl. Rudi Palla, Das Lexikon der untergegangenen Berufe, Frankfurt/M. 1998 mit vielen weiteren interessanten und unterhaltsamen Beispielen.

Dossier

Arbeitsmarktpolitik

Arbeitsmarktpolitik ist in der Bundesrepublik Deutschland eines der wichtigsten Politikfelder überhaupt. Sie ist einerseits "wahlentscheidend" und greift andererseits tief in die individuellen Belange der Bürger ein. Das Dossier stellt die theoretischen Grundlagen der Arbeitsmarktpolitik, die Ziele und die Akteure, die gesetzlichen Grundlagen und die Instrumente der Arbeitsmarktpolitik vor.

Mehr lesen