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Haiti - Die "erste schwarze Republik" und ihr koloniales Erbe


5.7.2010
Die Armut und die Krisen auf Haiti lassen sich ohne Kenntnis ihrer historischen Ursachen nicht verstehen. Der Beitrag zeigt Spätfolgen der kolonialen Situation, Sklaverei und Plantagenwirtschaft auf.

Einleitung



Die koloniale Vergangenheit hat die heutigen Staaten der "Dritten Welt" auf unterschiedliche Art geprägt. Während es einzelnen von ihnen gelang, sich relativ schnell nicht nur politisch, sondern auch ökonomisch von den europäischen Kolonialmächten zu emanzipieren, trugen andere dauerhafte Schäden davon, welche die Gründung moderner, prosperierender Nationen erschwerten oder sogar unmöglich machten. Viele von ihnen zeichneten sich durch scharfe soziale Gegensätze, politische Instabilität, chronische Armut und eine Neigung zu autoritären Regimes aus. Fraglos wäre es zu simpel, alle Fehlentwicklungen in ärmeren Ländern den ehemaligen Kolonialherren anzulasten. Häufig versuchten postkoloniale Eliten mit Hilfe dieses Arguments von eigenem Fehlverhalten abzulenken. Gleichwohl gibt es eine Reihe von Staaten, deren Startchancen durch das koloniale Erbe maßgeblich gemindert wurden - mit fatalen Folgen bis in die Gegenwart. Haiti gehört zu diesen. Die Medien in den westlichen Industriestaaten neigen mit wenigen Ausnahmen dazu, diese afrokaribische Republik ausschließlich als Hort von Katastrophen wahrzunehmen, sie nur kurz zu fokussieren, sobald sie von neuem Unheil heimgesucht wird, um sich dann ebenso schnell wieder verständnislos von ihr abzuwenden. An die tiefer liegenden Ursachen der Armut des haitianischen Volkes zu erinnern, ist ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion.




 

Hintergrund aktuell (01.04.2010)

Knapp zehn Milliarden Dollar für Haiti

Eine neue Zukunft für Haiti: Auf Einladung der UN haben sich unter diesem Motto am Mittwoch (31.03.2010) Vertreter von mehr als 150 Staaten auf einer internationalen Geberkonferenz in New York getroffen. Für den langfristigen Wiederaufbau Haitis wollen Staaten und Organisationen rund 10 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. Das ist deutlich mehr als erwartet. Weiter...