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26.2.2010 | Von:
Detlef J. Kotte

Entwicklung durch Handel?

Exportorientierte Entwicklungsstrategien können erfolgreich sein. Es kommt darauf an, ob die wirtschaftspolitischen Rahmenbedigungen wechselseitige Dynamiken zwischen steigenden Exporten und höheren Investitionen fördern.

Einleitung

Die Frage, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen der wirtschaftliche Fortschritt in Entwicklungsländern durch eine verstärkte Ausrichtung ihrer Entwicklungsstrategien auf den Außenhandel beschleunigt werden kann, steht im Zusammenhang mit der umfassenderen Auseinandersetzung über die Bedeutung von "Markt" und "Staat" im Wirtschaftsgeschehen und hat daher häufig eine stark ideologische Konnotation. Insbesondere im Zuge einer allgemeinen Hinwendung des wirtschaftspolitischen Denkens zur Betonung der Vorzüge des freien Marktes seit Anfang der 1980er Jahre hat das Konzept der exportorientierten Entwicklung in den Wirtschaftswissenschaften, der Politik und den internationalen Organisationen, insbesondere der Welthandelsorganisation (WTO), der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), immer mehr Adepten gefunden.[1]




Dieser Artikel betrachtet die Frage des Zusammenhangs zwischen Handel und Entwicklung vor dem Hintergrund, dass der Schlüssel zu Produktivitätsfortschritt und nachhaltigem Wachstum des Sozialprodukts in einem typischen Entwicklungsland in der Ausweitung des industriellen Sektors und einer Erhöhung der dafür erforderlichen Investitionen in das Produktivkapital liegt. Von daher kommt es für positive Entwicklungsimpulse darauf an, inwieweit eine wechselseitige Dynamik zwischen steigenden Exporten und verstärkter Investitionstätigkeit entsteht.

Fußnoten

1.
Vgl. Anne O. Krueger, Trade policy as an input to development, in: American Economic Review, Papers and Proceedings, 76 (1980), S. 288 - 290. Die Idee, den Entwicklungsprozess in den Ländern des Südens durch Handelsliberalisierung zu stärken, wurde wesentlich von der Weltbank vorangetrieben. Sie gab Anfang der 1990er Jahre eine Studie in Auftrag, um die Vorteile des freien Handels für die Entwicklungsländer nachzuweisen; vgl. Demetrinus Papageorgiu/Michael Michaely/Armeane M. Choksi (eds.), Liberalizing Foreign Trade, Washington 1991.

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