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26.2.2010 | Von:
Jörg Faust

Wirkungsevaluierung in der Entwicklungs-
zusammenarbeit

Der Beitrag befasst sich mit der Gestaltung der Wirkungsevaluierung in der Entwicklungszusammenarbeit, die angesichts jährlich verausgabter Milliardenbeträge wichtige Kontroll- und Lernfunktionen zu erfüllen hat.

Einleitung

Der Evaluierung öffentlicher Politiken sollte eine hohe Bedeutung zukommen. Denn in komplexen Gesellschaften ist keineswegs sicher, ob und in welchem Ausmaß die Implementierung von Politiken auch die angestrebten Wirkungen erzielen oder gar kollektiv unerwünschte Nebeneffekte auftreten. Im politischen Wettbewerb neigen Entscheidungsträger unterschiedlicher politischer Couleur aber dazu, Politiken sowohl ex ante als auch ex post unterschiedliche Wirkungen zuzuschreiben. Daher kommt vor dem Hintergrund potenzieller, politisch motivierter Fehlbewertungen einer neutralen Wirkungsevaluierung eine wichtige Kontrollfunktion zu. Neben dieser Kontrollfunktion von Evaluierung ist deren Lernfunktion hervorzuheben. Denn Erkenntnisse über die Wirkungen von Politiken bieten Entscheidungsträgern eine inhaltlich fundierte Grundlage, zukünftige Politiken beizubehalten oder anzupassen. Evaluierung verbessert mithin die Transparenz, indem die öffentliche Diskussion mit weitgehend neutraler Information versorgt werden kann.






Wie es vor diesem Hintergrund um die Wirkungsevaluierung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) bestellt ist, soll im Folgenden kurz dargestellt werden. Angesichts dreistelliger Milliardenbeträge, die weltweit jedes Jahr für unterschiedliche entwicklungspolitische Maßnahmen verausgabt werden, kommt der Wirkungsevaluierung in diesem umverteilenden Politikfeld eine wichtige Rolle zu. In der EZ wird denn auch seit Jahrzehnten eine große Zahl an Projekt- und Programmevaluierungen durchgeführt. Gleichwohl geriet auch die Evaluierung der EZ seit Beginn der vergangenen Dekade aufgrund ihrer institutionellen und methodischen Schwächen in die Kritik.[1] Die Inhalte dieser Kritik, aber auch die darauf einsetzende Reformdynamik zu erläutern, soll Gegenstand der folgenden Ausführungen sein.

Fußnoten

1.
Ein prominentes Beispiel für diese Kritik war die im Jahr 2005 vom Center for Global Development (CGD) in Auftrag gegebene Studie "When Will We Ever Learn? Improving Lives through Impact Evaluation". Sie wurde im Jahr 2006 veröffentlicht, online: www.cgdev.org/files/7973_file_WillWeEverLearn.pdf (26.1. 2010).

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